Gegen-An-Kochen

Dies ist eine Warnung! Wer ein Stück Garten hat, sollte sich GUT überlegen, so etwas zu pflanzen, wer so etwas gepflanzt hat, hat entweder eine riesige Familie zu versorgen, viele dankbare Kollegen ohne Garten als Abnehmer – oder ist ein Masochist.

Die Rede ist von der gemeinen Zucchini.

Die Zucchinipflanze produziert in kürzester Zeit enorme Massen an Früchte, in feuchten Jahren wie diesem sogar RIESIGE Früchte.

Ich gehöre zu den dankbaren Kollegen eines Mannes, der in seinem Garten so ein Monster hat. Er hat eine große Familie, die aber inzwischen ausgeflogen ist. Nun müssen die Kollegen her halten. Und ich sag halt (erwähnte ich schon meine Schwabengene) nicht nein, wenn man mir etwas schenken will, dass grundsätzlich erstmal nützlich und schmackhaft ist.

Nun, als ich diesen Montag von besagtem Kollegen dann eine 1,4 kg Frucht geliefert bekam, war ich doch erstmal perplex. Die letzte war schon über 900 g, aber da hatte ich die Kochgruppe bei mir und wir machten ein Zucchini-Gratin.

Es blieb noch etwas übrig vom Gratin, weil wir vorher eine (ukrainisch – also das Rezept) Pilzsuppe hatten und dann Hackfleichnester. Aber immerhin wurde ich einen Großteil der Zucchini dabei los, weil ich auch noch die Menge verdoppelt hatte.

Doch was sollte ich nun mit diesem Oschi machen?

Ich bin ja gerne bei Chefkoch.de unterwegs – und guckte spaßeshalber mal nach:

Über 1000 Rezepte, ich MUSSTE also nicht 3 Wochen gefüllte Zucchini essen. Ich fand u.a. Zucchini-Schafskäse-Muffins – die mir meine Kollegen gern abgenommen haben am Dienstag, ja, auch der Zucchini-geschädigte Verursacher meiner Not. Eine Kollegin wollte sogar das Rezept, glücklich, endlich mal keinen süßen, Zucker-haltigen Muffin angeboten zu bekommen.

Mein Urteil: Kann man noch verbessern, z.B. könnte man in den Teig ein Glas Dill in Öl geben. Oder man könnte Schinkenwürfel, angebraten, hinein geben. Oder auch Röstzwiebeln, wenn man vegetarisch bleiben möchte. Und mit dem Pfeffer sollte man vorsichtiger umgehen als ich *hust*. Dafür könnte noch ein Hauch Muskat oder Muskatblüte ran.

Und gestern nun musste ich den Rest verarbeiten:

Und da ich nur ca. 300 g Zucchini in den Muffins losgeworden bin verbraucht hatte, musste ich noch etwas über ein Kilo Zucchini verarbeiten. Soviele Puffer kann ich allein nicht essen, also entschloss ich mich zu einem einfachen Rezept, dessen Ergebnis sich auch prima einfrieren lässt: Suppe.

Zucchini-Cremesuppe

Hier wird man gleich 1 kg los, mit ein wenig Kernauskratzen kam ich dahin. Und da ich noch einen Bund Frühlingszwiebeln im Kühlschrank hatte, kamen auch noch zwei kleine Frühlingszwiebeln hinein. (Schwabengene. „Waste not, need not!“ Ihr wisst ja, was ist ein Schwabe? Ein wegen Geizes des Landes verwiesener Schotte.)

Während die Zucchini weich kochte, hatte ich meine geputzten und klein geschnittenen Erdbeeren mit Streuseln bedeckt (ich konnte nicht widerstehen im Supermarkt, sie waren noch aus Deutschland, sogar aus der Region) und im vorgeheizten Ofen wurde also noch ein Nachtisch braun … Nachtisch ist wichtig – macht mich glücklich! Das davor macht mich satt.

Urteil: Die Suppe hätte noch mehr Würze vertragen (Salz war es nicht, aber Pfeffer, Muskat oder auch gehackte Petersilie hätte ich doch noch hinzufügen sollen). Aber essbar war sie auf jeden Fall.3 einhalb bis 4 Kokosnüsse (um mal wieder die Bewertung aus den Anfangstagen dieses Blogs hervor zu kramen).

Und der Strawberry-Crumble? Die Streusel waren zu weich, vielleicht zu viel Butter dran (Rezept: 4 EL Mehl, 4 EL Butter, 4 EL Zucker) – jedenfalls verschmolz der Teig mehr als dass er schöne, leicht knusprige Streusel ergab. Daher eindeutig nur 3 Kokosnüsse.

Aber satt  war ich gestern Abend, die Hälfte des Crumbles ass ich heute Morgen noch (ha noi, und dabei spreche ich nicht ein Wort Schwäbisch), drei Viertel der Suppe habe ich weggepackt – zwei davon heute Morgen eingefroren.

Der Kollege sprach davon, dass er seine Pflanze rausreißen wollte – also, ein, zwei, drei oder auch vier Rezepte hätte ich da noch auszuprobieren. Herzhafter Zucchini-Kuchen. Eine Art Pie … allerdings unbedeckt. Und einen Schokoladen-Zucchini-Kuchen. Und süße Muffins mit Zucchini. Und dann war da noch die Fenchel-Zucchini-Rohkost.

Und nein, nächstes Jahr ist es keine Alternative, da weilt der Kollege nicht mehr unter uns … Sein Arbeitsende ist erreicht.

Dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und Geld für Zucchini ausgeben 😉 Es wird mich nicht ruinieren. Allerdings hat es mir gut gefallen, zum Kochen und Backen „ermuntert“ zu werden. Ansonsten ist es mir abends normalerweise zu spät. Aber heute wartet noch bereits Montag aufgetauter Spinat auf mich – und ein Rest Schafskäse – und eine ziemlich hohle Paprikaschote. Und die restlichen Frühlingszwiebeln. Ein paar Gnocchi wären auch noch da. Oder ein Rest Grana Padano … Was könnte ich nur damit anstellen? 😉

 

 

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2 Antworten zu “Gegen-An-Kochen

  1. ooooh das ist leider nur zu wahr… wir haben 4 giganten von unserem nachbarn bekommen. nach gratin, nudel-ersatz und gegrillten zucchini’s waren die endlich weg. In einem anfall von geistiger umnachtung (und schleimerei- iiih!) sag ich noch, dass die klasse waren…. jetzt habe ich 5!!! neue…

    • Nun weißt du ja, was du damit tun kannst – Muffins – Suppe – auch gern mal statt Nudeln in einer Lasagne oder mit Tomatenauce und Reis – oder eben klassisch gefüllt (mit Spinat und Schafskäse, oder mit Pilzen, nicht mit Fleisch, das du ja nicht magst).

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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