Buch-Challenge – Tilly, die Katze, die niemand haben wollte

Da ich am Montag meinen Kater einschläfern lassen musste, war dieses Buch keine leichte Wahl, aber ich hoffte, dass Tilly das Ende des Buches lebend erreicht … Auch so kamen mir an einer Stelle die Tränen *seufz*

In diesem Buch beschreibt Celia Haddon, wie sie eine „half-feral cat“ – also eine, die nicht ordentlich an menschliche Nähe gewöhnt ist, erst zur Pflege aufnimmt, um ihr dann ein Forever-Home zu geben. Ich glaube, wir übersetzen das einfach als Zuhause …

Celia Haddon nahm 2010 eine Katze von der Tierschutzorganisation auf, um sie an menschliche Nähe zu gewohnen. Der Original-Titel lautet: Tilly, the ugliest cat in the shelter. Und ist eine Lüge (Kein Wunder, sie schreibt für den Daily Telegraph … Eine Boulevardzeitung ist für ihren Wahrheitsgehalt nicht gerade berühmt. Hier von Lügenpresse zu sprechen, halte ich trotzdem für infam!).

Eine wahre Geschichte, in der Ms. Haddon ein paar Namen geändert hat, um diese Personen zu anonymisieren.

Im Buch befinden sich ein paar Photos am Ende, die die Süße zeigen – und auf jedem dieser Photos sieht man eine dark tortoise (oder Dunkle Schildpatt), mit Birma-Fell (längeres Fell, muss regelmäßig gebürstet werden, aber keine Perserkatze). ICH find sie nicht nur niedlich, sie sieht auch meiner Kessy sehr ähnlich. Und über die höre ich andauernd, wie schön sie doch sei!

Aber jetzt zum Buch:

Tillys Vermittlungschancen stehen schlecht, sie verkriecht sich vor Menschen in ihr Körbchen beim Tierschutz und nur die Pflegerin darf sie hin und wieder mal über den Rücken streicheln. (Kommt mir irgendwie bekannt vor!)

Celia Haddon hat zu der Zeit aber noch eine andere Baustelle: Ihr Ehemann, Mitte 80, ist schwer krank und zu der Zeit (2010) im Krankenhaus. Auch wenn er heraus kommt, wird er zunächst eine Zeit in einem Krankenpflegebett verbringen. Sie zeigt ihrem Mann Photos von der Katze und Ronnie findet sie zu hässlich, um sie aufzunehmen. (Was mich sehr schockiert hat! Es ist nicht die Aufgabe einer Katze, das Haus zu dekorieren, sie tut das nebenbei … )

Tilly wird in ein Gästezimmer verbracht, wo sie über einen Tag lang nicht unterm Bett hervorkommt und in der Zeit weder frisst, noch das Klo benutzt. Das tut sie dann am zweiten Tag. (Auch das kommt mir wieder vertraut vor – dieses Mal nicht von Kessy, sondern von meinem gerade verstorbenen Kater, der auch einen Tag unterm Regalbrett hockte und der Kleinen, mit der ich ihn aufnahm, das Feld überließ. Mit dem Resultat, dass sie ihm nicht den Wassernapf gönnte, als er doch rauskam.)

Tilly erobert nach und nach das Haus und Celia Haddon beschreibt, welche Methoden sie angewendet hat, um aus der scheuen, panischen Katze mit den Jahren eine Schmuse- und Sofa-Katze zu machen.

Und, ich hatte richtig vermutet – Ms. Haddons Katze lebte am Ende des Buches noch.

Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass es sich um die Bemühungen einer wohlmeinenden Katzenbesitzerin handelt, die, ähnlich wie Mutter von Emma McCune, meint, die rührende Geschichte unbedingt selber erzählen zu müssen. Aber wo Margaret McCune kläglich als Autorin versagte (tut mir leid, aber ich habe schon bessere Schulaufsätze geschrieben … geschweige denn gelesen – als „Nefertiti – Tochter der Sonne“), merkt man bei Ms. Haddon, dass sie eine Geschichte aufzubauen weiß, dass Sprache ihr Handwerkszeug ist, dass sie schreiben kann.

Sie erzählt auch von zahlreichen anderen Katzentieren, die sie hatte oder zur Pflege aufgenommen hat (bei einem von diesen kam die Stelle, wo sich meine Augen füllten) und bis auf die Falsch-Aussage, dass Tilly eine hässliche Katze sei, habe ich nichts an diesem Buch auszusetzen.

Fünf Kokosnüsse von fünf – auch deshalb, weil sie dazu auffordert, sich eine Katze nicht nach der Fellfarbe auszusuchen, sondern doch bitte schön nach dem Temperament des Tieres.

Celia Haddon, Tilly Die Katze, die niemand haben wollte, Weltbild-Verlag 2014, 205 Seiten

Kategorie: 5 in Daggis Buch-Challenge, ein Buch, das mich zum Grinsen gebracht hat – denn die ganzen Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Katzen haben mich öfter grinsen lassen.

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9 Antworten zu “Buch-Challenge – Tilly, die Katze, die niemand haben wollte

  1. Eine wunderschöne Geschicte und ich bin froh, dass du es gelesen hast., weils ich auch Probleme habe solche Bücher zu lesen, und muss mit nasse Augen kampfen. Alle Katze haben Ihrer eigene Persönlichkeit aber Menschen auch natürlich und ein Tortoiseshell gemusterte Katze finde ich besonders schön.

  2. wir haben das buch meiner tante 2015 zu weihnachten geschenkt…. wir dachten das passt gut weil ihr Kater Morris auch ein „halbwilder ist“… da wussten wir nicht, dass es Morris letztes Weihnachten ist…auch ein Opfer von twothousand-shit-teen :o(

  3. Es freut mich, dass das Buch Dich ein wenig zum Lächeln bringen konnte 🙂

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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