Monatsarchiv: Februar 2017

Man kann nicht … (5)

Als erstes möchte ich mich bei allen denen entschuldigen, die im Klinikalltag stehen oder standen und es besser wissen als ich, wie es dort wirklich zugeht … Ich bin für Kritik empfänglich, es ist wirklich einfach Nichtwissen, immerhin ist dies die erste Version der Geschichte, noch völlig ungetrübt von irgendwelchen Recherchen.

So, erstes Edit – man sagt nicht mehr Schwester und benutzt auch nicht mehr nur den Vornamen.

Oberschwester gibt es dann wohl auch nicht mehr. Man lebt und lernt. Ich bin nicht so oft im Krankenhaus und habe mich da nicht auf dem Laufenden gehalten. Und als ich doch mal rein musste, war ich so durch den Wind, dass ich das nicht mitbekommen habe.

Mitarbeiterin des Monats

Diesen Monat würde IHR Foto dort hängen. Sie hatte Extra-Schichten geschoben, wann immer es möglich war. Diesen Monat würde Sonja Franz die Mitarbeiterin des Monats sein! Sonst gab es keine Gerechtigkeit mehr!

Sie ging zur Kaffeemaschine. Wieder kein Kaffee in der Kanne! Sie holte Wasser, öffnete die Maschine und sah noch trockene Kaffeepulver – und den vollen Wassertank. Sonja goss das frische Wasser aus und stellte die Kanne wieder auf die Platte. Schalter leuchtete – die Maschine war also angestellt – und Strom war auch da!

„Sonja, gute Seele, ein Kaffee wäre genau das Richtige zum Beginn der Nachtschicht, bevor die freitägliche Hölle über uns herein bricht!“ Stefan vom Rettungswagenteam der nahe gelegenen Feuerwache schaute rein. Er musste wohl schon eine erste Fahrt gehabt haben. Auch ihre Schicht hatte ja schon vor einiger Zeit begonnen, mit der Übergabe von der Spätschicht. Aber jetzt war gerade mal etwas Ruhe eingekehrt, die meisten Patienten schliefen.

„Maschine scheint kaputt zu sein!“

„Was? Ausgerechnet um zweiundzwanzig Uhr?“ Die Vorgesetzte, Frau Bauer, war auch auf einen Kaffee in den Aufenthaltsraum gekommen. Oder sie wollte kontrollieren, was Sonja und Stefan allein im Aufenthaltsraum machten.

„Na, dann eben ohne Kaffee. Das wird eine lange, LAAAANGE Nacht!!“ Sonja seufzte, „bestimmt klingelt gleich wieder Opa Häusler und will irgendwas, wobei ich mich über ihn beugen muss!“

„Bestimmt nicht,“ Gundis Bauer schüttelte den Kopf. „Nicht aufgepasst bei der Übergabe? Herr Häusler ist heute in ein Pflegeheim verlegt worden. Man hatte endlich einen Platz für ihn. Er hat zwar rumgezetert und wollte partout nicht, aber hier blockierte er nun mal ein Bett – er ist ein Pflegefall, kein Akutpatient.“

Sonja wollte gerade antworten, dass sie einen Teil der Besprechung versäumt hatte, weil jemand nach Hilfe geklingelt hatte, als der Alarm los ging. „Station 3 bis 7 bitte zur Verstärkung in die Notaufnahme!“ Oh weh, Massenschlägerei oder Brand in einer Location? Wenn von den Stationen Pflegekräfte abgezogen wurden, war in der Notaufnahme wirklich Tohuwabohu. Dann blieb auf den Stationen nur noch eine Kraft zurück – Intensiv und Geburtshilfe ausgenommen. Der Rest strömte die Flure und Treppen entlang, denn die Fahrstühle wurden jetzt für Betten gebraucht.

Sie eilten mit dem Sani nach unten.

„Unfall, Straßenbahn und Reisebus sind kollidiert. Kinder, auf dem Rückweg vom Schullandheim. Die Eltern sitzen auch schon alle hier!“ Die Kollegin von der Notaufnahme wies sie kurz ein und die nächsten zwei, drei Stunden vermisste Sonja auch keinen Kaffee. Sie verbrachte die Zeit damit, Kinder zu verbinden, hysterische Eltern zu beruhigen, Straßenbahnpassagiere zum Röntgen zu schieben und den völlig verstörten Busfahrer abzuschirmen, der die Straßenbahn wohl übersehen hatte und den einige der Eltern schon lynchen wollten.

Als endlich wieder Ruhe einkehrte, die Kinder zu einem großen Teil in die Betten gesteckt waren („wir behalten sie nur zur Sicherheit eine Nacht hier“) und die Eltern nach Hause geschickt wurden („Sie können hier doch nichts machen, gehen Sie jetzt heim, morgen werden die allermeisten von Ihnen ihr Kind mit nach Hause nehmen können“), verlangte Dr. Müritz einen Kaffee von Sonja.

„Ist ja eine Schande, dass Sie da nicht von selbst drauf kommen, in einer solchen Nacht!“

„Die Kaffeemaschine ist defekt!“

„Da ist aber doch noch ein Heißgetränkeautomat im Erdgeschoss!“

„Den haben die Eltern der verunglückten Kinder schon geleert.“

„Wenn wir nicht so voll wären mit dem Unfall, würde ich sie ja jetzt bitten, Coffee to go zu holen, aber so …“

Dr. Müritz sah mürrisch drein. Kein Kaffee in der Nachtschicht war ja auch eine echte Krisensituation. Doch bevor sie sich alle in kollektives Selbstmitleid versenken konnten, klingelte es schon wieder los. Die Notaufnahme hatte ein paar Schlägereien, und die versorgten Patienten mussten nun auf die Stationen verteilt werden. Angesäuselt, blutend, zu viel Testosteron im Blut – jede Pflegekraft hier liebte diese Patienten. Und auf den Zimmern war kein Platz mehr, so dass sie die Kerle in den Flur stellen und ständig dran vorbei gehen mussten. Hoffentlich hat irgendjemand diese Notaufnahme bei der Rettungsleitstelle abgemeldet. Mehr war wirklich nicht drin!

Draußen in der Novembernacht fiel seit einer guten Stunde Schneeregen. Die Böden waren gefroren. Sonja wusste, das war noch nicht das Ende gewesen.

Stefan kam an – mit einem gebrochenen Bein. „Wie ist denn das passiert, Stefan?“

„Ich war kurz bei dem  kleinen Laden, der bis Mitternacht auf hat und alles mögliche verkauft, als wir von einer Tour zurück kamen – ich wollte Euch eine neue Kaffeemaschine kaufen, weil Ihr alle hier sonst ohne Kaffee aufgeschmissen wart. Und es war ja keine Extratour, lag ja am Weg. Dann fing der Regen an, als ich im Laden war und ich kam mit der Maschine raus, nichts ahnend, auf dem Weg zum RW ist es dann passiert. Jochen hat sich erstmal kaputt gelacht, bis ihm klar wurde, dass ich mehr als nur einen blauen Hintern hatte.“

„Ist die Maschine heile geblieben?“ Dr. Müritz hatte seine Prioritäten.

„Ich schätze schon, sie ist ja weich gefallen und war noch original verpackt!“

„Dann, Frau Franz, holen sie das gute Stück mal her und machen uns erstmal allen einen ordentlichen Kaffee – also, allen außer Ihnen, junger Mann, SIE bekommen eine 1 A-Dosis Schmerzmittel von mir und können danach tief und traumlos schlafen!“

Sonja holte die Maschine vom Rettungswagen ab. „Tja, Jochen, musst wohl irgendwoher Ersatz nehmen. Hoffentlich bekommt Stefan keinen Ärger … Müritz ist jedenfalls heilfroh, dass wir eine neue Kaffeequelle haben!“

Jochen grinste schief.

Sonja wusch erstmal Kanne und Filter aus, ließ einmal Wasser so durchlaufen und befüllte dann die Maschine. Der vertraute Geruch von frisch gebrühtem Kaffee. Dr. Müritz kam an:

„Da haben wir ja unsere brandneue Mitarbeiterin des Monats: Melitta, die Eifrige!“

Erst war Sonja ein wenig verdutzt, aber dann ergab sie sich lachend mit einem großen Pott Kaffee ausgestattet in ihr Schicksal. Gegen eine Maschine hatte sie einfach keine Chance – die leistete schließlich drei Schichten am Stück, jeden Tag!

Daggis Book-Challenge 2017 – Kinderbuch

Heute wollte ich was Schnelles, weil ich beim eigentlich gerade aktuellen Buch nicht so recht voran komme, daher habe ich mal eben schnell das Extra für diese Challenge gekaufte Kinderbuch gelesen.

Ich wollte schon immer mal Beatrix Potter lesen, schließlich habe ich soviel von ihr gehört – und dann fand ich einen Sammelband:

Beatrix Potter – Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden

268 Seiten voller lustiger kleiner Geschichten, manche fast ein wenig märchenhaft, andere eindeutig in der belehrenden Tradition der klassischen Fabeln geschrieben (besagter Peter Hase gehorcht nicht den Anordnungen seiner Mutter und gerät in Lebensgefahr, verliert seine Kleidung, wird krank und darf keine Himbeeren essen sondern muss Kamillentee trinken).

Am Besten gefiel mir wohl fast die Geschichte von dem kleinen Schwein Robinson, der von einem fiesen Schiffskoch auf ein Schiff gelockt wird, also geshanghait wird – und dort gemästet wird, um beim Geburtstag des Kapitäns der Ehrengast auf der Tafel zu werden … Es ist auch die längste Geschichte. Eine Version der klassischen Heinzelmännchen (bei Beatrix Potter sind es Mäuse) ist auch zu finden. Eine schöne Version! Das Buch enthält außer den Kindergeschichten (alle um 1900 geschrieben) auch noch die supersüßen Zeichnungen, oft in Farbe, aber es sind auch einige Schwarz-Weiß-Skizzen darunter.

In ihren Geschichten vermengt Miss Potter munter Tier- und Menschenwelt. So ist einer der Händler, zu denen das kleine Schwein Robinson geschickt wird, der einzige, der keine Wurstprodukte anbietet, nach Meinung einer Tante von Robinson sehr angenehm, wäre es doch unangenehm, „an einen Schinken zu stoßen, der von einem Cousin zweiten Grades stammt“. Schinken und Fleisch wird aber bei aller Tierliebe auch hier gegessen. Ein Frosch nimmt ein Schmetterlingssandwich zu sich, ein Hund verspeist eine eigentlich von ihm nicht gewünschte Mauspastete und dergleichen mehr.

Was ich im Übrigen sehr schön fand, dass sie Akteure aus einigen Geschichten wieder aufgreift.

Ich fand es sehr angenehm zu lesen, kann mich jetzt allerdings nicht in die Schneeflöckchen von heute hinein versetzen, denen ja oft unterstellt wird, dass sie mit Tod und natürlichem Verhalten von Carnivoren nicht umgehen könnten. Ich kann daher nicht sagen, ob es sich heute noch für Kinder wirklich eignet – ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen – man liest ein solches Buch ja vor und ist dabei, um Fragen zu beantworten. Vielleicht würde ich es nicht gerade erst zum Schlafengehen vorlesen.

Meine Bewertung: 4 Kokosnüsse von 5 – die eine Abzug, weil mich die ersten Geschichten im Ton nicht mitgerissen haben.

Beatrix Potter

Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden

Verlag: Anaconda

Erscheinungsjahr 2015

Seiten: 268

Aufgabe, die ich erfüllt habe: 14 – ein Kinder- oder Jugendbuch

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (5) – Stein

Mal wieder ein Heimspiel für mich. Gleich in der Nachbarschaft (in der Wedemark) wohnt einer der bekanntesten Cartoonisten Deutschlands – ULI STEIN!

Jeder kennt seine rattenfrechen Mäuse, seine anzüglichen Katzen, seine tollpatschigen Pinguine, seine fast menschlichen Schweine und seine schweinegeilen Hunde  und eigentlich sollte auch jeder den jährlichen Adventskalender kennen! Auf derselben Seite zu finden, aber natürlich erst zur Adventszeit.

Geboren wurde Uli Stein in Hannover, zum Studium zog es ihn dann nach Berlin, er hat auch eine Weile als (Foto-)Journalist gearbeitet, u.a. in Saarbrücken, ein „rolling stone“ also. Aber seit fast 40 Jahren ist er vor allem Cartoonist.

Letztes Jahr ist Uli Stein am 1. Weihnachtsfeiertag 70 geworden. Wenigstens ETWAS, das nicht ganz schlecht war in 2016.

Es gibt natürlich im Netz noch weitere lustige Steine (Bacons Bashful, der derzeit zur Gast ist auf dem Blog Easyweimaraner). Aber DIESER hier ist aus Hannover.

Und nun habe ich zur Abwechslung auch mal wieder ein Foto für Euch, einen Kühlschrankmagneten von Uli-Stein, den ich mal geschenkt bekam:

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Und nun die Werbung

Heute Morgen in der U-Bahnstation.

Liebe Edeka … die Sache muss ich Euch wohl nochmal erklären:

Biologieunterricht - geschlafen

Die Beeren, die hier heimisch sind, halten keinen Winterschlaf, die sind noch nicht gezeugt. Ihr wisst schon, die Sache mit den Bienchen und den Blümchen. Was hier Winterschlaf hält, sind die Elternpflanzen. Denen die Bienchen dann bei der Bestäubung helfen und so dafür sorgen, das im Früh-Sommer die Beeren wachsen. Aber JETZT gibt es noch keine Beeren hier! Nur Beerensträucher.

Ich weiß nicht, wer bei Euch im Biologie-Unterricht geschlafen hat, Biologie wird für eine normale Kaufmannslehre ja auch total unterschätzt …

Aber es ist schon so – Beeren gibt es noch keine. Die sind momentan noch nicht mal ein Winken im Auge ihrer Eltern – denn die Eltern haben keine Augen. Es sind ja schließlich keine Kartoffeln …

Liebe Grüße

Fran

 

Zeit-Party-Hühnchen

Also, letztens stieß ich in der online-Ausgabe der Zeit auf ein interessantes Rezept: was daran ein Party-Hühnchen sein soll, weiß ich nicht, bei diesen Mengenangaben gehe ich von zwei Personen aus.

Ich habe das erste Mal einen Granatapfel selbst „geschlachtet“ – so sah jedenfalls hinterher meine Küche aus. Das Essen war schmackhaft, aber nicht ganz meins. Ich mag mein Fleisch nicht süß – die zwei EL Honig in der Soße waren eindeutig zu viel Süße! Aber ich hatte das schon mal, nicht mit einem libanesischen Rezept sondern mit einem Marokkanischen. Damals sah das Rezept mehrere 100 Gramm Puderzucker vor. Ja, kein Druckfehler, mehrere HUNDERT Gramm!

Dagegen waren heute die 2 EL Honig ja Kinderk… Trotzdem – Fleisch und süß gehört für mich nicht wirklich zusammen. Ein paar Früchte lasse ich mir gefallen (so mit Trockenpflaumen oder mit Äpfeln) – aber wenn Honig, dann bitte in Kombination mit Senf (und nicht soviel Honig) und Zucker eher nicht so.

Ansonsten war die Soße natürlich durch den je 1 TL Zimt, Piment und Muskat gut gewürzt, schmeckte exotisch, das ist ja nicht verkehrt – wenn nicht das Süße gewesen wäre, wäre ich glücklich gewesen. Doch immerhin habe ich wieder was Neues ausprobiert und auch etwas Neues getan, nämlich einen Granatapfel zerpflückt. Ich bin gespannt, wann meine Hände wieder ihre normale Farbe haben.

Samstag esse ich die zweite Person, für morgen habe ich mir Schinkenpfannkuchen mit Spinat vorgenommen.