Daggis Buchchallenge 2018 – Buch 11

Kabuki Dancer, von Sarako Ariyoshi, übersetzt von James R Brandon

Inhalt:

Eine junge Tempeltänzerin von einem kleinen Dorf in Japan macht sich mit anderen Mädchen und dem Priester auf, in einer der größeren Städte Geld durch die Darbietung religiöser und folkloristischer Gesänge und Tänze zu verdienen. Sie verlässt dabei ihren Verlobten und trifft auf diverse andere Männer, zuerst verliebt sie sich in einen ehemaligen Noh-Trommelspieler, der von seiner Truppe weggelaufen ist, um woanders besser voran zu kommen. Dabei verändert sich ihr Tanz und sie erfindet neue Formen.

Später tanzt sie zur Flöte eines Zuschauers, mit dem sie eine Liebesbeziehung eingeht.

Und zuletzt tanzt sie mit dem einzigen Mann, der sie immer geliebt hat, der aber mit einer anderen verheiratet war und bei dem SIE erst kurz vor seinem Tode gemerkt hat, dass er sie liebt.

Jedes Mal verändert sie ihren Stil, die Lieder, die Art des Tanzes und der Verkleidung.

Sie trifft später wieder auf ihren ehemaligen Verlobten, der sie zurück will. Er ist aus dem Dorf geflohen und will mit ihr ein neues Leben in der Stadt anfangen, aber sie weist ihn ab. Daraus entsteht bei ihm ein unbändiger Hass. Er nimmt eine Stelle in einem Freudenhaus an und überredet den Besitzer, die Huren ebenfalls in Theatern tanzen zu lassen, um Kunden in den Rotlichtbezirk zu locken.

Eine jüngere Frau spannt der Heldin dann den Trommler aus und sorgt auch künstlerisch für Ärger. Letztlich sorgen die Jüngere und der Trommler dafür, dass die Truppe der Heldin ihr Theater verliert und sie sich woanders beschäftigen müssen. Aber auch das hat wieder Einfluss auf die Spielweise und der Ruf des Theaters wird immer bekannter.

Letztlich verliert die Heldin den Showdown mit dem Ex, kehrt zurück in die Heimat, wo sich die Truppe auflöst und nur sie und die Witwe des einzigen Mannes, der die Heldin wirklich geliebt hat, treten noch ein letztes Mal auf, womit sie für das Dorf einen segensreichen Wandel herbeiführen.

Stil:

Die Übersetzung (Japanisch-Englisch) war unelegant. So fügte noch kurz vor Schluss der Übersetzer ein:

„Densuke’s powerful gestures were the start of aragoto, the „rough“ acting style for which Kabuki would later become famous.“

Ich kann nicht glauben, dass die Autorin hier die vierte Wand durchbrach – ich denke eher, dass hier der amerikanische Übersetzer seinen amerikanischen Lesern Kabuki-Theater erklären wollte.

Am Anfang war es noch viel präsenter, da geschichtliche Ereignisse (wir befinden uns hier zu Beginn der Edo-Zeit mit den Shogun-Herrschern) eine erhebliche Rolle spielen und der Übersetzer sich verpflichtet fühlte, hier japanischen Geschichtsunterricht nachzuholen. Da mein Japanisch nicht existent ist, kann ich das Original nicht zur Prüfung heran ziehen, aber die Autorin wird ihren Lesern nicht erklären müssen, dass Kabuki-Theater für sein rauhes Spiel bekannt ist oder dass es Herrscher gab, die die Freiheit der Bevölkerung, herum zu ziehen und was anderes zu machen, abschafften.

Alles in allem handelt es sich bei der Heldin um die historische Figur Okuni aus Izumo, aber naturgemäß kann eine Autorin des 20. Jahrhunderts das Leben einer Frau aus dem 16. Jahrhundert nicht originalgetreu nacherzählen sondern muss zu künstlerischen Freiheiten greifen.

Fand ich es interessant? Ja. Weil die europäische Oper auch aus Singspielen zu Ehren Gottes hervorgegangen ist und weil Kabuki doch so unendlich anders ist als man es von hier kennt. Hatte das Buch Mängel – die Geschichte an sich war historisch vorgegeben, aber wie gesagt, die Übersetzung hat manchmal dafür gesorgt, dass nicht so das rechte Roman-Feeling aufkam.

Hat es mich unterhalten? Ja, klar.

Ich gebe daher 4 Kokosnüsse.

Erfüllte Aufgabe: 47 – Ein Buch, das in Asien spielt

 

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