Jetzt mal was Ernstes

Ich habe heute Nachrichten im Radio gehört. Eine 27jährige hat 5 ihrer 6 Kinder getötet, ist mit dem Ältesten, einem Sohn von 11, zum Hauptbahnhof Düsseldorf gefahren und hat sich dort auf die Gleise begeben.

Ich will die Frau nicht verurteilen. Sie hatte seit sie 16 war, ständig Windelkinder um sich. Die Kinder waren von anderthalb über 2, 3, 6 und 8 bis zum Ältesten, der eben 11 ist (er hat als einziges Kind überlebt). Sie war sicherlich total ausgebrannt.

Was mich beschäftigt: Das hätten wir sein können. Meine Schwester, mein Bruder und ich. Meine kleine Schwester war noch nicht ganz 11, als meine Mutter sich das Leben nahm, ich war 12, mein Bruder immerhin 17. Aber auch meine Mutter hätte einen erweiterten Suizid begehen können – (nach einem solchen sieht es jedenfalls derzeit bei der Tat in Solingen aus) – aber sie hat glücklicherweise uns nicht in ihren Tod eingeschlossen.

Daher hier ein Appell an alle Eltern, die sich mit Selbstmordgedanken tragen: Lasst Eure Kinder leben. Sie sind besser dran lebend ohne Euch als tot mit Euch! Noch besser wäre es natürlich, Ihr würdet zum Therapeuten gehen und Eure Depression behandeln lassen, denn am Besten sind sie dran mit Euch lebend. Aber auf keinen Fall tötet die Kinder!

Nächstes Jahr im Februar jährt sich der Todestag meiner Mutter zum 40. Mal. Ich weiß, wovon ich rede, wenn ich sage, ich bin froh, dass sie diesen Weg allein ging.

10 Antworten zu “Jetzt mal was Ernstes

  1. ja. stimme ich absolut zu…. (sie hat ueberlebt sagt google und der bub auch… )

  2. Oh. Bei uns war letztens eine Patientin die sich nach ihrer Diagnose mit der kleinen Tochter das Leben nahm. Das hat die ganze Belegschaft aufgewühlt, manch einer stellte sich die Frage ob er was falsch gemacht habe. Das schlimmste war , dass sie ihr Kind mitnahm. Für alle.

  3. Das ist ernst. Es tut mir sehr leid für Euch! Immerhin hat Eure Mutter verantwortungsbewusster gehandelt, als die erwähnte. Trotzdem heavy.

    • Ich lebe seit fast 40 Jahren damit. Es ist „schon fast nicht mehr wahr“. Und die Großeltern waren schon toll! Zumal, wenn man weiß, dass meine Oma gar nicht die Mutter meiner Mutter war. Sie war die zweite Frau meines Opas. Aber das kam nie zwischen uns!

  4. Sehr traurige Geschichte, der Hintergrund muss natürlich erst ermittelt werden.

  5. rottweilistueberall

    Tut mir so leid. Ich fange erst gerade an, Depression zu verstehen. Als Nicht-selbst – Betroffene. Furchtbar.

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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