Monatsarchiv: April 2018

Heute in den Nachrichten

Auf der Tagesschauseite von heute wurde gemeldet, dass das Handwerk eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes fordere, in dem ein Achstundentag festgeschrieben sei.

Das lese ich mit Erstaunen. Denn mein Dienstherr verlangt von mir als Beamter dass ich jeden Tag 8 Stunden 12 „in der Bütt“ stehe. Die Wochenarbeitszeit ist für Bundesbeamte auf 41 Stunden per Gesetz festgelegt. Unsere Arbeitszeit ist flexibel, ich kann also an manchen Tagen deutlich weniger, an anderen deutlich mehr arbeiten – die Grenzen sind:

Mindestens 11 Stunden zwischen Arbeitsende des einen Tages und Beginn des neuen – sowie maximal 13 Stunden an einem Tag auf der Arbeit anwesend, davon ist eine Pause von 45 Minuten abzuziehen – ich kann also längstens 12:15 Arbeitszeit an einem Tag erbringen.

Was der Staat für seine eigenen Staatsdiener für gut und richtig hält (und ich beschwere mich nicht, klar würde ich auch lieber nur 40 Stunden Arbeitszeit in der Woche leisten müssen, aber ich habe mich inzwischen mit 41 Stunden arrangiert) – kann er das dem Handwerk vorenthalten? Das Handwerk muss dann allerdings auch der Mindestpause zwischen den Arbeitsleistungen zustimmen – denn ein Beschäftigter braucht Ruhezeiten. Schlafen, Hygiene, Einkäufe und Essen – da sind 11 Stunden schnell rum mit!

Und – das Handwerk darf dann nicht noch zusätzlich fordern, dass der Arbeitnehmer auch nach Arbeitsende noch unendlich erreichbar ist.

Beides geht nicht. Entweder – kein 8-Stunden-Tag – dann ist aber auch gut mit dem Verlassen der Arbeitsstätte. Oder – 8-Stunden-Tag – und ebenfalls geregeltem Sonder-Arbeitseinsatz (klar braucht ein Klempner Leute in Rufbereitschaft …)

Deutsche Arbeitnehmer sind einsichtig, der Arbeitgeber muss auch sein Geschäft am Laufen halten können. Aber der Mensch ist keine Maschine, er braucht Ruhezeiten, er braucht ungestörte Familienzeiten, schließlich will der Arbeitgeber in nächster Generation sozial kompetente Arbeitnehmer, er braucht Zeit, den Nicht-Arbeitsalltag zu absolvieren.

Außerdem – die Wahrheit ist doch – die meisten Handwerksbetriebe haben ihre Arbeitnehmer schon lange nicht mehr im reinen 8-Stunden-Modus. Da wird die Saison ausgenutzt und zu anderen Zeiten abgefeiert. Weil es sinnvoll ist.

Werbeanzeigen