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Deutsche Ikonen – Icons of Germany (4) Pünktlichkeit, Sauberkeit und Gehorsam

Das sind oder eher waren die drei Standard-Disziplinen für Deutsche. Wenn uns andere Länder immer noch für pünktlich, sauber und gehorsam halten, dann sind sie noch nie auf deutschen Autobahnen und den dazugehörigen Parkplätzen unterwegs gewesen – dort ist weder von Gehorsam noch von Sauberkeit noch eine Spur. Und pünktlich ist der Deutsche nur noch, wenn es was „günschdich“ gibt.

Der Deutsche hat die Pünktlichkeit spätestens mit der Ankunftvon Mobiltelefonen („Bin unterwegs“-Anrufe sind doch überrepräsentiert in Bussen und Bahnen) sausen lassen. Was soll ich mir Gedanken machen, einen Bus zu nehmen, der rechtzeitig da ist – ich muss doch schon im Job immer diszipliniert sein … Sowas habe ich von einer langzeitarbeitslosen ehemaligen Freundin auch schon selber gehört.

Sauber – das war auch nicht immer mit Deutschland verbunden – es gibt da ein herrliches Buch einer englischen Lady, die nie England verlassen hat, und über die Deutschen verbreitete, dass sie ja ganz in Ordnung wären, wären sie nur etwas sauberer. Diesen Zustand haben wir fast wieder erreicht. Nicht nur auf Schultoiletten und in WG-Küchen.

Gehorsam – ich rede nicht von dem Kadavergehorsam, der uns durch zwei Weltkriege trieb – aber wenn die Staatsgewalt etwas fordert, muss ich auch nicht JEDESMAL und aus Prinzip durch alle Instanzen klagen … Und ein paar Gesetze einzuhalten kann doch so schwer nicht sein: Radfahrer könnten bei Dunkelheit doch sicher die Beleuchtung anmachen, oder den Radweg benutzen statt des Bürgersteigs. Autofahrer könnten, statt auf Blitzer mit „Abzocke“-Geschrei zu reagieren, vielleicht mal die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit einhalten, Fußgänger könnten auch mal links und rechts gucken, ehe sie Fahrbahnen betreten … Die Spielregeln mögen uns nicht immer passen, aber manchmal muss man hinnehmen, was einem nicht passt. Das nennt man Zusammenleben, Kompromisse machen, Zuverlässigkeit zeigen … Gehorsam gegenüber den gemeinsamen Spielregeln, die ein Zusammenleben erst ermöglichen, nicht einzelnen Personen gegenüber. Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. (Ja, in Zeiten von Sadomasochismus ist diese Regel mit Vorsicht zu genießen …)

 

 

 

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