Weihnachtsfeier ZweiPunktNeunzehn

Gestern tauchte ich, trotz Urlaubs, auf der Arbeit auf, weil wir da unser jährliches Schrottwichteln hatten. Jeder brachte ein weniger geliebtes Staubfängerchen, in Zeitungspapier verpackt, dann wurde gewürfelt:

bei einer 6 (und einer 1, wir hatten wenig Zeit, da wir noch weiter mussten) durfte man sich ein Geschenk nehmen – und als alle versorgt waren, wurde zunächst einmal ausgepackt und die „Schönheiten“ ins Auge gefasst. Dabei waren:

Weihnachtliche Dekofiguren, ca. 15 cm hoch und 20 breit, Kinder auf einem Schaukelreh und einem Schaukelpferd, ein Buch über Knigge in Behörden (wir sind eine), zwei Porzellan-Eier (ein Geschenk), vier Farbwechsel-LED-Glasfiguren im Svarovski-Style (Pinguin, Diamant etc), ein Stapel Videos Doktor Who (auf Englisch) mit einem Buch über Terrorismus, ein chinesisches Stäbchenorakel (das hatte bei mir Staub gefangen, ich hatte es drei- oder viermal benutzt und dann lag es nur noch rum), ein herbstliches Dekoarrangement mit Teelicht, eine Flasche Wein (traditionell hätte es eine Scheußlichkeit wie Amselfelder sein müssen, aber der Kollege kaufte einen spanischen, weil er keinen Tand mehr rumliegen hatte), ein Strickset für einen gestrickten Hund (liebevolles Schwiegermuttergeschenk an die eigene Tochter, die aber HÄKELN angefangen hatte) (jetzt fehlen mir noch zwei, aber das waren dann die weniger spektakulären) …

Jahrmarkt der Scheußlichkeiten …

Dann wurde weiter gewürfelt, bei einer 1 wurde an den linken Nachbarn weitergegeben, was vor einem stand und zwar von allen, bei einer drei durfte man mit dem rechten Nachbarn tauschen, bei einer sechs durfte man einen Wunschtauschpartner auswählen.

Eine Zeit wurde heimlich auf dem Handy eingestellt von einer Anwesenden (wir wollten ja noch weiter) und dann ging das Geschachere auch schon los. Die Dekoobjekte waren besonders unbeliebt, immer wieder dagegen rissen wir uns allerdings alle um den Knigge für Behörden und auch die Orakelstäbchen fanden ihre Fans (vor allem bei den weiblichen Kollegen).

Als die Zeit um war, hatten wir alle etwas vor uns stehen, oder liegen. Ich sah vor mir die Holzfiguren – die ich dann zur weihnachtlichen Dekoration dem Flur spendete … Die Dr Who DVDs hätte ich noch verwenden können – und natürlich hätte auch ich gerne den Knigge gehabt … Aber wartet, nächstes Jahr räche ich mich! Rache ist ein Gericht, dass man am Besten kalt genießt …

Dann brachen wir auf zu unserem nächsten Punkt – Neon-Mini-Golf mit 3-D-Effekten. Im Schwarzlicht gespielt. Lasst uns den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten, wie ich abgeschnitten habe. Immerhin hab ich nicht 126 Punkte gemacht, also, einige Male hab ich sogar geschafft, mit nur 2 Schlägen einzulochen. Es gab 18 indoor-Bahnen, auf jeder konnte man maximal 6 Schläge durchführen. Wenn der Ball dann nicht im Ziel war, wurde die 7 auf dem mitgeführten Zählinstrument gespeichert. Und ja, ich hab ein paar Mal die 7 erreicht. Meine Punktzahl war über 80, ich meine 88 oder so. Ja, ich war die Schlechteste. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, es hat mich immer wieder gewundert, dass ich manche Bahnen doch noch bewältigt habe. Nicht glorios, aber angekommen!

Anschließend bummelten wir bis zum Weihnachtsmarkt (also bis zum ersten Glühweinstand, wo unsere alkohol-konsumierenden Kollegen sich mit Glühwein aufwärmten) – und dann ging es ab 18 Uhr in eine deutsches Lokal in der Altstadt, Otts. Die einzige Servicekraft hatte mit einem vollen Lokal zu kämpfen, wir warteten eine Weile auf die Karte, wir warteten dann länger darauf, dass wir ein erstes Getränk zu uns nehmen konnten. Dass wir auf das Essen warteten, war in Ordnung, schließlich muss das Essen frisch zubereitet werden. Die Portionen waren gut, zwei Kollegen kämpften mit ihren Schweinshaxen, es gab reichlich Rotkohl für die Leute mit Rouladen und Gänsekeulen und Bratkartoffeln. Ich hatte um 10:30 bei mir zu Hause gegessen und hätte eigentlich mehr Hunger haben sollen, aber mein Appetit war gering, so dass ich mir den vegetarischen Burger bestellte. Gemüse, nicht unbedingt als Patty, mit einer hellen, kräuterhaltigen Sauce und statt Buns gab es zwei Puffer. Allein schon für die Kreativität gab es von mir daher 4 Kokosnüsse. Geschmacklich – vier Kokosnüsse. Optisch – nett dekoriert mit Erdbeere, aber nebendran ziemlich lieblos ein Salatblatt und eine halbe Cocktailtomate … wenigstens wurde der vegetarische Burger nicht in Jus ertränkt, wie die Rouladen oder die Gänsekeulen.

Der Kollege neben mir zur Linken hatte ein Dessert – das sehr lecker aussah, aber ich war wirklich satt. Schokoladenmousse-Pyramide mit Dreierlei-Sorbet.

Wenn es einem nichts ausmacht, dass man schon bei der Ankunft auf einem Schild mit einem „Hier sagt man gefälligst Bitte und Danke“ angeranzt wird … (also ganz so extrem war es nicht, aber nett klang es auch nicht gerade) … mit der Enge leben kann … damit zurecht kommt, dass man manchmal warten muss, bis man nachbestellen kann … dann ist das Otts nicht verkehrt. Ich würde aber, da es direkt beim Weihnachtsmarkt liegt, zumindest im Dezember unbedingt eine Tischreservierung empfehlen – einige Gäste mussten abgelehnt werden, weil es wirklich voll dort war.

So sehen bei uns „Christmasparties“ aus … Kein Saufen bis keiner mehr stehen kann, keine Knutschereien oder Quickies auf der Bürotoilette, keine Kopien des eigenen, unbekleideten Hinterns … Ganz lahm und brav … Aber trotzdem lustig. Sonst würde ich ja aus meinem Urlaub nicht extra dort rüberlaufen.

 

 

5 Antworten zu “Weihnachtsfeier ZweiPunktNeunzehn

  1. ich find die idee mit dem schrottwichteln absolut genial!!!! ich haette gerne die obligate alle jahre wieder tasse gefuellt mit ferrero und saudoofem spruch drauf an jemand anders weitergegeben….

  2. Was für eine interessante Art, eine Weihnachtsfeier im Büro zu beobachten! Früher mochte ich die in meinem Büro nicht, in dem wir Namen zeichnen und ein bestimmtes Dollarlimit für das Geschenk haben. Die Frauen bekamen nette Geschenke für einander – immer mehr als der vereinbarte Betrag – und die Männer meckerten darüber, dass sie für den gleichen Dollarbetrag nichts Nettes bekommen konnten. Ein Jahr gab ich dem Typen, dessen Namen ich trug, eine 5-Dollar-Rechnung. (Das war vor vielen, vielen Jahren, als das eine schöne Summe war!) Als ich sein Geschenk für mich öffnete, hatte er mir auch eine 5-Dollar-Rechnung gegeben. LOL!

    What an interesting way to observe an office Christmas party! I used to dislike the ones in my office, where we;’d draw names and have a given dollar limit of what the gift should be. The women would get nice gifts for each other – always more than the agreed upon amount – and the men would grouse about not being able to get anything nice for the same dollar amount. One year, I gave the guy whose name I drew a $5 bill. (This was many, many years ago when that was a nice sum!) When I opened his gift to me, he;’d given me a $5 bill, too. LOL!

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