Sei kein Arsch (1)

Gerade kam ich die Treppe an der U-Bahn hoch, da schloss der Fahrer meines Busses demonstrativ die Tür und fuhr ein paar Meter vor. Naja, dachte ich, vielleicht hat er ja schon Verspätung. Ich saß dann, nur unzureichend gegen die Kälte geschützt, auf der Metallbank der Haltestelle, und haderte mit meinem Schicksal. Ich hätte mich freuen sollen und getrost sein.

Es hätte ja schlimmer kommen können. Ihr ahnt es, auch ohne dass ich mich freute und getrost war, kam es schlimmer!

Eine Frau schaute nach, wo der nächste Bus blieb, und sie informierte mich, dass dieser eine Viertelstunde Verspätung habe. Das machte aus ca. 10 Minuten Wartezeit plötzlich 25. 😱 Es ist gerade kalt hier! 3 Grad!

Dem nicht warten wollenden Busfahrer sag ich: das nächste Mal wenn die dicke Frau die Stufen hochkeucht, wartest du gefälligst, sonst muss ich leider von deinem Verhalten (verhält sich wie ein Arsch) auf den Menschen schließen.

9 Antworten zu “Sei kein Arsch (1)

  1. Hattet ihr auch Klima-Demos? Die haben bei uns den ganzen Fahrplan durcheinandergewirbelt, aber ich hatte Glück und bin ganz gut durchgekommen.

  2. ich hoffe er liest das und versteht die lektion ;o)

  3. Ja, hatten wir. Aber ist das ein Grund, eine alte Frau in der Kälte stehen zu lassen?

  4. Keine Angst, das wird sich auch wieder ändern. Ich erinnere in meiner Jugend übervolle Busse in den Stoßzeiten. Die freundlichen Fahrer lösten das ganz pragmatisch. Es kam die Durchsage: „Alle die stehen, drehen sich in Fahrtrichtung“. Dann fuhr er ruckartig an und bremste heftig, schon passten wieder an die 10 Leute in den Bus. Das war kein Arsch!

  5. Warum sollte er? Man hätte ja stehenbleiben können, was aber nichts nutzte, wenn es der einzige Bus war und die Leute zum Job mussten.

  6. Aus der Sicht unserer durchorganisierten Überflussgesellschaft ist das sicher korrekt. Ich spreche aber in dem Beispiel von den 60ern und 70ern, da erwartete der Arbeitgeber, dass man gnadenlos zur rechten Zeit „stechen“ kam. Und wenn dann nur ein einziger Bus am Morgen fuhr, dann mussten schlichtweg alle rein. Individuelle Mobilität war nicht vergleichbar mit heute, aber die wird ja wieder zurückgeschraubt. Und wenn sich die Autogegner durchsetzen wird der Busfahrer dann wieder rufen: „Alle die stehen, drehen sich in Fahrtrichtung“ ….

  7. Pingback: Alle, die stehen, drehen sich in Fahrtrichtung … – Tagtägliches

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