Monatsarchiv: August 2016

Krimistadt Hannover

In Hannover findet ein Krimifest statt. Sehr passend für eine Stadt, die unter vielem anderen auch durch einen Massenmörder berühmt wurde.

An verschiedenen Orten (nicht nur in Buchhandlungen, auch in der Polizeikantine, in einer Bäckerei und in meinem Baumarkt um die Ecke, wo ich gestern die Broschüre fand) in und um Hannover (und das geht soweit, dass auch Celle, Springe und Hildesheim unter Krimifest HANNOVER gebucht werden, Orte, von denen nur einer wenigstens noch in der Region Hannover liegt) finden Krimi-Lesungen statt, Stattreisen läuft am 14. und 21. September mit Interessierten zum Thema Mord durch die Stadt und die Üstra lässt eine Bahn mit drei Lesungen von der Innenstadt zum Messegelände fahren (dafür kann man die Tickets nur gewinnen).

Ich finde ja, heutige Krimis sind oft zu blutrünstig – gleich zweimal fand ich im Flyer Krimis in denen Leute in Verliesen angekettet werden, einmal mit Extrafolter , in zwei anderen Krimis werden Leichen eklig drapiert – wo sind die ganzen Agatha Christie/Dorothy Sayers-Whodunnits geblieben? Warum muss heute alles mit Tonnen von Blut und Sadismus daher kommen?

Aber falls Ihr auf solcherlei Unterhaltung steht, wollte ich Euch nicht Autoren wie Tess Gerritsen vorenthalten. Schließlich sind Geschmäcker verschieden.

Ich werde es mir wohl verkneifen und stattdessen einen Georgette Heyer lesen, die kann nämlich außer Regency Romances (ein Genre, das sie wohl begründet hat, wenn man mal von der zeitgenössischen Jane Austen absieht) auch durchaus Krimis schreiben. Nicht ganz so gut wie Christie oder Sayers. Aber solide.

 

 

 

Werbeanzeigen

Gegen-An-Kochen

Dies ist eine Warnung! Wer ein Stück Garten hat, sollte sich GUT überlegen, so etwas zu pflanzen, wer so etwas gepflanzt hat, hat entweder eine riesige Familie zu versorgen, viele dankbare Kollegen ohne Garten als Abnehmer – oder ist ein Masochist.

Die Rede ist von der gemeinen Zucchini.

Die Zucchinipflanze produziert in kürzester Zeit enorme Massen an Früchte, in feuchten Jahren wie diesem sogar RIESIGE Früchte.

Ich gehöre zu den dankbaren Kollegen eines Mannes, der in seinem Garten so ein Monster hat. Er hat eine große Familie, die aber inzwischen ausgeflogen ist. Nun müssen die Kollegen her halten. Und ich sag halt (erwähnte ich schon meine Schwabengene) nicht nein, wenn man mir etwas schenken will, dass grundsätzlich erstmal nützlich und schmackhaft ist.

Nun, als ich diesen Montag von besagtem Kollegen dann eine 1,4 kg Frucht geliefert bekam, war ich doch erstmal perplex. Die letzte war schon über 900 g, aber da hatte ich die Kochgruppe bei mir und wir machten ein Zucchini-Gratin.

Es blieb noch etwas übrig vom Gratin, weil wir vorher eine (ukrainisch – also das Rezept) Pilzsuppe hatten und dann Hackfleichnester. Aber immerhin wurde ich einen Großteil der Zucchini dabei los, weil ich auch noch die Menge verdoppelt hatte.

Doch was sollte ich nun mit diesem Oschi machen?

Ich bin ja gerne bei Chefkoch.de unterwegs – und guckte spaßeshalber mal nach:

Über 1000 Rezepte, ich MUSSTE also nicht 3 Wochen gefüllte Zucchini essen. Ich fand u.a. Zucchini-Schafskäse-Muffins – die mir meine Kollegen gern abgenommen haben am Dienstag, ja, auch der Zucchini-geschädigte Verursacher meiner Not. Eine Kollegin wollte sogar das Rezept, glücklich, endlich mal keinen süßen, Zucker-haltigen Muffin angeboten zu bekommen.

Mein Urteil: Kann man noch verbessern, z.B. könnte man in den Teig ein Glas Dill in Öl geben. Oder man könnte Schinkenwürfel, angebraten, hinein geben. Oder auch Röstzwiebeln, wenn man vegetarisch bleiben möchte. Und mit dem Pfeffer sollte man vorsichtiger umgehen als ich *hust*. Dafür könnte noch ein Hauch Muskat oder Muskatblüte ran.

Und gestern nun musste ich den Rest verarbeiten:

Und da ich nur ca. 300 g Zucchini in den Muffins losgeworden bin verbraucht hatte, musste ich noch etwas über ein Kilo Zucchini verarbeiten. Soviele Puffer kann ich allein nicht essen, also entschloss ich mich zu einem einfachen Rezept, dessen Ergebnis sich auch prima einfrieren lässt: Suppe.

Zucchini-Cremesuppe

Hier wird man gleich 1 kg los, mit ein wenig Kernauskratzen kam ich dahin. Und da ich noch einen Bund Frühlingszwiebeln im Kühlschrank hatte, kamen auch noch zwei kleine Frühlingszwiebeln hinein. (Schwabengene. „Waste not, need not!“ Ihr wisst ja, was ist ein Schwabe? Ein wegen Geizes des Landes verwiesener Schotte.)

Während die Zucchini weich kochte, hatte ich meine geputzten und klein geschnittenen Erdbeeren mit Streuseln bedeckt (ich konnte nicht widerstehen im Supermarkt, sie waren noch aus Deutschland, sogar aus der Region) und im vorgeheizten Ofen wurde also noch ein Nachtisch braun … Nachtisch ist wichtig – macht mich glücklich! Das davor macht mich satt.

Urteil: Die Suppe hätte noch mehr Würze vertragen (Salz war es nicht, aber Pfeffer, Muskat oder auch gehackte Petersilie hätte ich doch noch hinzufügen sollen). Aber essbar war sie auf jeden Fall.3 einhalb bis 4 Kokosnüsse (um mal wieder die Bewertung aus den Anfangstagen dieses Blogs hervor zu kramen).

Und der Strawberry-Crumble? Die Streusel waren zu weich, vielleicht zu viel Butter dran (Rezept: 4 EL Mehl, 4 EL Butter, 4 EL Zucker) – jedenfalls verschmolz der Teig mehr als dass er schöne, leicht knusprige Streusel ergab. Daher eindeutig nur 3 Kokosnüsse.

Aber satt  war ich gestern Abend, die Hälfte des Crumbles ass ich heute Morgen noch (ha noi, und dabei spreche ich nicht ein Wort Schwäbisch), drei Viertel der Suppe habe ich weggepackt – zwei davon heute Morgen eingefroren.

Der Kollege sprach davon, dass er seine Pflanze rausreißen wollte – also, ein, zwei, drei oder auch vier Rezepte hätte ich da noch auszuprobieren. Herzhafter Zucchini-Kuchen. Eine Art Pie … allerdings unbedeckt. Und einen Schokoladen-Zucchini-Kuchen. Und süße Muffins mit Zucchini. Und dann war da noch die Fenchel-Zucchini-Rohkost.

Und nein, nächstes Jahr ist es keine Alternative, da weilt der Kollege nicht mehr unter uns … Sein Arbeitsende ist erreicht.

Dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und Geld für Zucchini ausgeben 😉 Es wird mich nicht ruinieren. Allerdings hat es mir gut gefallen, zum Kochen und Backen „ermuntert“ zu werden. Ansonsten ist es mir abends normalerweise zu spät. Aber heute wartet noch bereits Montag aufgetauter Spinat auf mich – und ein Rest Schafskäse – und eine ziemlich hohle Paprikaschote. Und die restlichen Frühlingszwiebeln. Ein paar Gnocchi wären auch noch da. Oder ein Rest Grana Padano … Was könnte ich nur damit anstellen? 😉

 

 

Punkt, Punkt, Punkt – (33) – Tassen

Erwischt. Wie Frau Tonari habe ich nicht nur alle Tassen im Schrank – sondern langsam aber sicher Platzprobleme. Vielleicht fahre ich deshalb nicht mehr in Urlaub …

Ich habe ein Foto von Tassen ausgewählt, die mir BESONDERS am Herzen liegen:

IMG_0969[1]

Und ich werde Euch zu jeder Tasse etwas erzählen: Zunächst einmal: Meine Tassen sind BECHER! Fast alle. Tassen nehme ich zum Reis abmessen.

Erst eine wehmütige Geschichte:

Links, die rosane. War eine der ersten von diesem Bild, die ich mir mit 5 anderen in wilden Farben gekauft habe in einem Haushaltswarenladen, den es heute nicht mehr gibt. Mir gefiel besonders an diesen Tassen, dass sie innen auch gefärbt waren – innen weiße Becher sehen schnell schäbig aus.

Ich habe damals viel Besuch gehabt, und eines Tages trug ich meine bunten Becher auf einem Tablett von der Küche ins Zimmer mit dem Esstisch, bleibe mit dem Tablett am Türrahmen hängen und herunter fallen die Tassen. ALLE. Kaputt waren 3, die mit den mir liebsten Farben, grün, orange und weinrot. Übrig blieben violett, blau und eben rosa (ich bin kein großer Freund von rosa …). Und weigern sich standhaft, ebenfalls den Weg allen Irdischen zu gehen und Platz für neue Generationen zu machen.

Der nächste Becher kam viel später in meine Sammlung, zweiter von links, mit Noten und einer Geschichte von Freundschaft und auch ein bißchen Wehmut:

Ich hatte bereits meine Fachhochschulausbildung in Mannheim beendet und besuchte eine Kollegin/Freundin von damals in ihrer Heimatstadt Würzburg. Wir bummelten durch die Straßen, sie wollte noch Gitarrenseiten besorgen – und ich sah im Schaufenster des Musikladens GENAU DIESE TASSEN … Ich habe mir zwei gekauft. Diese und eine mit Klaviertasten. Und eine hat mir die Freundin später nochmal zum Geschenk gemacht. Auch diese Becher sind innen durchgefärbt. Leider ist der Kontakt zwischen der Kollegin/Freundin und mir ziemlich versandet – sie hat jetzt Familie und wir arbeiten nicht mehr für denselben Dienstherrn.

Für ziemlich lange Zeit (immerhin bis etwa 2014) haben eine andere Freundin und ich uns regelmäßig dienstags abends getroffen und immer habe ich diese Becher auf den Tisch gestellt. Daher sind diese Becher für mich mit zwei Freundinnen verbunden, bei denen sich langsam aber sicher die Bindung lockerte. Bis mich diese Freundin, die sonst jeden zweiten Dienstag kam, am Donnerstag aus der Klinik abholte und ich fest stellte, Jahrzehnte verflachen nicht mal so eben. Danke A.

Becher Nummer drei ist wieder ein Reisemitbringsel, aus New York. Warum trieb es mich nach New York? Dunkles Geheimnis: Ich war mal ein glühender Robbie-Wiliams-Fan. Das hat sich – genau – gegeben … Und ich bin nach New York, weil ich noch nie dort war, schon immer mal hin wollte und ein amerikanischer Robbie-Fan und ich uns da treffen wollten. Auch dieser Kontakt brach ab, das wird Euch jetzt nicht mehr so erstaunen … Aber der Becher, gekauft in einem Store in China-Town wird mich immer an New York erinnern.

Mein „Guilty-Pleasure“-Becher ist Becher Nr. 4. Von jener Dienstag-Freundin (gleichzeitig Katzensitterin und die Schuldige, dass ich mal mit Rollenspiel anfing) geschenkt, hat sie meine zwei Leidenschaften festgehalten/begründet. Einerseits – ich liebe Katzen. Bin auch auf vielen Blogs unterwegs, die sich mit Katzen beschäftigen und blieb dabei sogar in einem Blog hängen, das mit Katzen nichts zu tun hat, sondern von einer Mutter eines Mädchens mit einer Entwicklungsstörung geschrieben wird – aber den schönen Namen trägt: Herding Cats.

Aber es gibt nicht nur diese eine Tasse aus der Reihe, und das ist Leidenschaft Nummer zwo: Es gab drei aus der Serie, drei aus einer ähnlichen, zwei ganz andere Tassen mit Katzen und vier weitere in ähnlichem Design, die ich mir alle geholt habe – und nur Platznot hindert mich, auch noch die Serie mit den Kitten zu kaufen! Die Becher sind riesig, 480 ml – also – gerade richtig 😉 Und sie sind auch ständig in Gebrauch!

Wenden wir uns dem anderen Ende des Spektrums zu – rechts außen steht ein Becher, zu dem es auch eine lustige kleine Geschichte über meine Schwabengene gibt. (Ich habe einen Urgroßvater, auf dessen Geburtsurkunde noch gestanden haben soll: „Ein echter und rechter Schwabe“ – und das merkt man mir manchmal an.) Ich besuchte London, ich mag kleine Sondermuseen, meist sind die sehr liebevoll gemacht, ich sah: Es gibt ein London Transport Museum . PRIMA – und dann stellte ich fest, dass der Spaß halb soviel wie Mme Tussaud kosten sollte (17 Pfund heutzutage gegenüber 35 Pfund Mme Tussauds) … Ich schluckte kurz, stellte dann fest, dass man in den Shop auch so konnte, kaufte mir dort besagten Becher … und ging wieder. Heute würd ich die 17 Pfund ausgeben 😉 Aber damals war der Schwabe in mir zu geizig.

Daneben steht ein Becher von einer Freundin, die ich noch nie getroffen habe. Sie wohnt in … Schwaben. Der Becher trägt natürlich auch meiner Katzenleidenschaft Rechnung, die Größe ist genau richtig für einen Cappuccino (Achtung, für Kaffeeliebhaber wird es jetzt eklig: Aus Instantpulver) und wenn ich mal krank bin und Erkältungs- oder Nieren- bzw. Thymian- oder Brennessel-Tee trinke, dann ist es die richtige Größe.

Daneben steht ein Becher von einem bekannten Schweizer Schokli-Hersteller, der zu Ostern und Weihnachten 10 kleine Schokoladenhohlfiguren mit diesen Bechern verkauft – dieser Osterbecher gefällt mir besonders gut! Auch den nehme ich zum Pulvercappuccino – wenn die kleinere Menge nicht hilft.

Und dann kommt ein Becher von meiner Lieblingskusine. Ohne Henkel. Daher trinke ich dort meist Bananenmilch draus. Ein kleines Wortspiel am Rande, ein paar geile Schafe … Und ein Becher, den ich nicht missen möchte.

Im Zentrum steht der rotglühende Becher mit dem 96-Logo. Auch dazu gibt es eine richtige Geschichte. Ich bin ja schon sehr lange Single und war mal bei Guardian Soulmates (ich habe es heute mit dunklen Geheimnissen) – nie als zahlendes Mitglied. Ich bekam nur wenige Zuschriften, weil ich kein Bild reinstellte, aber dafür die ehrlichst-mögliche Aussage über mein Gewicht machte. More to love – ich hätte auch ehrlich Fett oder Morbidly Obese angekreuzt – da zu lügen bringt nämlich GAR NIX. Nun, einer der wenigen, die mir schrieben, war ein Fußballfan aus Watford, der seinen Verein unterstützte und der mich nach etlichen Wochen bat, ihm einen Schal der 96er zu schicken. Ich besorgte ihm einen und mir diesen Becher mit. Kurz danach war der Fußballfan mit einer schottischen Mary liiert, wenn die mal nicht ihren Kopf verlor. Aber mein 96 Becher bleibt mir – auch in der zweiten Liga.

Und davor seht ihr eine Untertasse. Nein, sie fliegt nicht. Sie steht da für all die Becher, die ich nicht mehr habe, die mir aber auch etwas bedeutet haben.

Meine Schwester z.B. hat mir einen Becher mit naiver Kunst geschenkt – mit Katzen. Ich habe diesen Becher mit zu einer Arbeitsstelle genommen – und die Putzfrau stellte ihn in die Spülmaschine, das war da so üblich. Nun, eines Tages war mein Becher weg  – ganz weg … ich gehe davon aus, dass er kaputt war. Kann vorkommen, seither nehme ich nur noch Becher mit zur Arbeit, die mir nix bedeuten. Nicht, dass wir jetzt noch eine Spülmaschine hätten – ich habe aber auch mal in der Privatwirtschaft gearbeitet!

Die zweite Tasse, die es nicht geschafft hat, ging daheim kaputt: Ich hatte sie immer auf diese Untertasse abgestellt – es war eine RIESIGE Tasse aus grau lasiertem Ton mit bunten geometrischen Mustern drauf und unten sehr rau, daher die Untertasse. Diese große Tasse hatte ich in Dauergebrauch. Geschenkt wurde sie mir, als ich gerade mein Jurastudium zum zweiten Mal versiebte (noch so ein dunkles Geheimnis) … also, kurz davor – zum Geburtstag. Von einer Freundin und einer Kommilitonin. Eines Tages aber überlebte diese Tasse den Abwasch nicht, muss aber schon 10 Jahre oder so danach gewesen sein.

Tassen sind halt Gebrauchsgegenstände. Gebrauchsgegenstände nutzen sich ab, werden beschädigt, gehen auch mal entzwei – B positive ist nicht nur meine Blutgruppe, sondern auch ein (englischsprachiges) Lebensmotto. Jede entzwei gegangene Tasse – wie beliebt auch immer – schafft Platz für eine neue Tasse mit neuen Erinnerungen. Die Erinnerungen aber, die lässt die Tasse zurück. Also, bis Altersheimer zuschlägt.

PS: Ich wundere mich, dass keine/r gefragt hat: Das ROTE im glühenden 96-Becher ist Hagebuttentee, einfach und nicht verstrahlt – war sogar die Bio-Version der Bio-Supermarktkette bei mir ums Eck – das Leuchten stammt von einem dahinter platzierten Teelicht … Keine Tricksereien mit der Kamera oder einem Fotobearbeitungsprogramm.

 

 

 

 

Survival 3 – Finale

Heute Morgen 6:30 Uhr, war Termin angesetzt.

Das hieß für mich, morgens um kurz vor 6  (eher so kurz nach halb sechs) ein Taxi nehmen. Und dann um 6 dort ankommen, alles noch dunkel, das Aufnahmezentrum wird erst ab 6:30 Uhr geöffnet. Es sei denn, man hat eine eifrige Kraft, die sich auch noch an mich erinnerte. Sie behält immer die, die besonders freundlich oder besonders unfreundlich waren, nun – sie versicherte mir, dass ICH nicht zu den letzteren gehörte.

Diese Kraft drückte mir dann so 20 nach 6 schon meine Akte in die Hand und beschrieb mir, wie ich an meinen eigentlichen Bestimmungsort komme. Und – sie beklebte mich mit einem Armband – ich war offiziell aufgenommen.

Oben das gleiche Spiel, die Anmeldung hatte noch nicht geöffnet. Ich hatte ein dickes Buch mitgenommen (Die Schlafwandler. Hilft MIR schläfrig zu werden, obwohl ich dafür heute keine Hilfe brauchte – ich bin um 2:43 aufgewacht und nicht wieder eingeschlafen!)

Als dann (auch hier: ÜBER-)pünktlich geöffnet wurde, wurde ich um die Akte erleichtert, ins Wartezimmer geschickt, dort saß ich noch ein paar Minuten, dann ging es zur Narkose. Dort wurde ich meiner Würde beraubt (niemand trägt ein OP-Nachthemd mit Würde), ja, es gab eine Art „dignity pants“ – auch weil ich sonst schon vor der OP alles verunreinigt hätte, ich bekam den obligatorischen Venenzugang. Und ganz am Ende eine „Scheißegal“-Pille. Die nicht wirkte – wie mir die Narkoseärztin versicherte, muss sie eine Stunde VOR dem Eingriff gegeben werden … Haha …

Dann fuhr ich bis vor den OP, wurde dort auf ein OP-Bett umgebettet (ok, ich konnte noch helfen, also tat ich das), kam im „Theater“ – so im Englischen Sprachraum die Bezeichnung für den Operationssaal – an, wo mich ein Haufen gut gelaunter Leute empfing. Eine freundliche OP-Schwester, eine freundliche Praktikantin, eine freundliche Narkoseschwester, eine Narkosärztin und ein Frauenarzt (der Hahn im Korb), der die eigentliche OP durchführte. Ich bekam langsam aber sicher das „Große Zittern“ – es war kühl, um Bakterien nicht unnötig zur Vermehrung anzuhalten, wir wissen ja, die lieben es feucht-warm – und es war meine erste Vollnarkose. Zuerst gab es wohl nur ein Schmerzmittel, bei dem ich sagen sollte, wenn mir „komisch“ würde. Das habe ich gerade noch hinbekommen, dann war ich weg.

Ich kam dort wieder zu mir, wo ich meine Würde verloren hatte. Kurz nach 9. Und fühlte mich so semi-fit. Das täuschte, wie ich nach gut einer Stunde bemerkte, als man mir Tee anbot und zwei Schluck Tee mich echt nicht glücklich machten. Nein, ich habe nicht gespuckt. Aber ich döste noch ein wenig, es wurde 12, ich sah andere Leute den OP zu Hauf verlassen, nur ich lag da noch – und war jetzt WIRKLICH fit. Ich langweilte mich außerdem, also las ich mal so den Narkosebericht – OP selber dauerte 7 Minuten, 29 Minuten war ich weg.

Es wurde der nächste Narkosearzt verhaftet, ihm das Entlassungsformular vorgehalten und ich bekam die ersehnte Unterschrift. Ich durfte mich wieder in Normalklamotten begeben, „räumte“ mein Bett auf – naja, fast .. und ging nach vorne, meine Akte an der Anmeldung hinterlassend, wartete auf die gute Freundin und kam mit Taxi heile und hoffentlich wieder gesund bei mir an. Nun wird Tee getrunken. Abgewartet habe ich heute schon genug.

Und, noch Beschwerden? Naja, ich darf heute kein halbes Schwein auf Toast mehr verputzen .. und „mein Marathontraining“ muss ich wohl auch aussetzen – HINT: das war Sarkasmus – aber ansonsten sieht mich meine Arbeitsstelle morgen früh wieder. Schließlich geht es mir wieder gut. Nur so richtig FRÜH werde ich wohl nicht auftauchen. Die 24 Stunden sind ja erst um kurz nach 9 rum.

Jetzt mache ich es mir erstmal mit einer elastischen Hose auf der Couch bequem.

Survival – update 2

Und weiter geht es, heute war ich zu meinem „Vorgespräch“:

Termin 8:30. Was macht die intelligente * Frau?

*Urteile darüber stehen noch aus*

Sie kommt früher, weil sie weiß, dass die moderne Klinik von heute ein Labyrinth ist und es nicht einfach wird, den Ort zu finden, den man sucht. Also stolpere ich an der Baustelle ins Klinikgelände (einfach mal die falsche Straße Richtung Krankenhaus genommen, soll vorkommen), dann in der Apotheke nach (nein, nicht einem Beruhigungsmittel) dem Weg gefragt, und SEHR freundlich diesen gezeigt bekommen. Die Information war auch noch zu finden, von dort ging es dann immer noch deutlich vor 8 zum Aufnahmezentrum. Wo ich, Verwaltungsmitarbeiterin, die ich ja selber bin, in die Klauen der Bürokratie gerate.

„Wieso haben Sie denn eine Überweisung, dies ist ein Krankenhaus, sie brauchen eine EIN-Weisung!“

Nein, brauchte ich nicht. Zum einen, weil ich nur ambulant behandelt werden sollte, zum anderen, weil ich PRIVAT versichert bin, was ich BEIDES bei meiner Anmeldung am Montag kund getan habe.

Nun, letztlich kam ich an der Verwaltungsmitarbeiterin vorbei, wartete eine Weile, auch eine Weile länger, bis ich denn zu ersten Voruntersuchungen reingerufen wurde. Die beiden MTAs versuchte ich erst einmal aufzuheitern, dass sie mit mir alles machen könnten außer mich fotografieren – die Kosten für die gesprungene Linse würde die Krankenversicherung nicht übernehmen … Ok, war kein Burner, aber hey, es war weit vor meinre Tagesbeginn-Zeit … Dort wurde also mein Blutdruck gemessen (NORMAL – nimm das, Allgemeinmedizinerin aus Bergen und auch du, vorherige Gynäkologin aus Hannover, die du nicht mal eine passende Manschette für meine fetten Oberarme hattest und immer darauf herum gehackt hast, dass mein Blutdruck zu hoch wäre) – und ein RuheEKG gemacht. Dazu verwendete die junge Dame eine „Melkmaschine“ – zumindest waren es mehr Elektroden als ich mal eben so schätzen konnte … und ein paar Fragen waren zu beantworten, aber ich sollte mich dabei entspannen:

Wer erklärte 1914 den ersten Weltkrieg? Wer war Schiedsrichter im zweiten?

Na, oder so ähnlich … Wie gesagt, es war noch früh …

Wenigstens haben sie nicht nach den Lottozahlen gefragt.

Dann wurde es fies, ein Wattestäbchen wurde mir erst im Mund rumgeschwenkt, dann in beide Nasenhöhlen geschoben … Gut, dass ich mir die Zähne geputzt hatte 😛

Und der Rest war Routine – Warten, Klorunde – auch wenn, was ich ablieferte, mehr einer Blutprobe als einer Urinprobe glich, Warten, Formulare, Warten, Gespräch, Warten, Blutabnahme, Warten, Narkosegespärch (ich schlief schon fast ein, wirkt, das nehmen wir morgen).

Termin ist morgen, musste gerade anrufen – SECHS UHR DREISSIG … Ja, wir reden von MORGENS FRÜH … das reicht gerade, um morgens die Katzen zu versorgen und mir Bus und Bahn zu schnappen … ein bißchen will man ja  (s.o.) vorher da sein

Morgen dann, also, werde ich endlich diese lästige Flüssigkeitsabsonderung los – weitestgehend … Es wurde in den letzten drei Tagen heftiger, ich bin froh, dass ich so schnell einen Termin bekommen habe. Aber HOLY SHIT – sorry, SECHS UHR DREISSIG … das muss ich doch erstmal verdauen.

Da hab ich ja noch reichlich Zeit, mich nach der OP morgen zu erholen – oder mit Komplikationen niederzukommen …

Wenigstens ist morgen Donnerstag, da ist mein Hausarzt bis abends um 18 Uhr in seiner Praxis … Alles wird gut.

 

Survival – update

Nein, ich habe die Prozedur noch nicht hinter mir.

Ich habe morgen früh einen Termin zur Vorbesprechung in einem der hiesigen Krankenhäuser.

Warum plötzlich Krankenhaus?

Gewichtsprobleme. Also, nicht ich. Die ambulante Station, in der ich einchecken wollte gestern, hat nur Stühle, die meine Gewichtsklasse nicht mehr sicher aushalten. Und während ich noch nie auch nur das leiseste Stöhnen oder Ächzen bei meiner Frauenärztin gehört habe (deren Stühle für mich auch nicht mehr zugelassen sind … gleiche Gewichtsbeschränkung, versicherungstechnisch), also, vom Stuhl her … nun, mit Narkose wollte das keiner riskieren. Mich eingeschlossen.

Also geht es jetzt zur ambulanten OP ins Krankenhaus. Also, morgen erstmal zum „ich schau mal wieder rein“-Termin …

Immerhin, die „Nicht-Empfangs-Antenne“ ist bereits vorhanden, die hinterher den nicht benutzten Raum in mir „möblieren“ soll …

 

Punkt, Punkt, Punkt – (32) – Musik

Ich könnte Euch jetzt mit der Vielzahl von Musik, die ich gut finde, mal gut gefunden habe oder „auf den Tod nicht ausstehen“ kann, nerven, incl. zahlloser eingebundener Videos.

Aber ich denke ja gern um die Ecke.

Musik ist dem Menschen so wichtig, dass er nicht nur eine Vielzahl von Instrumenten erfunden hat, mit denen er im Takt Laute hervorbringt, und das über alle Zeiten und Kulturen hinweg, er hat sogar einen Körperteil danach benannt. Komischerweise keinen Gehörknochen, sondern einen Nerv.

Einen NERV?

Ja. Nervus ulnaris. Und das habe ich bis heute auch nicht gewusst, dass es ein Nerv ist …

Zitat Wikipedia (außer dem in * hinzugefügten, das ist von mir)

„Am Epicondylus medialis des Oberarmknochens *da, wo der Oberarmknochen und das Ellenbogengelenk „ineinander übergehen“ – untechnisch gesprochen -* ist er durch die Haut tastbar und kann beim Anstoßen eine heftige Schmerzreaktion in seinem sensiblen Innervationsgebiet (in Deutschland „Musikantenknochen“, „Musikknochen“, „Musikerknochen“ …) hervorrufen.“

Ich kannte wie wohl die meisten Nichtmediziner immer nur den Ausdruck Musikantenknochen. Und warum das Ding nun ausgerechnet Musikantenknochen heißt? Ich rate: Weil der Schmerz nachklingt wie die Saite einer Geige …

Was das mit Hannover zu tun hat? Na, das ist jetzt ein bisschen weit hergeholt, aber wir haben hier immerhin sowohl eine Medizinische als auch eine Musikhochschule … Letztere ist allerdings seit 1970 wie ein OHR (und nicht wie ein Ellenbogen) geformt.Bauzeit 1970 bis 1973 – nimm das Berliner Flughafen …