Monatsarchiv: September 2016

Punkt, Punkt, Punkt – (36) – Pausenbrot

Ihr habt es nicht anders gewollt, beschwert Euch nicht bei mir. Pausenbrot war nicht MEIN Thema:

Ursprünglich ein Soldatenlied von vor ca. 100 Jahren (1. Weltkrieg), wurde das Lied später zum Wanderlied.

Hier mehr zur Geschichte:

„Die parodistische Strophe „Hinaus in die Ferne mit Butterbrot und Speck“, die vermutlich aus Kreisen der Burschenschafter stammt, wurde in den 1950er und 60er Jahren auf Klassenausflügen gern gesungen:

Hinaus in die Ferne
Mit Butterbrot und Speck.
Das mag ich ja so gerne,
Das nimmt mir keiner weg.
Und wer das tut,
Dem hau‘ ich auf die Schnut’,
Dem hau‘ ich auf die Nase,
Dass sie blut‘.“

(Zitat aus dem oben verlinkten Blog)

Das mit dem Klassenausflug kann ich bestätigen. Ich bin zwar in den 1970er-80ern zur Schule gegangen, aber wir waren halt ein wenig rückständig, in Ostwestfalen-Lippe. Ich kenne auch nur diese Strophe. Bis zu meinen Recherchen kannte ich auch die eigentliche Geschichte nicht. Es kann sein, dass ich als Kind mal die Marshall-Version gehört habe. (1977 immerhin – ich dachte, es wäre früher gewesen)

Tony Marshall hat übrigens mal als Opernsänger angefangen.

Ich hab da übrigens noch einen Nachtrag:

So harmlos, wie die Butterbrot-Strophe klingt, ist sie gar nicht.

Vor dem 1. Weltkrieg gehörte das Elsass (gerade mal wieder) zu Deutschland. Und was ist die bekannte Elsässische Spezialität: Flammkuchen mit Speck

Die deutschen Burschenschafter waren Studenten, die fielen nicht mit der Tür ins Haus. Wenn sie nun statt „mit Butterbrot und Speck“ gesungen hätten „zu Flammkuchen und Speck“ – wäre jedem klar gewesen, dass sie von einer Auseinandersetzung ums Elsass singen … Vor allem mit dem Nachsatz „das nimmt uns keiner weg“ …

Die alten „Wanderlieder“ sollte man heute wirklich nur mit Geschichtsbuch singen.

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In der Zeitung: Sonntagsöffnung

Meine Lokalzeitung brachte heute einen Artikel über die vom Gericht auf 4 Sonntage im Jahr zurückgestutzten Sonntagsöffnungen.

Sinn und Zweck eines Sonntagsöffnungsverbot mag in Zeiten des Internethandels ein wenig antiquiert daher kommen, aber ist grundgesetzlich geschützt:

Art. 139 der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919, der gemäß Art. 140 GG Bestandteil des Grundgesetzes ist, bestimmt, dass der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt bleibt.“

Von daher ist erst einmal hinzunehmen, dass eine Begrenzung der Verkaufsmöglichkeiten durch Ländergesetz geregelt erfolgt. Wer das ändern will, muss Art 140 GG ändern – viel Spaß damit, bei den Sozis und der ach so christlichen CDU dafür eine 2/3 Mehrheit zu bekommen. Linke und Grüne dürften sich dem sowieso verweigern. Ich sehe allenfalls die Piratenpartei dort willig, und die ist nicht im Bundestag vertreten.

Nun ist aber die Landesregelung hier in Niedersachsen nicht großzügig. Wenn man nicht gerade ein touristisch wichtiger Ort ist, hat man sich auf 4 Sonntage im Jahr zu beschränken. Und das Gericht legte fest, dass das nicht pro Laden oder wenigstens  Stadtteil sondern pro Stadt gezählt wird.

D.h., in den Stadtteilen kann man sich nur noch an die verkaufsoffenen Sonntage der City anschließen, nicht mehr Einzelaktionen durchführen. Wir reden hier von VERKAUF – Schautage sind möglich.

Nun hat irgendein schlauer Händler aus einem Stadtteil gemerkt, dass, wenn die City offen hat, der Stadtteil nicht zieht. Die Besucher fahren dann in die City. Was macht unser Händler? Er schreit. Dass er dafür gerne eine Sonderregelung hätte, weil er gegen die Konkurrenzt der Innenstadt nicht ankäme.

Ja, Pech. Man kann nicht immer danach rufen, dass sich der Staat aus allem heraus halten soll, aber wenn man plötzlich merkt, dass man weniger konkurrenzfähig ist als die Rivalen, plötzlich eine Regelung verlangen, die einen vor der Konkurrenz schützt!  Konkurrenz belebt das Geschäft!

 

Verkehrsregeln

Für Autofahrer:

Es ist nicht gestattet auf einem nachts nicht mit einer Ampelschaltung versehenen Fußgängerüberweg einen schwarzen Mini mit rosa Außenspiegeln zu parken. Einen rosa Mini mit schwarzen Spiegeln? Da bin ich mir noch nicht sicher, aber ich glaube, für diese Minis gilt das auch. Das gilt auch, wenn ich ansonsten meinen Mini auf dem ein paar Meter weiter entfernten Supermarktparkplatz abstellen muss, weil keine legalen Parkplätze vor dem Haus, in dem ich wohne, mehr frei sind.

Für Fußgänger:

Wenn ich mich mit meiner Familie am Straßenverkehr beteilige, ist es NICHT gestattet, die gesamte Breite von Fußweg UND Radweg zu blockieren, um etwas auszudiskutieren. Es sollte immer möglich sein, dass sowohl Fußgänger wie Radfahrer die eigene Position passieren, ohne auf die Fahrbahn ausweichen zu müssen. Ich bin mir da GANZ SICHER! Notfalls gilt auch hier § 1 StVO.

Für Radfahrer:

Wenn ich auf der falschen Straßenseite unterwegs bin, nehme ich NICHT den Bürgersteig, sondern den Radweg. Oder ich bewege mich dorthin, wo ich hingehöre. Und auch WENN ICH in der richtigen Richtung unterwegs bin, nehme ich den Radweg. Der Fußweg ist nur dann eine Option wenn ich A) unter 12 bin oder B) der Fußweg ausdrücklich durch Beschilderung freigegeben ist oder C) ich in Begleitung eines Kindes unter 12 bin, das ich noch überwachen muss.

You’re welcome.

Wie sagt man immer so schön: Aus gegebenem Anlass!