Survival 3 – Finale

Heute Morgen 6:30 Uhr, war Termin angesetzt.

Das hieß für mich, morgens um kurz vor 6  (eher so kurz nach halb sechs) ein Taxi nehmen. Und dann um 6 dort ankommen, alles noch dunkel, das Aufnahmezentrum wird erst ab 6:30 Uhr geöffnet. Es sei denn, man hat eine eifrige Kraft, die sich auch noch an mich erinnerte. Sie behält immer die, die besonders freundlich oder besonders unfreundlich waren, nun – sie versicherte mir, dass ICH nicht zu den letzteren gehörte.

Diese Kraft drückte mir dann so 20 nach 6 schon meine Akte in die Hand und beschrieb mir, wie ich an meinen eigentlichen Bestimmungsort komme. Und – sie beklebte mich mit einem Armband – ich war offiziell aufgenommen.

Oben das gleiche Spiel, die Anmeldung hatte noch nicht geöffnet. Ich hatte ein dickes Buch mitgenommen (Die Schlafwandler. Hilft MIR schläfrig zu werden, obwohl ich dafür heute keine Hilfe brauchte – ich bin um 2:43 aufgewacht und nicht wieder eingeschlafen!)

Als dann (auch hier: ÜBER-)pünktlich geöffnet wurde, wurde ich um die Akte erleichtert, ins Wartezimmer geschickt, dort saß ich noch ein paar Minuten, dann ging es zur Narkose. Dort wurde ich meiner Würde beraubt (niemand trägt ein OP-Nachthemd mit Würde), ja, es gab eine Art „dignity pants“ – auch weil ich sonst schon vor der OP alles verunreinigt hätte, ich bekam den obligatorischen Venenzugang. Und ganz am Ende eine „Scheißegal“-Pille. Die nicht wirkte – wie mir die Narkoseärztin versicherte, muss sie eine Stunde VOR dem Eingriff gegeben werden … Haha …

Dann fuhr ich bis vor den OP, wurde dort auf ein OP-Bett umgebettet (ok, ich konnte noch helfen, also tat ich das), kam im „Theater“ – so im Englischen Sprachraum die Bezeichnung für den Operationssaal – an, wo mich ein Haufen gut gelaunter Leute empfing. Eine freundliche OP-Schwester, eine freundliche Praktikantin, eine freundliche Narkoseschwester, eine Narkosärztin und ein Frauenarzt (der Hahn im Korb), der die eigentliche OP durchführte. Ich bekam langsam aber sicher das „Große Zittern“ – es war kühl, um Bakterien nicht unnötig zur Vermehrung anzuhalten, wir wissen ja, die lieben es feucht-warm – und es war meine erste Vollnarkose. Zuerst gab es wohl nur ein Schmerzmittel, bei dem ich sagen sollte, wenn mir „komisch“ würde. Das habe ich gerade noch hinbekommen, dann war ich weg.

Ich kam dort wieder zu mir, wo ich meine Würde verloren hatte. Kurz nach 9. Und fühlte mich so semi-fit. Das täuschte, wie ich nach gut einer Stunde bemerkte, als man mir Tee anbot und zwei Schluck Tee mich echt nicht glücklich machten. Nein, ich habe nicht gespuckt. Aber ich döste noch ein wenig, es wurde 12, ich sah andere Leute den OP zu Hauf verlassen, nur ich lag da noch – und war jetzt WIRKLICH fit. Ich langweilte mich außerdem, also las ich mal so den Narkosebericht – OP selber dauerte 7 Minuten, 29 Minuten war ich weg.

Es wurde der nächste Narkosearzt verhaftet, ihm das Entlassungsformular vorgehalten und ich bekam die ersehnte Unterschrift. Ich durfte mich wieder in Normalklamotten begeben, „räumte“ mein Bett auf – naja, fast .. und ging nach vorne, meine Akte an der Anmeldung hinterlassend, wartete auf die gute Freundin und kam mit Taxi heile und hoffentlich wieder gesund bei mir an. Nun wird Tee getrunken. Abgewartet habe ich heute schon genug.

Und, noch Beschwerden? Naja, ich darf heute kein halbes Schwein auf Toast mehr verputzen .. und „mein Marathontraining“ muss ich wohl auch aussetzen – HINT: das war Sarkasmus – aber ansonsten sieht mich meine Arbeitsstelle morgen früh wieder. Schließlich geht es mir wieder gut. Nur so richtig FRÜH werde ich wohl nicht auftauchen. Die 24 Stunden sind ja erst um kurz nach 9 rum.

Jetzt mache ich es mir erstmal mit einer elastischen Hose auf der Couch bequem.

4 Antworten zu “Survival 3 – Finale

  1. schoen das alles vorbei ist… ne gute tasse tee ist ein wunderbarer abschluss fuer diesen aufregenden tag :o) Ich wunder mich immer dass das doch so fix geht mit der narkose… erst ist man da,, dann weg und dann ploetzlich ist man wieder da, als wenn nix gewesen waere (bei oberflaechlicher betrachtung). Verwunderlich fand ich, dass ich eine vor-belehrung erhielt, nach der narkose keine wichtigen papiere zu unterschreiben…. und 20 minuten nach der op kriegte ich schon den papierwust fuer die versicherung…. ist wohl nicht wichtig gewesen LOL

  2. Bin froh, dass alles gut ging. Ich vermute ich hätte ein ähnliches eingriff erlebt vor viele Jahren, wenn es immer noch möglich war bei mir, aber musste nicht einschlafen. Ich hätte ein Spritze in der Rücken und alles war nicht mehr empfindlich. Es scheint wir haben die gleiche spital-Universal Nachthemden in der Schweiz.

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