Schlagwort-Archive: Humor

Alternative facts

Heute höre ich also in den Nachrichten, dass Frau Merkel ihren Besuch beim neuen US-Präsidenten absagen musste, weil die Amis von einem Schneesturm in Washington DC sprachen.

Alternative facts, auf wetter.com:

Morgens Mittags Abends Nachts
leichter Schneefall
bedeckt
leichter Schneefall
leicht bewölkt
/ -1° / 0° / -6° -8° / -8°
leichter Schneefall bedeckt leichter Schneefall leicht bewölkt

Uhm – ja, leichter Schneefall …

Alternative weather.com:

HEUTE ABEND
REGEN/SCHNEEFALL/WIND

MIN.0° 100% (Niederschlagswahrscheinlichkeit)

DI.

MAX.4° 100%

Bei 4 ° C (wir reden in diesem Fall tatsächlich von Celsius) – eher Regen als Schnee ..
DI. NACHT

MIN.-5° 20%

About one inch of snow expected … das sind zweieinhalb Zentimeter … Windgeschwindigkeit über 40 miles per hour –  60 km/h …
Herr Trump ist wirklich besorgt um unsere Kanzlerin, wenn er ihr dieses „gefährliche“ Wetter nicht zumuten will!
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Lustige deutsche Lieder

Ein wordpress-Blogger aus England, der gern Deutsch lernt (doch, sowas gibt es, schaust du hier) schrieb in seinem Blog, dass er die meisten deutschsprachigen Lieder nur einmal hören würde. Aber er schrieb auch, dass es ihn wunderte, warum so wenige Nationen beim Eurovision-Song-Contest ihre Heimatländer in der Muttersprache vertreten haben. Nun, die Diskussion darüber könnt ihr dort nachlesen.

Ich habe ihm einige deutschsprachige (also durchaus auch österreichische) Lieder vorgeschlagen, die ich erträglich finde, weil sie humorvoll sind. Ja, ähm – von meinem deutschen Standpunkt aus gesehen, natürlich. Mit dem Singphobie-Gejammer von Sängermord kann ich nämlich auch nichts anfangen, und Jauli wird auch so schnell nicht zu meinen perfekten Bands gehören.

Aber was ich wirklich schätze, sind die kleinen humorvollen Perlen.

Ein englischsprachiger Blogger hat bereits in Zwischenkriegsdeutschland die Tendenz zu lustigen Liedern festgestellt. In der kleinen Aufstellung fehlt natürlich das Bekannteste: Hier in der Version einer Hannoverschen Gruppe.

Aber auch nach 1945 gab es lustige Lieder, die sich gegen Schmalz und Fernweh  durchzusetzen wussten. Meine Eltern hatten sich in den frühen 1980ern eine Sammlung mit Schlagern aus den 50ern zugelegt – und da gab es durchaus lustiges darunter:

Theo Lingen – Der Theodor Im Fussballtor (1951), Paul Kuhn –  Der Mann am Klavier 1952,

Paul Kuhn – Auf meinem Konto steht das Komma zu weit links 1956 -(bei wem nicht, Paule?)

(diese letzte Perle ging leider bisher an mir vorbei)

In den 60ern nahm man sich dann wieder ernster, aber das hinderte einen Könner wie Reinhard Mey nicht daran, kritisch und trotzdem lustig zu sein, von 1969 Diplomatenjagd, Ankomme Freitag den 13. später dann, aber auch unvergessen sein Das Geheimnis im Hefeteig und natürlich Der Mörder ist immer der Gärtner.

In den 70ern gab es weitere Highlights wie Rudi Carell (der Quotenholländer in Deutschland)*ach, wie ich DEN HUMOR vermisse*, aber auch Udo Jürgens *wieder ein Österreicher* mit seinem Ehrenwerten Haus, oder „Aber bitte mit Sahne“

in den 80ern war Grönemeyer noch lustig (Album ZWO z.B,  die Lieder Kairo und Muskeln) sowie die Neue Deutsche Welle manchmal,

Erste Allgemeine Verunsicherung von 1986 sei mal so ein Beispiel. (bei dem es sich um eine österreichische Band handelt)

Trio hat sich von der NDW distanziert und DADADA später auch ins Englische übertragen.

Auch die Ärzte haben uns immer wieder mit Humor gebissen. Noch in den 80ern Zu spät.

In den 90ern war z.B, 1991 Dieter Krebs (der auch der Texter von Grönemeyers Currywurst-Hit war) mit „Ich bin der Martin, ne“ erfolgreich, 1993, die Prinzen mit „Alles nur geklaut“ im Radio.

Fettes Brot mit ihrer Hymne für alle Unentschlossenen – JEIN,1996

Auch danach kommen immer wieder unterhaltsame Deutschsprachige Lieder auf:

Stephan Raab mit Maschendrahtzaun und Wadde hadde du denn da in 2000, (und das letzte war ein erfolgreicher Titel was Eurovision angeht!),

Und wo stehen wir heute:

Tim Bendzko – Nur noch kurz die Welt retten, läuft derzeit im Radio rauf und runter

Es gibt also auch weiterhin etwas zum Schmunzeln.

 

 

 

 

 

 

Vogelkundler

Stunde der Gartenvögel ist dieses Wochenende wieder ausgerufen durch den NABU.

Dabei zählen Interessierte eine Stunde (wann man beginnt ist egal) die Vögel, die sie in Garten, Park oder sonstwo sehen. Ich zählte die Tierchen vorm Haus vom Fenster aus.

Zur Erleichterung gibt es einen Flyer – in den Stadtbahnen hier verteilt – der bereits Fotos der häufigsten Tiere enthält, das vereinfacht die Bestimmung der Arten. Meine Katze wollte mithelfen – aber traute sich dann doch nicht so recht – ihr war der Prospekt unheimlich.

Ich zählte bereits morgens um 6. Warum so früh?

Weil mich eine kleine Horde Krakeelchen nachts um 1 in den Schlaf gepiept hat und morgens um 6 dann die heimischen Bruthöhlen aufsuchte.

Krakeelchen? Diese Gattung findet sich NICHT auf der NABU-Seite, gehört systematisch aber eindeutig in die NDR-„Wer piept denn da?“-Reihe.

Wenn die Abende milder werden und am nächsten Tag frei ist, hört man die Krakeelchen schon von weitem wieder an ihren traditionellen Versammlungsplätzen:

„Ey, mach ma Platz da, gipp ma Stoff“

Die Krakeelchen besiedeln dann wieder die Eingangsstufen von bereits geschlossenen Geschäften und Bushaltestellen mit geringer Busfrequenz. Die Rangordnung ist deutlich an der Verteilung der raren Weibchen zu erkennen. Die Männchen stammen von Bolzplatzkrähen ab und werden sich auch in einiger Zeit zu solchen weiter entwickeln.

Die Krakeelchen sind muntere, nachtaktive Genossen, die die flüssige Nahrungsaufnahme gerne in geselliger Runde vollziehen.Das geht nicht immer ohne Futterneid ab, aber meist sind die Verteilungskämpfe ritualisiert und beschränken sich auf verbale Auseinandersetzungen. „Ey, gipp mal Flasche“ – „Nö, klau dir selber eine!“ – „Willse welche aufs Maul!“ – „Ey, Opfer!“

Wenn um sie herum die ersten anderen Aktivitäten stattfinden, frühe Sattelquatschen auf dem Weg in den Wald oder die ersten Kläfferschnepfen, wissen die jungen Krakeelchen, dass es Zeit wird, sich in die heimische Bruthöhle zurück zu ziehen und sich dort dem grusligen Alptraum aller Alkohol konsumierenden Pieper zu stellen – dem Kater. Zur Sommerferienzeit lassen sie es allerdings nicht soweit kommen – und führen sich rechtzeitig erneute Alkoholgetränke zu. Das ist ihre Saison.

Laien verwechseln die Krakeelchen gerne mit den Prosecco-Lerchen (Weibchen) oder den Blaukehlchen – aber die werden beim NDR in einer anderen Folge beschrieben.