Daggis Buch-Challenge 2017 (1)

Daggi von daggis-welt.de hat auf ihrem Blog u.a. eine jährliche Buch-Challenge laufen. Dabei gibt sie 60 Kategorien für Bücher vor, aus denen man sich dann selber Bücher zum Lesen aussuchen kann.

Ich habe mich heute für die Kategorie 27 entschieden:

Schriftsteller, der nicht aus Deutschland, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten von Amerika kommt. Das war eine echte Herausforderung, aber ich habe ein Buch in meinem Bücherstapel gefunden, das diese Kategorie erfüllt. Ein sehr dünnes Buch, allerdings: Das Komitee von Alex Gfeller.

Zum Autor:

Gfeller, geboren 1947 in Bern, eindeutig ein SCHWEIZER, erfüllt das Kriterium, aus keinem der drei genannten Staaten zu kommen.

„Das Komitee“ erschien 1983, meine Ausgabe ist fast 30 Jahre alt, dtv  von 1987. Ich habe das Buch allerdings bei einem Abverkauf von „Mängelexemplaren“ günstiger gekauft und nicht 7 DM 80 ausgegeben. Das war der Preis auf dem Buch.

Auf den nur 118 Seiten wird eine dystopische Gesellschaft nach einem Krieg mit allen zur Verfügung stehenden Massenvernichtungswaffen angerissen, in der die Überlebenden in Bunker“gemeinschaften“ existieren, die sie tagsüber verlassen, um irgendwas zum Überleben zu finden. Es gibt auch Mutanten und Kinder sind nur in Banden von Gesetzlosen unterwegs und werden selten älter als 10.

In dieser „Gesellschaft“ versucht jeder für sich zu existieren. Das Schadereignis liegt mehr als 30 Jahre zurück und eine echte Gemeinschaft gibt es nicht mehr. Empathie findet sich nur noch im Wörterbuch unter F wie Fremdworte und Wörterbücher gibt es nicht mehr.

An dem Tag, an dem die Novelle einsetzt, erfährt der Anti-Held der Geschichte von einem Ort, an dem es noch unzerstörte Gebäude gäbe. Doch zu Fuß ist dieser Ort nicht wirklich zu erreichen. Daher ist sein Interesse zunächst gering, sich auf den Weg zu machen. Das ändert sich, als er von einer Bekannten zu einer Bunkergemeinschaft geführt wird, die sich durchaus noch umeinander kümmert, ein Konzept, das ihm zunächst fremd und unverständlich erscheint. Doch er lässt sich schließlich motivieren, eine Expedition zu diesem Ort zu wagen, begleitet von seiner Bekannten, die als Prostituierte überlebt, von seiner Pritschennachbarin, von einer Frau aus dieser anderen Bunkergemeinschaft und einem Mutanten, der in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen. Fahrzeuge gibt es nämlich so gut wie keine mehr – aber in dieser Bunkergemeinschaft befindet sich ein Feuerwehrwagen mit Wassertank.

Die Expedition wird gewagt, die Gebäude werden erreicht – und die erhofften Materialien auch gefunden. Aber die Gebäude befinden sich in einer hochtoxischen Zone und die Expedition endet in einer Katastrophe.

Ein dystopischer Roman, eben. Und das Ende ist auch noch unbefriedigend, voller Fragen.

Aber ich habe es eh nicht so mit Schweizer Autoren, fürchte ich. Martin Suter fand ich auch schon nicht wirklich lesenswert und den hoch gelobten „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier (ein Pseudonym von Peter Bieri) eher langweilig. Ok, Spyri und Dürrenmatt andererseits … Also – ich werde mich wohl weiter durch Schweizer Schriftsteller lesen, um mir ein breiteres Bild zu machen.

Mein Urteil: „Das Komitee“ liest sich wie ein Fragment.Und was mich am Ende enttäuscht, bekommt nicht viele Kokosnüsse (mein Blogmaßstab) von mir. Hier würde ich 2 vergeben, aufgrund der Kürze und der Fragen am Ende. Wenn ich noch Fragen zur Geschichte habe, kann ich mir die wichtigen Fragen, die der Roman ja durchaus behandelt, ja nicht mehr stellen.

Es ist dem Roman auch seine Entstehungszeit anzumerken: Saurer Regen und Massenvernichtungswaffen aller Couleur – die Zeit der Grünen und der Friedensbewegung, als ich gerade im Endspurt der Schule war.

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4 Antworten zu “Daggis Buch-Challenge 2017 (1)

  1. das war richtig gut ausgewaehlt… und es passt irgendwie wieder mal in unsere zeit. ich gucke auf jeden fall ob ich es irgendwo gebraucht oder als e-book kriegen kann. es hoert sich weit besser an als robert merles malevil :o)

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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