Monatsarchiv: Juli 2017

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (28) – Fahrräder

Ich habe zu Fahrradfahrern nichts zu sagen – einige meiner besten Freunde sind Radfahrer …  Neee – ehrlich – und die fahren ja auch meist vorschriftsmäßig.

Aber ..

als ich heute vom Supermarkt kam, kam hinter mir eine blonde junge Frau auf ihrem Fahrrad denselben Weg, auf dem Bürgersteig – anstatt die vorgesehene Fahrradspur auf der Straße, schön in Rot angezeichnet, zu nutzen.  Dass an dieser Stelle der Bürgersteig nicht mehr für Fahrradfahrer freigegeben ist, hat sie ignoriert. Und in DIESE Richtung eh nicht. Und ca. zwei Minuten später fuhr ein junger Mann zwar brav über die Fahrradspur – und in die Querstraße an meinem Haus lang, alles legal – doch nur bis zur Baustelle – dort gab es ein blaues Schild mit einem weißen Pfeil nach rechts. Er fuhr geradeaus auf dem Bürgersteig lang. Ich war vielleicht fünf Minuten auf der Straße. Bei der Rate könnte die Polizei hier ihre Pensionskasse aufbessern …

 

 

Werbeanzeigen

5 Jahre

Kaum zu glauben, aber dieses / diesen Blog gibt es schon seit FÜNF Jahren!

Ich möchte mich hiermit klassischerweise bei Euch, die Ihr so eifrig lest, bedanken. Immerhin ist dieser Blog (ich bin mehr ein Verfechter von Der Blog) keinem strukturierten Thema gewidmet, es gibt hier alles quer durch den (Herrenhäuser) Garten, Hannover ist meist nur der Ort, an dem die Schreibende wohnt und ob man mein Essen als abenteuerlich ansieht (also, das Urteil der Gesundheitsstudie dazu steht noch aus) ist Geschmackssache.

Ich selber habe auch einige Dinge gelernt beim Schreiben dieses Blogs:

Ich hasse es, etwas tun zu MÜSSEN – und ich bin dann nicht so kreativ wie ich gerne wäre.

Ich kann inzwischen längerdauernde Sachen unterbrechen, ohne dass ich mir wie ein Verlierer vorkomme – ich kann sie so dann wieder aufnehmen.

Ich kann nicht verlässlich jeden Tag eine Glosse schreiben. (Hiermit verabschiede ich mich von meinen Plänen, meine Pension derartig aufzustocken.)

Ich kann damit leben, wenn nicht alle meiner Meinung sind, auch wenn sie natürlich falsch liegen 😛 Ich kann auch damit leben, dass ich manchmal falsch liege (s. dazu Geschichte der obszönen Finger-Geste aus GB). Ja, das musste ich erst lernen.

Ich kann auch mal „s Maul halten“ – wenn ich mich auf Blogs anderer bewege.  Es fällt mir schwer.

Fotos werden in der heutigen Zeit der Bildbearbeitung einfach überschätzt. Doch, doch … Sie sind heute mehr Kunstwerke als Nachweise.

Und Bloggen macht Spaß – sowohl das Schreiben, wenn ich nicht MUSS – als auch das Lesen.

Und wem hier das Lesen nicht Spaß macht – nun, man kann hier kommentieren – und man kann auch einfach nicht lesen. Das ist etwas, das ich auch gelernt habe. Ich MUSS NICHT jeden Blogeintrag selbst von „befreundeten“ Bloggern lesen. Live and let live.

Es gibt aber bei aller Toleranz immer noch Sachen, die ich zum Kotzen finden:

Wenn sich Leute über meine Sprache auf meinem Blog aufregen. Keiner wird gezwungen hier mitzulesen. Ich verwende Flüche sparsam, aber ein „Scheiß-“ oder „Scheiße“ lasse ich mir nicht verbieten. Ich benutze dieses Wort nicht als Zeichensetzung. Genauso wie „verdammt“. Ich finde auch nicht, dass Kinder, die bereits lesen können und diesen Blog gefunden haben und ihn dann auch noch wider Erwarten attraktiv finden, davon in ihrer seelischen Gesundheit erschüttert werden. Mit 5 oder 6 haben sie schon weitaus härtere Vokabeln gehört und ich finde sowieso, da man sie nicht den Rest ihres Lebens davon abschotten kann, sollten sie beizeiten lernen, wie man ein Schimpfwort richtig verwendet.

Wenn sich Leute heraus nehmen, mir zu sagen, was ich zu fühlen habe.

Wenn sich Leute anmaßen, mich als Person in- und auswendig zu kennen, und sich dann das Recht heraus nehmen, mir zu sagen, was ich tun müsste,  nur weil sie ausgewählte Schnipsel meiner Existenz im Internet lesen können. Meine echten Freunde sind nach fast 30 Jahren noch manchmal von mir überrascht.

Meine Gedanken, Worte und Werke entscheide immer noch selber. Dafür muss schließlich auch ich allein gerade stehen.

Was ich besorgten Eltern allerdings zusichern kann – ich veröffentliche hier nichts Pornographisches (dann schließt WordPress den Blog), und nichts Volksverhetzendes (das liegt mir nicht) und an meiner Xenophobie arbeite ich noch. (Ich behaupte mal, jeder von uns ist zumindest irritiert, wenn er Unbekanntem begegnet). Aber da dürft Ihr mich gern mal in den Kommentaren darauf hinweisen, dass ich da gewisse Grenzen überschreite.

Auf weitere fünf Jahre, wenn es Euch gefällt – ansonsten gehe ich jetzt meine wild gewordene Katze bespaßen …

NAKO Hannover

Vor einigen Wochen bin ich angeschrieben worden, dass mein Einwohnermeldeamt (alte Petze!) mich als Teilnehmerin für die NAKO vorgeschlagen hat.

NAKO? HÄ?

NAKO? Wasndas?

Die NAKO Gesundheitsstudie – ehemals Nationale Kohorte (NAKO) – ist Deutschlands größte Kohortenstudie, bei der 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren zu ihren Lebensumständen und ihrer Krankheitsgeschichte befragt und medizinisch untersucht werden.

Also, da ich 48 bin falle ich die nächsten 20 Jahre noch in die Studien-Demographie. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ich solange noch lebe …

Und auch wenn ich mir zuerst gedacht habe, na, mit deinem Fettgehalt und der Perimenopause wirst du bestimmt nicht dem Durchschnitt der Bevölkerung entsprechen – aber man braucht ja auch Extreme. Zur Vorbereitung wurde mir dann ein großer Umschlag zugesandt (mit Stuhlproben-Set) – mein Termin bestätigt und die Reichweite der Studie dargelegt. Außerdem musste ich ein paar Daten mitbringen (Adressen seit 2000 und Arbeitgeberadresse).

Heute also war der Tag der Tage, ich hatte einen Termin kurz vor Mittag und fand mich in der Hannoverschen Dependance ein.

Zunächst einmal gab ich das Set ab – und meine Impfausweise (ich habe einen älteren und einen aktuellen, aber nur im älteren ist z.B. aufgezeigt, dass ich trotz meines Alters nicht mehr gegen Pocken geimpft wurde. (Offiziell endete die Impfpflicht gegen Pocken erst 1976).

Dann kam ein längeres Interview zu Vorerkrankungen. Die junge Frau konnte gar nicht glauben, dass ich erst einmal eine Vollnarkose und noch keine echte OP hinter mich gebracht habe.

Anschließend hat sie meinen Blutdruck gemessen – natürlich waren wieder keine passende Armmanschetten vorhanden. Immerhin hat sie das ERSTE MAL in meinem Leben den Armumfang gemessen! Wir nahmen dann eine Manschette, die bis 42 cm vorgesehen ist (ich habe 46). Daraufhin waren die Werte natürlich höher als meine sonst beim Arzt gemessenen Werte (die er immer mit einer Handgelenk-Manschette misst). Aber trotz Aufregung war bei der zweiten Messung der Wert akzeptabel (wenn man die zu kleine Manschette abzieht) – also nicht vom Kardiologenstandpunkt – aber Kardiologen möchten sowieso, dass man semi-komatös durchs Leben schreitet – nicht meine Aussage, die meines Haus-Arztes.

Im Labor wurde dann Blut abgenommen (deutlich weniger als bei einer Blutspende) und eine Speichelprobe erbeten (ein geschmackloser Kaugummi wurde eine Minute gekaut und der produzierte Speichel in einen Becher gespuckt). Auch die Nasenflora wurde mit zwei leicht angefeuchteten Wattestäbchen eingesammelt. Und dann ging es auf die Toilette, denn natürlich wollten sie auch eine Urinprobe.

Dass sie keine Haar-Analyse durchführen wollten, war schon fast bemerkenswert.

Die nächsten Untersuchungen waren peinlich – Gewicht, Größe (hallo, ich bin jetzt anderthalb Zentimeter kleiner), BMI … Körperfett-Anteil, Taillen-Umfang (also, was man so Taille nennt), Dann wurde noch versucht, herauszufinden, ob meine Venen irgendwo verstopft sind – ich sag jetzt mal, ich bin über 20 Jahre übergewichtig, ich habe sowohl Vater wie Mutter mit Bindegewebsschwäche – und ja, man sieht Krampfadern an meinen eher noch strammen Waden (die sind jetzt nicht soo huckelig wie bei anderen ).  Dazu gab es wieder Manschettenprobleme. Aber das wurde dann gelöst. Und mein Zahnstatus wurde erfasst – außer den Weisheitszähnen fehlen noch zwei weitere bleibende Zähne, das eine war ein Wachstumsfehler – da wollten zwei Zähne in denselben Zwischenraum, das andere war meine Brücke.

Obwohl ich ein schlechtes Gebiss habe – Mutters Erbe – (viele Füllungen) habe ich doch noch weitestgehend meine eigenen Zähne, wenn auch vielfach überkront.

Und dann kamen wir zum Gedächtnis- und Konzentrationstest. Vor dem hatte ich mich gefürchtet. Der Vater hatte kurz vor seinem Tod Demenz, Doch Mutters Seite hatte da weniger zu Befürchtungen Anlass gegeben. UND – ich hatte die Nacht wegen der Wärme und der Aufregung schlecht geschlafen … bis Dreiviertel Eins konnte ich gar nicht schlafen – und dann bin ich immer wieder aufgewacht.

Also hatte ich wirklich keine große Hoffnung, da einigermaßen durchschnittlich abzuschließen.

ABER – Ihr seid ja schlau und kennt die Kniffe eines Erzählers inzwischen – ich habe da falsch gefürchet.

Zunächst kam ein Worttest – Zwölf Worte wurden einmal vorgesagt und ich sollte dann innerhalb einer bestimmten Zeit diese Worte wiederholen. 9 von 12 schaffte ich.

Dann wurde nochmal wiederholt – 11 von 12. Nicht übel.

Anschließend kam ein Test, bei dem ich Zahlenkolonnen rückwärts wiederholen musste. Die Kolonnen wurden immer länger … mit zweistellig begann es: 3 – 7 – ich musste dann 7 – 3 sagen … Nur beim letzten, 8stellig, hatte ich einen Zahlendreher.

Und anschließend kam ein Konzentrationstest, schon öfter im Internet gesehen:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-46-2012/erst-gurgeln-dann-konzentrieren

Hier ist der Test mal dargestellt, er war so ähnlich. Erst wurden Farbblöcke gezeigt, die man benenen sollte, das WAR EINFACH – dann wurde es wie oben beschrieben gemacht – die Farben wurden als Worte geschrieben, aber nicht in der Farbe, die das Wort darstellte.

Ich war beim zweiten Teil nur 7 Sekunden langsamer – DAS war gut.

Und dann … musste ich die 12 Wörter nochmal wiederholen. Ohne Gedächtnisstütze durch den Computer. 11 von 12 – ich habe gar kein so schlechtes Gedächtnis.

Der Trick, den ich anwandte – ich versuchte Verbindungen zwischen einzelnen Worten zu finden … Wird auch immer wieder empfohlen, sowas. Eine Art Eselsbrücke.

Meine Worte waren:

Butter, Arm, Strand, Brief, Königin, Hütte, Gras, Karte, Latte, Teller, Vogel, Motor.

Puh – und ich befürchtete schon einen frühen Anflug von Demenz, DAS kann ich wohl beruhigt ad acta legen. Nach etwa sechs Stunden Schlaf (und unruhigem noch dazu), und mitten in meinem Nachmittagstief war das echt keine üble Leistung!

Anschließend wurde noch mal meine Kraft in den Händen gemessen, auch da nicht schlecht, links und rechts begann ich mit 35,8, links erreichte ich das auch beim zweiten Durchlauf fast, während ich rechts nachließ (29 komme irgendwas) und beim dritten Durchgang steigerte ich mich links sogar noch auf 37,2 – rechts erreichte ich da etwas über 33.

Alles in allem keine schlechten Ergebnisse für jemanden, der nicht sportlich ist, der viel zu viel wiegt und der genetisch bei vielen Dingen vorbelastet ist.

Die eigentliche Auswertung – auch von Stuhlprobe und Blut-, Urin- und Speicheltest bekomme ich noch.

Zeitaufwand:  4 Stunden.

Und ’nen Unkosten-Zehner gab es auch noch obendrauf. Aber dass ich es nicht deswegen machte, kann man sich ja denken – ich habe schließlich nicht mal das mir angebotene Brötchen genommen, obwohl ich gegen halb 8 gefrühstückt hatte …

Nur die Flasche Wasser gleich am Anfang nahm ich, auch wegen der Blut- und Urinprobe … Immer besser, dann mit Flüssigkeit versorgt zu sein.

So, nun wisst Ihr also, warum der Deutsche an und für sich demnächst als „fettleibig“ eingestuft wird … ich bin Schuld. Ich habe den Schnitt nach oben geschoben. Und ich habe die Kraft dazu 😛

Die junge Frau war übrigens zu niedlich – sie meinte, sie hätte ja auch andere „moppelige“ Probanden schon gehabt. Moppelig – wie reizend .. ich bezeichne mich ehrlicherweise als fett. Das konnte sie natürlich nicht so ausdrücken.

 

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (27) – Bogen

Zum Thema Bogen kann ich natürlich diverse Tür- und Torbögen zeigen – aber die kennt Ihr schon. Einen Flitzebogen habe ich nicht zu bieten, ich habe das nie gekonnt. Und auch keinen Geigenbogen, weil ich ziemlich unmusikalisch bin.

Daher stelle ich Euch heute meine Lieblings-Obszöne Geste vor. Nicht den Stinkefinger, sondern die englische Variante.

Die hat Ähnlichkeit mit dem Victory-Zeichen – zwei gespreizte Finger (Zeige- und Mittelfinger) – allerdings ist für das Victory-Zeichen erforderlich, dass der Handrücken zum Zeiger zeigt. Andersrum nämlich ist es die besagte Obszöne Geste.

Wieso die Engländer da wieder ihren Sonderweg fahren? Das hat historische Gründe:

Im hundertjährigen Krieg bekämpften sich Franzosen und – nein, nicht die Deutschen, sondern die Briten. Und diese verwendeten Langbogen, eine äußerst effektive Fernwaffe – sehr zum Leidwesen der Franzosen. Die schnitten daher jedem englischen Bogenschützen die entsprechenden Finger ab, mit denen die Sehne gespannt wurde.

Wenn es nun zur Schlacht kam, zeigten die Bogenschützen dem Feind, was sie von ihm hielten, in dem sie ihm ihre Finger präsentierten, eine Geste, die zuerst nur hieß: „Ich hab meine noch“ – aber sehr schnell sehr viel rüder zu lesen war – eine Art „Fuck You!“

So trugen also die BOGENschützen dazu bei, dass die Briten mal wieder eine Extrawurst bri(e)ten … Und da Hannover mit seinem Königshaus ja Verbindungen nach Großbritannien hat (ja, der Pipi- und Prügelprinz ist immer noch in der englischen Thronfolge vertreten, wenn auch sehr weit hinten), war das mal wieder ein Beitrag zum Thema Hannover.

Na, wie hab ich DEN Bogen gespannt? Überspannt? Verspannt? Spannend …

Daggis Buch-Challenge 2017 Der Turm der Welt

Ein historischer Thriller, der am Anfang ein wenig schwer in Schwung kommt, seine Hauptfiguren ein wenig zu gemächlich einführt (das hätte man kürzen können) und dabei zunächst auf Sex sells setzt – aber später dies wieder gut macht.

Ausgangssituation: die letzten Tage der Ausstellung 1889 in Paris. Zwei Agenten des französischen Geheimdienstes werden ermordet, eine größere Bedrohung deutet sich an.

Die Parteien: Engländer (der Sohn des Thronfolgers mit Gefolge), Deutsche (u.a. ein junger Hauptmann, der nichts über seine Eltern weiß und als Ziehsohn eines preußischen Adligen aufgewachsen ist) und natürlich Franzosen (die Ermittler des Geheimdienstes, der für die Sicherheit verantwortliche Politiker, eine bekannte Kurtisane, eine Hotelchefin und eine Vicomtesse mit Tochter, sowie eine zunächst unbekannte Partei)

Die Deutschen und Franzosen waren geplante Teilnehmer, die Engländer werden mehr durch „scheinbare“ Zufälle in diese Sache verwickelt.

Letztlich geht es um den Kampf zweier Erfinder, gut (zivile Nutzung) gegen böse (Kriegsnutzen).

Und für ein paar weitere Jahre siegt natürlich das Gute – da der erste Weltkrieg erst 1914 ausbrach, war dieses Ende ja wohl klar und kein Spoiler.

Die letzte Hälfte ließ sich wirklich gut lesen, aber der Anlauf, den Benjamin Monferat genommen hat für seine Geschichte, war mir persönlich eine Spur zu lang, da hätte Kürzen das Gebot des Lektors sein müssen.

Und als erstes hätte ich die Sexszene von Albertine de Roquefort mit ihrem Pferdeknecht gekürzt, genauso wie die längere Badeszene vorher, bei der ihre 15jährige Tochter und deren 16jährige Kusine eben diesen Pferdeknecht beobachteten. Ein Handlungsstrang, der keinen Nutzen brachte – denn dass Luis nicht dem männlichen Geschlecht zugeneigt war, hätte auch anders gezeigt werden können. Sexszenen müssen sich bei mir immer gut rechtfertigen.

Wegen der Längen im ersten Teil vergebe ich auch nur 4 von 5 Kokosnüssen.

Titel: Der Turm der Welt

Autor: Benjamin Monferat

Verlag: Rowohlt

Erscheinungsjahr: 2016

Seiten: 693

Thema, das damit erfüllt wurde: Ein Buch, mit einem Gebäude oder Bauwerk im Titel oder auf dem Cover (hier beides – zu sehen ist der Eiffelturm). Nummer 12

Vegetarische gefüllte Zucchini

Ich habe letztes Wochenende einen größenre, runden, gelben Zucchino geschenkt bekommen. Und ich hatte schon seit Sonntag vor, diesen zu füllen.

Das geschah heute. Also als erstes einmal habe ich den Zucchino „geköpft“ – also einen Deckel abgeschnitten, dann das Gemüse ausgekratzt – Kerne und das sie umgebende Faserzeugs raus (wie bei einem Kürbis). In der Zwischenzeit taute mein tiefgefrorener Blattspinat im Wasserbad. Dann habe ich ein paar kleine Restkartöffelchen in kleine Würfel geschnitten (ja, geschält) – und diese weich gekocht. Und noch eine kleine Zwiebel gewürfelt und gedünstet.

Das habe ich dann mit einer Packung zerkrümeltem Feta und einem Esslöffel 8-Kräuter alles vermengt (den abgetropften Spinat, die abgegossenen Kartoffeln, die angedünsteten Zwiebeln) – ordentlich gesalzen und mit einer Pikanten Mischung aus der Mühle (drei Sorten Pfeffer: schwarz, weiß und rot, dazu Pimentkörner) ordentlich gewürzt, und alles in den gelben Ball gefüllt. Deckel drauf, in die kleine Auflaufform und in den kalten Ofen, 180 ° – ich hab 40 Minuten gegeben – und das Zucchinifleisch war weich, aber nicht matschig weich.

Mir hat es geschmeckt.

Ja, ist nicht vegan, aber eindeutig vegetarisch.

 

Daggis Buch-Challenge das nächste Buch

Ich habe eine große Ausnahme gemacht und mal ein elektronisches Buch gelesen – in diesem Fall Persuasion – Jane Austens Überredung.

Kurz zum Inhalt: die 27-jährige Anne Elliot, die vor 8 Jahren eine Verlobung mit einem jungen Marineoffizier wieder gelöst hat, weil ihre „ältere Freundin“ und ihre Familie gegen die Verbindung waren, trifft diesen jungen Offizier wieder. Inzwischen hat Mr Wentworth ein eigenes Schiff erhalten, Beute gemacht und ist daher recht wohlhabend, was man von Annes eitlem Vater nicht mehr so wirklich behaupten kann. Dass dieser ein Baronet ist hindert ihn nicht, Schulden zu machen, so dass er letztlich das Haus vermieten muss – an einen Admiral, der der Schwager von Captain Wentworth ist.

Anne hat noch zwei Schwestern, die jüngste der drei ist verheiratet, mit einem Mann, der zuerst um Annes Hand angehalten hatte, den sie aber nicht genommen hat. Mary ist nicht wirklich glücklich – ihre Kinder sind ihr eine Last und sie hat ständig den Eindruck, dass sie zu kurz kommt und ihr alle nicht die Butter auf dem Brot gönnen.

Die älteste Schwester, Miss Elliot, teilt des Vaters Standesdünkel und ist, solange der Vater nicht erneut verheiratet ist, die Frau des Hauses. Eine Position, die sie weidlich ausnutzt.

Anne wird von ihrer Familie ausgenutzt – die jüngere Schwester sieht in ihr eine Möglichkeit, die eigenen Kinder in Obhut zu geben, damit sie ausgehen kann, egal ob die Kinder krank sind oder nicht. Dann ist da noch die ältere Freundin, die sie als eine willkommene Gesellschafterin auf ihrem Landsitz benutzt, für die sie nicht aufzukommen braucht, wenn sie anderswo ist.

In die Familie eingeschlichen hat sich eine Mrs. Clay, die hofft, die nächste Ehefrau des Vaters zu werden, in dem sie die Freundschaft der ältesten Tochter sucht.

Die Familie zieht, erstmal ohne Anne, nach Bath, nachdem sie das Haus für ihre Mieter frei macht. Anne verweilt kurz bei ihrer „Freundin“ – ehe sie ihre Schwester besucht (nur ein paar Meilen entfernt), deren Schwiegerfamilie ein wenig Abwechslung in den Alltag bringt.

Mary geht einem nach zwei Seiten auf den Keks. Spätestens.

Captain Wentworth besucht seine Schwester, die jetzt im ehemaligen Zuhause von Anne Residenz genommen hat und da es nicht weit ist, besuchen die Musgroves (die Schwiegerfamilie von Annes Schwester Mary) dort den Admiral und seinen Frau und den Schwager, woraus sich Gegeneinladungen ergeben, so dass Captain Wentworth und die Musgroves gut bekannt werden. Die Musgroves haben zwei Töchter, beide im heiratsfähigen Alter, von der Älteren wird erwartet, dass sie einen Cousin (im geistlichen Stand) heiratet, die Jüngere ist ungebunden.

Beide Mädels bewerben sich um den stattlichen Offizier, bei einem gemeinsamen längeren Ausflug, an dem auch die Schwestern Mary und Anne teilnehmen, wird eine der beiden Musgrove-Schwestern schwer verletzt, woran sich Captain Wentworth die Schuld gibt. Die dort ansässigen Kameraden von Captain Wentworth, von denen einer mit Anne geflirtet hat, bemühen sich um Hilfe (der ältere der beiden ist verheiratet, bei ihm und seiner Frau wird die junge Miss Musgrove erstmal geparkt) – und letztlich verlieben sich der jüngere Kamerad von Wentworth und die jüngere Miss Musgrove. Die ältere wird auch nicht Mrs. Wentworth, sondern heiratet dann doch den Cousin.

Anne reist danach mit ihrer mütterlichen Freundin nach Bath, wo sie den immer noch eitlen Vater antrifft, die ebenso eingebildete Schwester und deren verwitwete Freundin – die die Absichten darauf noch immer nicht aufgegeben hat, die Freundin als Hausherrin abzulösen.

Der Vater hat in Bath eine über ihm stehende Verwandte ausgemacht, in deren Kreise er sich jetzt sonnt. Da kommt sein Erbe angefahren, mit dem er vor Jahren einen unerquicklichen Streit hatte. Da dieser Erbe nun selber zu Geld gekommen ist, fehlt ihm doch die Aussicht, den Titel zu bekommen, so freundet er sich mit dem Titelträger wieder an. Außerdem beginnt er sich für Anne zu interessieren. Anne allerdings erwidert dieses Interesse nicht, zumal inzwischen Admiral Croft mit seiner Frau auch nach Bath gereist sind und in kurzer Zeit auch Captain Wentworth dort auftaucht.

Captain Wentworth entwickelt eine gewisse Eifersucht auf den Erben – nicht wegen des Titels – sondern weil er immer noch Gefühle für Anne hegt. Die jüngere Miss Musgrove hat ihm nicht das Herz gebrochen. Er stellte allerdings mit Schrecken fest, dass es andersrum der Fall zu sein schien und war dann erleichtert, dass das Mädchen sich seinem Kameraden zuwandte.

Captain Wentworth und Anne finden natürlich zueinander. Wie könnte es anders sein?

Ein Frauenroman – Nr. 16 der Buchchallenge – aber nicht, weil es hier um Liebespaare geht. Sondern weil hier die historische Stellung von Frauen mit ihren starken Beschränkungen gezeigt wird. Man gestand den Mädels nicht mal zu, selber den Mann zu wählen …

Allerdings wissen wir aus dem Leben von Jane Austen, dass auch Herren nicht immer frei wählen konnten: Ihre erste Jugendliebe wurde von ihr fern gehalten, als heraus kam, dass die zwei zarte Gefühle füreinander empfanden. Miss Jane war nicht wohlhabend, ihre Familie hatte keinen Einfluss – für einen jüngeren Sohn war das keine passende Partie.

Doch nicht nur, dass die Familie darüber entschied, wer wen heiraten durfte. Die unverheiratete Frau konnte auch nicht selber entscheiden, wo sie lebte – sie wurde da eingesetzt, wo sie von ihrer Familie als nützlich erachtet wurde. Ohne Dank, ohne Anerkennung.

Das sieht man sehr hübsch an Marys Verhalten ihrer älteren Schwester gegenüber.

Die Stellung der Frau heutzutage ist da doch viel komfortabler. Freizügiger. Unabhängiger. Daher ist dies ein Frauenroman.

Natürlich hat Persuasion Fünf von Fünf Kokosnüsse von mir bekommen.

Persuasion, Jane Austen, Erscheinungsjahr 1818. Von mir gelesen in der online-Ausgabe auf JaneAusten.org