Man kann nicht 52 mal hintereinander eine schlechte Kurzgeschichte schreiben (2)

Setz dich hin, nimm dir’n Keks

Thorsten kam nach der Feier ein wenig später als sonst in sein Büro. Das hatte er sich auch verdient. Er hatte so lange auf die Beförderung warten müssen. Nun hatte er gestern, nachdem er die Benachrichtigung erhalten hatte, dass er beim nächsten Schwung dabei sein würde, mit den Kollegen gefeiert.

Alle hatten sie ihm gratuliert. Auch Burkhard, wenn auch mit dem falschen Grinsen eines Übergangenen. Burkhards Ansicht nach wäre jedes mal er selber dran gewesen, wenn eine Beförderung an stand.Eine Ansicht, die weder der Vorgesetzte noch die Personalstelle teilten.

Lotti hatte nicht versucht, ihre eigene Enttäuschung zu verbergen: „Wie gut, dass du ein Thorsten und keine Tanja bist,“ hatte sie ihm gesagt. Aber dem teuren Wein, den er gestern ausgab, hatte sie trotzdem reichlich zugesprochen.

Nur schwer einschätzen konnte er auch die Reaktion von Simone. Sie hatte ihm zwar gratuliert, mit den Worten: „Endlich hat es mal den Richtigen getroffen.“ Aber Thorsten war sich nicht so sicher, dass dies nicht doch sarkastisch gemeint war. Simone verzog nie eine Miene.

Aber einer zumindest gönnte ihm die Beförderung und hatte ihm heute Morgen einen Schokokeks hingelegt. Thorsten hatte noch nicht gefrühstückt, so ließ er sich den Keks genussvoll schmecken.

Der Rest des Tages ließ ihn ziemlich kalt. Irgendjemand kam rein und beschwerte sich, weil der Gemeinschaftsdrucker nicht funktionierte. Dann wurde eben mal nicht gedruckt. War doch egal, wann die Schreiben raus gingen, heute oder Morgen …

Kollege Bauer ließ sich bei Thorsten über den neuesten Schnitzer von Bürokraft Anna aus. Thorsten machte nur Mmm – er wurde schon wieder hungrig. Anna hatte doch eh nur eine befristete Stelle, das Problem löste sich also eh durch Zeitablauf, was sollte man sich da aufregen?

Auch die nächsten Tage lag jeweils ein einzelner Schoko-Keks auf seinem Schreibtisch – und Thorsten, dem der erste so gut geschmeckt hatte, aß sie alle.

Am Tag vor der Beförderung kam er früher, er musste noch zur ärztlichen Untersuchung, bevor er morgen seine Beförderung in die Hand gedrückt bekam. Dieses Mal lag kein Keks auf dem Schreibtisch.

Stattdessen meldete sich auf seinem Telefon sein snap-chat account:

„Kollegiale Grüße – das waren Haschkekse! Viel Spaß beim Drogentest heute!“

 

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10 Antworten zu “Man kann nicht 52 mal hintereinander eine schlechte Kurzgeschichte schreiben (2)

  1. LOL… mein vater hat mal meine kekse gegessen und ist dann zu ner versammlung vom tourismusverband… der war so sauer, dachte der enterbt mich… hat er vielleicht sogar gemacht :O)))

    • Du hast was für Kekse gebacken? .. Pfui nein … sowas hast du nicht gemacht, oder? Ne, ne, ne … Ich habe mich bisher ja zurück gehalten, was nicht legale Drogen anging. Fällt mir natürlich leicht, als Nichtraucherm, Hanf wird ja immer noch am häufigsten geraucht als Droge. Obwohl mir schon mal jemand völlig legal (in Holland) einen Space-Cake angeboten hat. Aber ich wollte nicht, da bin ich ein Schisser.

      • das war fuer einen guten zweck, wir haben das zeugs in der tasche vom sohn meiner freundin gefunden und wollten ihn vor schlimmem bewahren indem wir den kram gleich mal verarbeitet haben. ich hab ein paar mit heimgenommen und mein papa hat sich 2 aus der tuete genommen und gegessen…zum glueck hat er gemerkt, das was net ok ist und hat die sitzung verlassen bevor er sich gaenzlich unmoeglich gemacht hat… meine mutter fand das sauwitzig (klar, die hatte auch paar von den keksen gegessen) aber mein papa war echt „not amused“…

      • Das mit dem „vor Schlimmem bewahren“ kann man auch anders machen, dazu muss man das Kraut nicht zu Keksen backen, diese mit nach Hause nehmen und dann ohne Anleitung herum liegen lassen!

      • ja, natuerlich… aber haette auch mit aerger geendet mit hinweis… das haette meinen vater nicht davon abgehalten… der haette gedacht es ist ein scherz…

      • Dann wäre er aber selber schuld gewesen.

      • das denk ich auch :o)

  2. Böse, böse. Auch ich habe üble Erfahrung mit Haschkeksen, die ich aber mal für mich behalte… Nur eine Sache: der Hasch-Geschmack ist recht penetrant, das macht es etwas unwahrscheinlich, dass die Hauptfigur nichts merkt. Da war wohl vieel Schoko drauf!

    • Der hatte noch vom Vortag einen Hangover. Aber danke für den Hinweis, ich habe bisher nur (LOW-THC) Hanf-Fladen gegessen, da war ne Fleischfüllung drin – und ich hätte jetzt keinen Hanf-Geschmack heraus geschmeckt, weil zum einen natürlich gut gewürzt war – und zum anderen, weil ich nicht gewusst hätte, was Hanf-Geschmack ist – und was nur der Eigengeschmack eines mir unbekannten Gerichts. Ich kann meine Version aber nochmal überarbeiten (dies ist ja immer ein Shitty-First-Draft).

  3. Ich finde den Titel unglaublich toll!

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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