Monatsarchiv: Februar 2017

Man kann nicht 52mal … (6)

Die Zeitung

Nur noch zwei Monate, dann hatte er das Geld für den Rest der Anzahlung und die Fahrkarte zusammen. Dann würde er dies alles hinter sich lassen. Brad zog den Handwagen voller Zeitungen hinter sich her. Nur noch 50 Tage.

Er legte die Zeitung auf die Veranda der Thorntons, dabei las er die Schlagzeile:

„Schwindler aufgeflogen“ – Die Leute waren ja so leichtgläubig und so leicht von ihrem Geld zu trennen.

Als er die Zeitung in den Briefkasten bei den Goodmans schob, las er die zweite Zeile der Überschrift. „Tausende arme Schlucker um den letzten Penny gebracht“.

Bestimmt wieder so eine angeblich „risikoarme Anlage“ mit „gigantischer Rendite“. Die Leute meinte immer, sie bekämen alles für nichts.

Ihm würde so etwas nicht passieren. Er investierte nicht in irgendwelche Geldgeschäfte, er wusste, er würde hart arbeiten müssen. Aber er hatte Talent. Sein Agent hatte ihm das sogar in einer E-Mail geschrieben. Er würde seinen Weg machen.

Die Investition in das Demo-Tape würde sich bezahlt machen. 1700 Dollar hatte er schon angezahlt. Er legte die Zeitung der Browns  in deren Zeitungskasten.

„LA“, „talentlose Jugendliche aus der Provinz“, „Myers, Miers and Meyer“ – stach ihm in die Augen. Er war alarmiert. Die Firma seines Agenten war das doch.

Nun las er den Artikel.

„Ein großer Schwindel wurde in Los Angeles aufgedeckt, der die Träume zahlreicher talentloser Jugendlicher aus der Provinz ausbeutete. Mr. DeSantos, der als angeblicher Mr Myers von Myers, Miers and Meyer auftrat, hatte einigen Tausend Jugendlichen jeweils mehrere Hundert Dollar Anzahlung abgenommen. Der Schwindel flog auf, als der Vater eines der Jugendlichen von der Bank angesprochen wurde. Bis dahin hatte Jason Z. schon 1500 Dollar an DeSantos überwiesen. Damit war er einer der schwerer Geschädigten. Die Polizei versucht noch, die anderen Opfer zu ermitteln. DeSantos hat das Geld sämtlich in seinen luxuriösen Lebenswandel gesteckt – für seine Opfer wird es schwer sein, es zurück zu bekommen.“

NEIN! NEIN! OH NEIN!

 

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Punkt, Punkt, Punkt – (6)- Großstadt

Huch, schon wieder Sonntag? Was ist denn heute das Thema? Großstadt? GROSSSTADT???!!! Wo soll ich denn das in Hannover finden???

Ich meine, wir sind doch so klein und provinziell.

Wir haben nur so ein paar kleine Theater (Schauspielhaus mit zwei Bühnen, Opernhaus, Ballhof – wo schon früher gern gespielt wurde, wenn auch eher sowas wie Federball,Theater am Aegi ist eh ein reiner Tournee-Theaterspielort, also sowas wie die örtliche Stadthalle nur ohne Politik zwischendrin, es sei denn hier gastiert mal Kabarett, einige Vereine, die sich aufs Theaterspielen fixiert haben – hier sieht man schon wie kleinstädtisch Hannover eigentlich ist, weil wir dann in die Stadtteile gehen, einige Gaststätten, die Kultur als Abendunterhaltung ihrer Gäste begreifen –  Theater als Variante zum Barpianisten, nur mit weniger Getuschel, ein bißchen wie der Irish Folk Singer im Irish Pub).

Wir haben tatsächlich noch Wochenmärkte (und gleich fünf Bauernmärkte, zwei davon zentral, einer zweimal), wir haben auch noch bäuerliche Anwesen (z.B. im Zoo, hust).

Wir haben einen Flughafen, der eigentlich zur Weltstadt Langenhagen gehört (Der Verein Klangbüchse in Hannover-Langenhagen veranstaltet seit 1980 das größte Kleinkunst-Festival Norddeutschlands, und es ist auch nicht Hannover-Langenhagen, sondern Langenhagen bei Hannover, Langenhagen legt Wert darauf, NICHT eingemeindet worden zu sein.)

Und „unser“ Messegelände liegt auch eigentlich in Laatzen. Allerdings wurde der Teil Laatzens Hannover-Mittelfeld zugeschlagen.

  • 1974: Neben zahlreichen Ortschaften wird auch das Messegelände nach Hannover eingemeindet und gehört von nun an nicht mehr zu der Stadt Laatzen, sondern der Landeshauptstadt Hannover.

(Und auch wenn immer wieder von Hannover-Laatzen geschrieben wird, oder von Hannover-Garbsen – DAS SIND ALLES EIGENSTÄNDIGE STÄDTE!)

Wir haben einen einigermaßen funktionierenden Personennahverkehr  und zwar schon seit 1852- das könnte man vielleicht als großstädtisch durchgehen lassen, zumal es zumindest am Wochenende so etwas wie Nachtsternverkehr gibt, so dass man zentral umsteigen kann und die Bahnen in der zentralen Station Kröpcke einen wirklich umsteigefreundlichen Aufenthalt haben.

Wir haben eine Uni, und eine Medizinische Hochschule, und eine Musikhochschule, und eine Fachhochschule – aber klar, wir haben auch eine Volkshochschule mit Yoga für Frauen am späten Vormittag.

Wir haben auch ein paar Zementbausünden – was sicher auch nicht gerade Dorfcharakter hat.

Wir haben eine zweitklassige Fußballmannschaft. Allerdings scheinen in letzter Zeit ja vor allem Dorfvereine erstklassig zu werden (Hoffenheim, hust). Immerhin kommt der Rekordtorschütze der zweiten Liga aus Hannover

Rekordtorschütze Deutschland Dieter Schatzschneider(153)

Wir erlauben uns den Luxus eines Stadtwalds, zentrumsnah (über die Eilenriede habe ich schon geschrieben). Natürlich kommen wir so über 500.000 Einwohner – oh, es zählen nur Menschen? Naja, die auch …

Denn was uns wohl wirklich zur Großstadt macht, ist die Bevölkerung. Hannover hat die Großstadtmarke das erste Mal 1875 geknackt – zur selben Zeit wie Frankfurt am Main und Bremen.

Heute zählt Hannover mit 532.163 Einwohnern (Ende 2015) zu den 15 größten Städten Deutschlands. Wir sind nicht in den Top 10, wie Ihr Euch bei so einer Formulierung schon denken könnt, sondern Platz 13 – mit den Bevölkerungszahlen von Ende 2015. Die von 2016 liegen noch nicht vor, nehme ich an.

Hannover hat eine Fläche von 204,15 km². Das ist ca. Zwei Drittel der Fläche von Münster oder Bielefeld, aber wir haben round about 200.000 Einwohner mehr als jede dieser beiden Großstädte. Ungefähr eine Bevölkerungsdichte wie Köln. Etwas MEHR Einwohner pro km² als Hamburg (ja, sollte man nicht meinen).

Und trotzdem sind die Mehrheit unserer Häuser hier eben keine Betonburgen (Ihme-Zentrum und noch ein paar Ausnahmen gibt es, aber es sind wenige, und einige wurden auch zurück gebaut), sondern die vierstöckigen Häuser, die Haus an Haus schon gezeigt hat. Übrigens – auch London hat nicht unbedingt die Hochhäuser Manhattans zu bieten – mit einigen wenigen Ausnahmen auch dort. Allerdings ist London natürlich VIEL RIESIGER als Hannover – nicht nur von der Einwohnerzahl.

Und so lebe ich denn in einer Großstadt mit Kleinstadtcharakter. Das ist OK … fühlt sich niedlich an, ist aber viel komplexer als man so meint.

 

Himmel un Ääd

Ich habe es schon ewig ausprobieren wollen, ein klassisches In-Der-Woche-Gericht (oder Midweek-Dinner, wie Nigel Slater im Guardian schreibt), Himmel un Ääd – die Mischung aus Kartoffelpüree und Apfelkompott – mit gebratener Blutwurst.

Die klassischerweise dafür benutzte Blutwurst war hier nicht zu bekommen. Also nahm ich eine Zungen-Rotwurst. Ich bin extra an die Bedientheke gegangen (und es war erstaunlich viel los für einen Dienstag Abend!) und habe dort von der Fachverkäuferin eine kompetente Beratung erhalten. Sie riet mir von der vorhandenen geräucherten Blutwurst ab, da diese bereits von sich aus sehr hart sei und wenn ich sie noch braten wolle, dann würde sie noch zäher. Also Zungen-Rotwurst. Eine fingerdicke Scheibe (sehr große Wurst!).

Dazu klassischer Kartoffelbrei (meine Kartoffeln waren eh nicht mehr schön und mussten langsam weg. Und eigentlich kocht man seinen Apfelkompott selber. Ich habe sogar Boskop bekommen. Aber es gibt auch Apfelkompott (nicht nur MUS) aus dem Glas – und so sparte ich mir das Äpfelschälen und den weiteren Topf und griff zum Glas. Geschummelt.

Bewertung: 4 von 5 Kokosnüssen

Warum keine 5? Black pudding – wie man im Englischen die gebratene Blutwurst nennt – und ich werden in diesem Leben wohl keine echten Freunde mehr. Immerhin habe ich die Wurst so scharf angebraten, dass sie eine hübsche Kruste hatte. 4 Kokosnüsse sind daher völlig gerechtfertigt. Himmel und Ääd – wenn es mal schnell gehen muss, es eh kalt draußen ist, und man auf etwas Herzhaftes kann.

Vegetarisch geht natürlich auch – man lässt einfach die Blutwurst weg – kann als Beilage auch gebratenen Fisch servieren – oder Spiegeleier.

Man kann nicht … (5)

Als erstes möchte ich mich bei allen denen entschuldigen, die im Klinikalltag stehen oder standen und es besser wissen als ich, wie es dort wirklich zugeht … Ich bin für Kritik empfänglich, es ist wirklich einfach Nichtwissen, immerhin ist dies die erste Version der Geschichte, noch völlig ungetrübt von irgendwelchen Recherchen.

So, erstes Edit – man sagt nicht mehr Schwester und benutzt auch nicht mehr nur den Vornamen.

Oberschwester gibt es dann wohl auch nicht mehr. Man lebt und lernt. Ich bin nicht so oft im Krankenhaus und habe mich da nicht auf dem Laufenden gehalten. Und als ich doch mal rein musste, war ich so durch den Wind, dass ich das nicht mitbekommen habe.

Mitarbeiterin des Monats

Diesen Monat würde IHR Foto dort hängen. Sie hatte Extra-Schichten geschoben, wann immer es möglich war. Diesen Monat würde Sonja Franz die Mitarbeiterin des Monats sein! Sonst gab es keine Gerechtigkeit mehr!

Sie ging zur Kaffeemaschine. Wieder kein Kaffee in der Kanne! Sie holte Wasser, öffnete die Maschine und sah noch trockene Kaffeepulver – und den vollen Wassertank. Sonja goss das frische Wasser aus und stellte die Kanne wieder auf die Platte. Schalter leuchtete – die Maschine war also angestellt – und Strom war auch da!

„Sonja, gute Seele, ein Kaffee wäre genau das Richtige zum Beginn der Nachtschicht, bevor die freitägliche Hölle über uns herein bricht!“ Stefan vom Rettungswagenteam der nahe gelegenen Feuerwache schaute rein. Er musste wohl schon eine erste Fahrt gehabt haben. Auch ihre Schicht hatte ja schon vor einiger Zeit begonnen, mit der Übergabe von der Spätschicht. Aber jetzt war gerade mal etwas Ruhe eingekehrt, die meisten Patienten schliefen.

„Maschine scheint kaputt zu sein!“

„Was? Ausgerechnet um zweiundzwanzig Uhr?“ Die Vorgesetzte, Frau Bauer, war auch auf einen Kaffee in den Aufenthaltsraum gekommen. Oder sie wollte kontrollieren, was Sonja und Stefan allein im Aufenthaltsraum machten.

„Na, dann eben ohne Kaffee. Das wird eine lange, LAAAANGE Nacht!!“ Sonja seufzte, „bestimmt klingelt gleich wieder Opa Häusler und will irgendwas, wobei ich mich über ihn beugen muss!“

„Bestimmt nicht,“ Gundis Bauer schüttelte den Kopf. „Nicht aufgepasst bei der Übergabe? Herr Häusler ist heute in ein Pflegeheim verlegt worden. Man hatte endlich einen Platz für ihn. Er hat zwar rumgezetert und wollte partout nicht, aber hier blockierte er nun mal ein Bett – er ist ein Pflegefall, kein Akutpatient.“

Sonja wollte gerade antworten, dass sie einen Teil der Besprechung versäumt hatte, weil jemand nach Hilfe geklingelt hatte, als der Alarm los ging. „Station 3 bis 7 bitte zur Verstärkung in die Notaufnahme!“ Oh weh, Massenschlägerei oder Brand in einer Location? Wenn von den Stationen Pflegekräfte abgezogen wurden, war in der Notaufnahme wirklich Tohuwabohu. Dann blieb auf den Stationen nur noch eine Kraft zurück – Intensiv und Geburtshilfe ausgenommen. Der Rest strömte die Flure und Treppen entlang, denn die Fahrstühle wurden jetzt für Betten gebraucht.

Sie eilten mit dem Sani nach unten.

„Unfall, Straßenbahn und Reisebus sind kollidiert. Kinder, auf dem Rückweg vom Schullandheim. Die Eltern sitzen auch schon alle hier!“ Die Kollegin von der Notaufnahme wies sie kurz ein und die nächsten zwei, drei Stunden vermisste Sonja auch keinen Kaffee. Sie verbrachte die Zeit damit, Kinder zu verbinden, hysterische Eltern zu beruhigen, Straßenbahnpassagiere zum Röntgen zu schieben und den völlig verstörten Busfahrer abzuschirmen, der die Straßenbahn wohl übersehen hatte und den einige der Eltern schon lynchen wollten.

Als endlich wieder Ruhe einkehrte, die Kinder zu einem großen Teil in die Betten gesteckt waren („wir behalten sie nur zur Sicherheit eine Nacht hier“) und die Eltern nach Hause geschickt wurden („Sie können hier doch nichts machen, gehen Sie jetzt heim, morgen werden die allermeisten von Ihnen ihr Kind mit nach Hause nehmen können“), verlangte Dr. Müritz einen Kaffee von Sonja.

„Ist ja eine Schande, dass Sie da nicht von selbst drauf kommen, in einer solchen Nacht!“

„Die Kaffeemaschine ist defekt!“

„Da ist aber doch noch ein Heißgetränkeautomat im Erdgeschoss!“

„Den haben die Eltern der verunglückten Kinder schon geleert.“

„Wenn wir nicht so voll wären mit dem Unfall, würde ich sie ja jetzt bitten, Coffee to go zu holen, aber so …“

Dr. Müritz sah mürrisch drein. Kein Kaffee in der Nachtschicht war ja auch eine echte Krisensituation. Doch bevor sie sich alle in kollektives Selbstmitleid versenken konnten, klingelte es schon wieder los. Die Notaufnahme hatte ein paar Schlägereien, und die versorgten Patienten mussten nun auf die Stationen verteilt werden. Angesäuselt, blutend, zu viel Testosteron im Blut – jede Pflegekraft hier liebte diese Patienten. Und auf den Zimmern war kein Platz mehr, so dass sie die Kerle in den Flur stellen und ständig dran vorbei gehen mussten. Hoffentlich hat irgendjemand diese Notaufnahme bei der Rettungsleitstelle abgemeldet. Mehr war wirklich nicht drin!

Draußen in der Novembernacht fiel seit einer guten Stunde Schneeregen. Die Böden waren gefroren. Sonja wusste, das war noch nicht das Ende gewesen.

Stefan kam an – mit einem gebrochenen Bein. „Wie ist denn das passiert, Stefan?“

„Ich war kurz bei dem  kleinen Laden, der bis Mitternacht auf hat und alles mögliche verkauft, als wir von einer Tour zurück kamen – ich wollte Euch eine neue Kaffeemaschine kaufen, weil Ihr alle hier sonst ohne Kaffee aufgeschmissen wart. Und es war ja keine Extratour, lag ja am Weg. Dann fing der Regen an, als ich im Laden war und ich kam mit der Maschine raus, nichts ahnend, auf dem Weg zum RW ist es dann passiert. Jochen hat sich erstmal kaputt gelacht, bis ihm klar wurde, dass ich mehr als nur einen blauen Hintern hatte.“

„Ist die Maschine heile geblieben?“ Dr. Müritz hatte seine Prioritäten.

„Ich schätze schon, sie ist ja weich gefallen und war noch original verpackt!“

„Dann, Frau Franz, holen sie das gute Stück mal her und machen uns erstmal allen einen ordentlichen Kaffee – also, allen außer Ihnen, junger Mann, SIE bekommen eine 1 A-Dosis Schmerzmittel von mir und können danach tief und traumlos schlafen!“

Sonja holte die Maschine vom Rettungswagen ab. „Tja, Jochen, musst wohl irgendwoher Ersatz nehmen. Hoffentlich bekommt Stefan keinen Ärger … Müritz ist jedenfalls heilfroh, dass wir eine neue Kaffeequelle haben!“

Jochen grinste schief.

Sonja wusch erstmal Kanne und Filter aus, ließ einmal Wasser so durchlaufen und befüllte dann die Maschine. Der vertraute Geruch von frisch gebrühtem Kaffee. Dr. Müritz kam an:

„Da haben wir ja unsere brandneue Mitarbeiterin des Monats: Melitta, die Eifrige!“

Erst war Sonja ein wenig verdutzt, aber dann ergab sie sich lachend mit einem großen Pott Kaffee ausgestattet in ihr Schicksal. Gegen eine Maschine hatte sie einfach keine Chance – die leistete schließlich drei Schichten am Stück, jeden Tag!

Daggis Book-Challenge 2017 – Kinderbuch

Heute wollte ich was Schnelles, weil ich beim eigentlich gerade aktuellen Buch nicht so recht voran komme, daher habe ich mal eben schnell das Extra für diese Challenge gekaufte Kinderbuch gelesen.

Ich wollte schon immer mal Beatrix Potter lesen, schließlich habe ich soviel von ihr gehört – und dann fand ich einen Sammelband:

Beatrix Potter – Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden

268 Seiten voller lustiger kleiner Geschichten, manche fast ein wenig märchenhaft, andere eindeutig in der belehrenden Tradition der klassischen Fabeln geschrieben (besagter Peter Hase gehorcht nicht den Anordnungen seiner Mutter und gerät in Lebensgefahr, verliert seine Kleidung, wird krank und darf keine Himbeeren essen sondern muss Kamillentee trinken).

Am Besten gefiel mir wohl fast die Geschichte von dem kleinen Schwein Robinson, der von einem fiesen Schiffskoch auf ein Schiff gelockt wird, also geshanghait wird – und dort gemästet wird, um beim Geburtstag des Kapitäns der Ehrengast auf der Tafel zu werden … Es ist auch die längste Geschichte. Eine Version der klassischen Heinzelmännchen (bei Beatrix Potter sind es Mäuse) ist auch zu finden. Eine schöne Version! Das Buch enthält außer den Kindergeschichten (alle um 1900 geschrieben) auch noch die supersüßen Zeichnungen, oft in Farbe, aber es sind auch einige Schwarz-Weiß-Skizzen darunter.

In ihren Geschichten vermengt Miss Potter munter Tier- und Menschenwelt. So ist einer der Händler, zu denen das kleine Schwein Robinson geschickt wird, der einzige, der keine Wurstprodukte anbietet, nach Meinung einer Tante von Robinson sehr angenehm, wäre es doch unangenehm, „an einen Schinken zu stoßen, der von einem Cousin zweiten Grades stammt“. Schinken und Fleisch wird aber bei aller Tierliebe auch hier gegessen. Ein Frosch nimmt ein Schmetterlingssandwich zu sich, ein Hund verspeist eine eigentlich von ihm nicht gewünschte Mauspastete und dergleichen mehr.

Was ich im Übrigen sehr schön fand, dass sie Akteure aus einigen Geschichten wieder aufgreift.

Ich fand es sehr angenehm zu lesen, kann mich jetzt allerdings nicht in die Schneeflöckchen von heute hinein versetzen, denen ja oft unterstellt wird, dass sie mit Tod und natürlichem Verhalten von Carnivoren nicht umgehen könnten. Ich kann daher nicht sagen, ob es sich heute noch für Kinder wirklich eignet – ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen – man liest ein solches Buch ja vor und ist dabei, um Fragen zu beantworten. Vielleicht würde ich es nicht gerade erst zum Schlafengehen vorlesen.

Meine Bewertung: 4 Kokosnüsse von 5 – die eine Abzug, weil mich die ersten Geschichten im Ton nicht mitgerissen haben.

Beatrix Potter

Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden

Verlag: Anaconda

Erscheinungsjahr 2015

Seiten: 268

Aufgabe, die ich erfüllt habe: 14 – ein Kinder- oder Jugendbuch

Punkt, Punkt, Punkt 2017 – (5) – Stein

Mal wieder ein Heimspiel für mich. Gleich in der Nachbarschaft (in der Wedemark) wohnt einer der bekanntesten Cartoonisten Deutschlands – ULI STEIN!

Jeder kennt seine rattenfrechen Mäuse, seine anzüglichen Katzen, seine tollpatschigen Pinguine, seine fast menschlichen Schweine und seine schweinegeilen Hunde  und eigentlich sollte auch jeder den jährlichen Adventskalender kennen! Auf derselben Seite zu finden, aber natürlich erst zur Adventszeit.

Geboren wurde Uli Stein in Hannover, zum Studium zog es ihn dann nach Berlin, er hat auch eine Weile als (Foto-)Journalist gearbeitet, u.a. in Saarbrücken, ein „rolling stone“ also. Aber seit fast 40 Jahren ist er vor allem Cartoonist.

Letztes Jahr ist Uli Stein am 1. Weihnachtsfeiertag 70 geworden. Wenigstens ETWAS, das nicht ganz schlecht war in 2016.

Es gibt natürlich im Netz noch weitere lustige Steine (Bacons Bashful, der derzeit zur Gast ist auf dem Blog Easyweimaraner). Aber DIESER hier ist aus Hannover.

Und nun habe ich zur Abwechslung auch mal wieder ein Foto für Euch, einen Kühlschrankmagneten von Uli-Stein, den ich mal geschenkt bekam:

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Und nun die Werbung

Heute Morgen in der U-Bahnstation.

Liebe Edeka … die Sache muss ich Euch wohl nochmal erklären:

Biologieunterricht - geschlafen

Die Beeren, die hier heimisch sind, halten keinen Winterschlaf, die sind noch nicht gezeugt. Ihr wisst schon, die Sache mit den Bienchen und den Blümchen. Was hier Winterschlaf hält, sind die Elternpflanzen. Denen die Bienchen dann bei der Bestäubung helfen und so dafür sorgen, das im Früh-Sommer die Beeren wachsen. Aber JETZT gibt es noch keine Beeren hier! Nur Beerensträucher.

Ich weiß nicht, wer bei Euch im Biologie-Unterricht geschlafen hat, Biologie wird für eine normale Kaufmannslehre ja auch total unterschätzt …

Aber es ist schon so – Beeren gibt es noch keine. Die sind momentan noch nicht mal ein Winken im Auge ihrer Eltern – denn die Eltern haben keine Augen. Es sind ja schließlich keine Kartoffeln …

Liebe Grüße

Fran