Monatsarchiv: November 2016

Risotto mit Kürbis

Eine erneute Premiere:

Ich habe schon das eine oder andere mit Kürbis gekocht, aber ich hatte noch nie ein Risotto.

Der Kürbis wird mit Öl im Backofen gegart (nur noch Salz und Pfeffer dazu), derweil man auf dem Herd das Risotto rührt – und rührt – und rührt … Also, erst erhitzt man Öl, dann hab ich eine Schalotte hineingegeben (klein gewürfelt), weil ich keinen frischen Schnittlauch gestern bekommen habe (ich war zu spät dran). Den Reis dazu, kurz mit dem Öl und der Schalotte vermengen, kurz angaren lassen, dann mit dem ersten Teil der nebenher kochenden Brühe ablöschen (die ist im zweiten Topf und köchelt die ganze Zeit. Verrühren, bis Brühe aufgesogen ist, dann mehr Brühe dazu – immer so ein, zwei Suppenlöffel.

Wenn die Brühe aufgebraucht ist, schauen, was aus dem Reis geworden ist. Wenn der noch nicht kaufreundlich weich ist (nicht ganz durch, al dente, aber eben auch nicht mehr knusprig), noch ein bißchen quellen lassen. Nicht zuviel, wie gesagt, man soll noch was spüren, wenn man drauf beisst.

Dann den Reis mit Parmesan und Pfeffer (nicht so viel mehr, der Kürbis war ja schon gepfeffert) vermengen, die Kürbiswürfel unterrühren – und darauf gibt es Feta in Öl.

Auch wenn der Tag heute nicht ganz vegetarisch ist (ich hatte Schinken auf dem Frühstücksbrötchen) – mein Hauptgericht war lecker – und lakto-vegetarisch.

 

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Punkt,Punkt, Punkt – (45) – Décollagen

 

Ich bin ja ein Kulturbanause, zumindest stecke ich nicht drin im Jargon und musste erst mal nachlesen, was eine Décollage denn überhaupt ist:

Wikipedia hat eine Definition für mich:

Décollage (frz.: décoller = abheben, losmachen, trennen, abkratzen) bezeichnet eine künstlerische Technik der 1950er und 1960er Jahre die auch als „Plakatabriss“ bezeichnet wird. Dabei werden bereits zerstörte Plakate aus dem öffentlichen Raum in ganzen Stücken oder in Streifen und Fetzen abgerissen und als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Kunstwerken verwendet.

Ach, DAS kenne ich doch. Illustrationen von Kinderbüchern der 60er fallen mir ein, oder, wenn man auf das französische Wort zurück geht, noch etwas viel einfacheres, etwas, das wir alle kennen, alle schon mal hergestellt haben, alle schon „bewundert“ haben. Bewundert in “ „, weil es etwas ist, das aus dem Kindergartenbereich uns allen bekannt ist – oder auch aus der Grundschule:

Hier wird die schwarze Farbe abgekratzt – und dadurch entsteht ein Bild.

Natürlich gibt es da ganz andere Kunstwerke:

https://www.creativ-discount.de/SALE-Kratzbild,-silber,-28,6-x-39-cm,-Taj-Mahal.htm?websale8=party-discount.creativ_web_de&pi=CRLFAM4&ci=85-5408

Aber dies it natürlich keine Décollage im engeren Sinne. Im engeren Sinne ist es das „Wiederverwerten“ abgerissener Papierstreifen für neue Kunstwerke. Wo habe ich das nur letzthin gesehen, weit vor den 50ern und 60ern?

Die Collagen von Kurt Schwitters – waren nichts anderes. Wir setzen in den 50ern ein Dé- davor und sind chic und neu – aber nein, so neu waren sie nicht.

Altmeister Schwitters dazu:

“I could see no reason why used tram tickets, bits of driftwood, buttons and old junk from attics and rubbish heaps should not serve well as materials for paintings; they suited the purpose just as well as factory-made paints… It is possible to cry out using bits of old rubbish, and that’s what I did, gluing and nailing them together.”

„Ich konnte keinen Grund sehen, warum gebrauchte Straßenbahnfahrscheine, Treibholz, Knöpfe und alter Müll von Dachböden und Müllhaufen nicht als Material für Gemälde dienen sollte; sie dienten dem Zweck genauso gut wie in Fabriken hergestellte Farben … Es ist möglich, zu schreien, in dem man Teile alten Mülls nimmt, und das ist, was ich tat, diese Teile zusammenkleben und -nageln.“

Denn letztendlich machten auch die Künstler, die die abgerissenen Plakatstreifen neu zu Kunstwerken gestalten, nichts anderes.

Hier brauchte jemand einfach nur ein neues Wort – aber das Rad neu erfunden hat er nicht.

Ach ja, und wo kam der eigentliche Erfinder her? Na, genau, Herr Schwitters wurde INHANNOVER geboren!

 

 

Museumsfest im Museum August Kestner

Vorgestern, gegen Mittag, besuchte ich das Museum August Kestner. Der Eintritt war frei, es gab Häppchen, Sekt, O-Saft und freie Führungen und einen Vortrag zum Thema Keks-Geräusch.

Außerdem gab es interessante Einsichten in Hannoversche Industrie-Geschichte. Feinkost-Appel? Gegründet in Hannover. Auch wenn sie JETZT in Cuxhaven sitzen.

Wann fuhren die ersten Elektroautos in Hannover? Die Firma Hawa stellte diese 1921 bis 23 her … Damals wie heute kein Verkaufsschlager. Damals lag es an der Verbesserung der Benziner – elektrische Starter, die ein Ankurbeln überflüssig machten und bessere Verteilung der Nachfüllstationen. heute fahren in deren Fabrikhalle übrigens Carts …

Auch Continental und Bahlsen wurden natürlich erwähnt, aber bei denen weiß man ja, dass sie aus Hannover kommen.

Die Firma Continental hat übrigens zuerst ganz andere Produkte hergestellt, Autoreifen waren mehr so ein Nebengeschäft, denn es gab ja nicht so viele Autos. Und sie hatten einen Konkurrenten in der Firma Excelsior. Die stellten sogar Kämme her.

In Pompeji wurde Wahlwerbung in Hauswände gekratzt  – Werbung war nämlich das zweite Thema am „Kekstag“.

Alles in allem: Die Führungen haben an Qualität verloren im Vergleich zu früheren Jahren (verglichen mit der langen Nacht der Museen vor vor ca. 5 Jahren), die Leute im Museum sind freundlich und hilfsbereit und wer seine Garderobenmarke verliert, bekommt seine Jacke trotzdem wieder – wenn er sie beschreiben kann und die Nummer noch weiß.