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Frühstück im Urlaub

Da ich gerade Urlaub habe hier mal ein paar Neidfotos von meinem fantastischen Ausblick, den ich mit dem scharfen Sixpack beim Frühstück genieße.

Und nun der scharfe Sixpack😍:

Also, was habt Ihr denn gedacht?

Das erste Foto ist übrigens das Juli-Kalenderblatt meines Japanische Gärten 2019 Kalenders. Der von 2020 ist schon zu haben, dann könnt Ihr das auch haben 😉

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Buch 17 im Jahr

Das Anschlussbuch zum vorherigen und Teil 2 der Reading Club Aufgabenstellung.

Primo Levi, Die Atempause.

Nach der Befreiung des Lagers kümmern sich zunächst die Russen um die übriggebliebenen Häftlinge, die wegen Krankheit zurückgelassen wurden. Schon im ersten Buch geformte Freundschaften erweisen sich hier als haltbar – oder brüchig. Von den Deutschen schreibt Levi wenig, denn er sieht nur wenige von ihnen und das erst am Ende seiner Odyssee.

Die Russen evakuieren die Leute nach Nationen getrennt, so dass Häftlinge, freiwillige Arbeiter, italienische Kriegsgefangene und Prostituierte alle zusammen gewürfelt werden. Die Tour führt über Weißrussland, Rumänien, Ungarn, einen kleinen Zipfel der Tschechoslowakei. Österreich, ein bißchen durch Deutschland schließlich nach Turin. Aber das Lager bleibt in ihm.

Primo Levi

Die Atempause

Buch 16 im Jahr 2019

Ist das ein Mensch? Von Primo Levi.

Ein Buch, das in sehr poetischer Sprache die Schrecken des Holocausts beschreibt. Primo Levi kam 1944 in das Arbeitslager in der Nähe von Auschwitz, wo die Zwangsarbeiter eine Kunst-Kautschuk-Fabrik errichten sollten. Primo Levi hat Chemie studiert und war u.a. auch deshalb für diese Pläne nützlich. Von den anderen 649 Leuten, die mit ihm dorthin deportiert wurden, starben 646, die meisten (Frauen und Kinder, Alte) wurden bereits bei der Ankunft gleich ins Vernichtungslager gebracht.

Levis Sprache wird von vielen als sachlich beschrieben, aber ich würde eher das Wort milde verwenden. Er hat sich sehr zurückhaltend zu den Schrecken geäußert.

Beeindruckend fand ich auch die Auszüge aus dem Brief an den deutschen Übersetzer, in denen er davon sprach, dass er die Deutschen nicht hasst – er verstehe sie nur nicht. Und er hoffte, mit diesem Buch eine Reaktion bei den Deutschen zu erreichen.

Ich habe von diesem Buch erst vor kurzem gehört, bei uns stand es nicht im Deutsch-Curriculum … Schade. Denn wir dürfen nicht vergessen, so etwas darf sich nicht wiederholen, diese Verpflichtung haben wir geerbt, auch wenn uns keine persönliche Schuld trifft als Nachgeborene.

Ich werde hier keine Kokosnüsse vergeben – es erscheint mir nicht angemessen.

Primo Levi

Ist das ein Mensch?

1961 erschien die Erstausgabe

 

 

 

Buch 15 in diesem Jahr

Eine weitere Novelle, die sich auf meinem Smartphone eingefunden hat: Der Bücherdrachen von Walter Moers. Frisch rausgekommen (am gleichen Tag wie October Man, aber ich kann nun mal nicht beide gleichzeitig lesen).

Ein Monolog in einem Monolog in einem Traum …

In einem Traum träumt Mythenmetz 1, dass er Besuch von einem Buchling bekommt, dem kleinen Buchling, der nach ihm benannt wurde und der sein Buch „Die Stadt der Träumenden Bücher“ auswendig gelernt hat. Dieser kleine Buchling erzählt ihm dann eine längere Geschichte, die Mythenmetz 1 zwar hin und wieder unterbricht, aber nachdem sich Mythenmetz 2 darüber beschwert hat, darf dieser seine Geschichte ungestört zu Ende erzählen:

Mythenmetz 2 kommt in die Schule. Dort lernt er „die Gang“ kennen, 6 Buchlinge, die ein paar Klassiker auswendig lernten und die in der Schule nicht besonders gut sind. Als im Unterricht über den Mythos vom Bücherdrachen gesprochen wird und Mythenmetz 2 in guter alter Neuschüler-Manier versucht, bei der Gang zu landen, stellen sie ihm die Aufgabe, den Bücherdrachen im Ormsumpf aufzusuchen und eine seiner Buch-Schuppen mitzubringen, dann könnte er ein Ormling wie sie werden.

Mythenmetz tut natürlich wie ihm geheißen, auch in guter alter Neuschüler-Manier. Und trifft tatsächlich auf das mythologische Bücher-Drachen-Tier. Der scheint sich zunächst an der Gesellschaft zu freuen und erzählt ihm seine Geschichte (der Monolog im Monolog im Traum). Leider, am Ende der Geschichte des Drachens, weiß der kleine Mythenmetz zu viel. Und nun muss er um sein Leben fürchten.

Wie sich die Gang dann doch noch bewährt und von Schulhofgroßmäulern zu wirklich brauchbaren Buchlingen wird – das müsst Ihr dann schon selbst lesen.

Walter Moers

Der Bücherdrache

167 Seiten (der Rest war eine 20 Seiten-Vorschau auf Die Insel der 1000 Leuchttürme.) Die Vorschau hab ich noch nicht gelesen.

Erschienen Juni 2019

War es gut? Ja, hat mir gefallen.

War es so gut wie Die Stadt der Träumenden Bücher?

Wie soll ich eine Novelle von 167 Seiten mit einem Werk von ca. 500 Seiten vergleichen? Äpfel und Birnen … Außerdem hat das erste Buch den Vorteil, das die ganze Welt, alle Charaktere und die ganze Welt neu war – das liest sich immer ganz anders, als wenn man in einem Nachfolgeband an diesen Ort zurück kehrt.

Gefallen hat es mir auf jeden Fall.

Daher von mir 5 Kokosnüsse für Der Bücherdrache.

Inflationsalarm

Heute wollte ich auf dem Nachhauseweg nur noch schnell ein bißchen Brot einkaufen.

Ich habe über 100 € gezahlt. Was war geschehen? Hyperinflation, die ich im Büro verschlafen hatte? Brot plötzlich mit Blattgold belegt?

Nee. Ich brauchte auch noch ein paar andere Sachen und musste ein paar Vorräte wieder ergänzen. Und dann war da noch Tchibo.

Ich bin jetzt in Besitz einer neuen, kleidsamen Schürze, die bei 60 Grad gewaschen werden kann, habe Muffin-Tortelett-Kombiförmchen und ein neues Kartenspiel in wasserdichter Schachtel.

Immer diese verdammte Inflation 😎

Buch 14 in 2019

Das letzte Buch für Juni (voraussichtlich jedenfalls) ist das ganz Neue von Stefan Nink. Mir bekannt durch die „Donnerstags im Fetten Hecht“-Reihe, in der schon viel um die Welt gereist wurde, hat Herr Nink dieses Mal einen Krimi mit einer Rundtour durch Irland verbunden und auch wieder Humor im Reisegepäck.

Über den Reiseteil weiß ich nur gutes zu berichten, über den Krimiteil muss ich leider schweigen, sonst könnte ich hier sagen, dass ziemlich klar war, wer der Täter war. Allenfalls das Motiv war nicht zu Anfang erkennbar. Ich kann das jetzt nicht weiter begründen, weil ich ja einen Krimi nicht spoilern will.

Kurz zur Geschichte:

Busfahrer Trellinger ist mit Stamm- und Neukunden auf einer Rundreise durch Irland. Zu den Kunden zählt auch seine Tante, bei der er aufgewachsen ist, die bei seiner Geburt schon 31 gewesen sein muss …

Eine Reiseleitung hat ihm der Chef zur Seite gestellt – eine junge Frau namens Mara.

Unter den Passagieren befinden sich außer der Tante auch andere buntschillernde Charaktere: Vier nicht mehr ganz rüstige, aber noch sehr unternehmungslustige Damen, deren Spitzname (für Trellinger, nicht für ihre Ohren) Mariacrönchen ist … Eine sehr fromme Dame, die sich vor allem für die religiösen Stätten interessiert. Ein Paar Hobbyfotografen. Ein sehr nerviger Besserwisser. Und noch ein paar weitere Leute, insgesamt 30.

Ein paar Sachen passen nicht zusammen. Z.B., dass der Busfahrer mit 49 Elvis Costello schon sehr ähnelt … dann muss er allerdings sehr alt aussehen, denn Costello ist 64.

Dass dieser schon alternde Busfahrer die junge Reiseleiterin (angeblich in den 20ern) abgreift. Ein Wunschtraum vieler alternder Männer, aber nur die Superreichen, die Superberühmten oder die Superschönen haben da eine Chance, sorry, meine Herren. So viele junge Damen mit Vaterkomplex gibt es dann auch nicht.

Und was den Krimi angeht – ich kenne mich nun nicht so aus mit dem Good Friday Agreement, kann mir aber nicht vorstellen, dass die Garda (die irische Polizei) in Nordirland Polizeibefugnisse hat. Oder dass die Polizei einen Bus mit Touristen einfach weiterfahren lässt, wenn sie den Verdacht hat, dass einer der Passagiere ein Mörder ist. Niemals. Er könnte ja entwischen!

Aber das sind Kleinigkeiten. Das Motiv ist nachvollziehbar (wenn es für mich auch kein Grund wäre, aber ich bin ja auch eher nicht kriminell), es ist spannend am Schluss (dass es nicht zum Schlimmsten kommt, ist allerdings ein wenig ein Wunder) – für den Krimiteil gebe ich daher nur 4 Kokosnüsse, für die Komödie eher 5 – und da ab 0,5 aufgerundet wird, bleibt es hier bei fünf Kokosnüssen. Mit Wohlwollen.

Treffinger und der Mörder aus der letzten Reihe

Stefan Nink

2019 (ja, brandneu)

398 Seiten.

Ich bin froh, dass Nink eingesehen hat, dass das Potential der „Fetten Hecht“-Gruppe ausgereizt war, mit Treffinger hat er einen guten Nachfolge-Charakter geschaffen. Und mit einem Busfahrer hat er auch eine gute Ausgangsbasis für weitere Reiseabenteuer.

Dreizehntes Buch Zweitausendneunzehn

Ich habe jetzt das zweite Buch von Alan Booth beendet. Ein trauriges Ende, denn er erwähnt darin schon, dass er Darmkrebs hat. Dieser hat ihn letztlich auch getötet.

In „Looking for the lost“ ist Alan Booth einem suizidalen Dichter aus dem 20. Jahrhundert, einem Samurai aus dem 19. und einer versprengten Fürstenfamilie aus dem 15. Jahrhundert auf der Spur.

Dabei stellt er immer wieder fest, dass die alten Wegmarken nicht mehr gelten, die Straßen zum Teil schon nicht mehr auffindbar sind und sich die Traditionen und Mythen geändert haben.

In diesem Buch ist viel Wehmut im Spiel – nicht nur beim Leser, der weiß, dass Booth kurz darauf verstirbt, sondern auch bei Booth, der den Untergang des traditionellen Japans beklagt. Ich denke, da ging es ihm, wie manchem Europäer, der lieber Miss Marples England erleben möchte als Brexit-Britannien. Doch weder das eine, alte Japan noch das andere, idyllische England ist noch Teil der Realität, das Leben ist Wandel.

Seine Betrachtungen der Japaner und ihrer Eigenheiten ist wieder menschlich mitfühlend. Und wieder wird Alan Booth von den Japanern, unter denen er ja immerhin 20 Jahre lebte, als Gaijin entweder nur widerwillig akzeptiert – oder als Kuriosität gefeiert.

Seiner Liebe zu Japan tat dies keinen Abbruch.

Wieder sehr lesenswert: Looking for the lost, Alan Booth, 1993, 386 Seiten

5 Kokosnüsse