Monatsarchiv: Juni 2016

Punkt, Punkt, Punkt – (24) – CHAOS

Hier in Hannover befindet sich ja die Hauptstadt des Chaos, wir hatten sogar unsere eigenen Gedenktage dafür, sie haben sich aber auf Dauer nicht durchgesetzt.

Wie, Ihr glaubt mir nicht? Dann schaut mal in Wikipedia nach:

„Die ersten Chaostage fanden 1983 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover statt und richteten sich gegen eine geplante Punker-Kartei der Polizei. Bei den seitdem mehr oder weniger regelmäßig stattfindenden Chaostagen kam es – besonders bei den Chaostagen 1995 – immer wieder zu heftigen Ausschreitungen und Straßenschlachten mit der Polizei.“

Ich kann vermelden, Hannover ist so provinziell bürgerlich geordnet (weswegen ich so gern hier lebe), dass die Chaostage auf Dauer keine Chance hatten. Sie sind hier nur noch eine entfernte Erinnerung. Was auch besser so ist.

JA, auch Punks dürfen für Ihre Meinungen und Rechte demonstrieren! Und wenn dazu Punk-Musik gespielt wird, dann ist das halt so. Egal ob es anderen Leuten gefällt. Aber – auch Punks müssen sich dabei an die Regeln halten:

NEIN – nur weil ich gegen irgendetwas vom Staat bin, darf ich noch lange nicht plündern und brandschatzen bei Privatleuten. Und dazu zählt auch der Discounter an der Ecke – eine staatliche Einrichtung ist der nämlich nicht!

Chaostage gibt es natürlich immer noch – nur sind es jetzt nicht mehr Punks – sondern  Hooligans. Und sie finden nicht mehr im August in Hannover statt – sondern im Juni in Marseille.

 

 

 

 

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Punkt, Punkt, Punkt – (23) – Kinderlieblingsbuch

Auch mir fällt die Auswahl schwer. Ihr habt zwei der Aspiranten schon beim Thema Herzensbücher gesehen, nämlich „Die Stadt der Kinder“ mit den Kindergedichten aus den späten 60er Jahren, und „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Genauso faszinierend fand ich übrigens die Sammlung von Astrid Lindgren Geschichten, die ich hatte, Pippi Langstrumpf habe ich mit Freuden gelesen, Hans-Christian Andersen mit seinen traurigen Märchen gefiel mir oft besser als die der Gebrüder Grimm.“ Der kleine Hobbit“, der mir in den 70ern von einer Mitschülerin geschenkt wurde. Genauso gern las ich die Schreckenstein-Reihe (Hanni und Nanni fand ich auch lesbar, zog aber diese Version an Internatsgeschichten vor).

Ein Autor aber, von dem ich heute kein einziges Buch mehr im Regal stehen habe, weil ich ihn als Erwachsene nicht mehr lesbar finde (zu Schwarz-Weiß für meinen heutigen Geschmack, und zu sehr im Mary Sue style. (Kann alles, weiß alles …) hat meine Kindheit lange Jahre bestimmt.Viele DM, die ich so angesammelt habe durch Verwandtenbesuche und durch Taschengel, habe ich in Taschenbücher seiner wichtigsten Werke investiert:

Karl May.

Eine „schillernde“ Persönlichkeit war er, aber ich muss doch sagen, dass seine Bücher mir lange Zeit die größte Freude bereitet haben. Auch, weil es so viele davon gab. Da war immer noch ein neues zu haben, auf die ich teilweise dann gespart habe – ich habe auch heut noch nicht alle 74 gelesen. Nie alle 74 besessen. Aber eigentlich alle seiner Serien haben mich unterhalten. Egal ob es Winnetou und die (Jargon heute:) Spinoffs im Wilden Westen waren, ob es die „Durch die Wüste“-Reihe und deren Spinoffs (incl. den völlig abgedrehten Im Reich des Silbernen Löwen III und IV) waren, sein Buch über eine fiktive China-Reise („Der blaurote Methusalem“) oder seine Geschichten im für mich ja schon historischen Deutschland seiner Zeit – alles war für mich spannend, exotisch, hat mir auch die Deutsch-Französischen Kriege näher gebracht oder das Heutige Amerika (ich habe ja nicht aufgehört, über Amerika zu lesen und viele von Mays falschen Darstellungen inzwischen korrigieren können). May war mein erster Serienautor. Noch vor den Schreckenstein-Werken.

Weil ich heute keines seiner Bücher mehr im Haus habe, kann ich auch kein Foto beifügen.

Schöne neue Welt in einer U-Bahn-Station

Dieses Photo wollte ich schon vor einiger Zeit (Foto ist von Februar) bringen. Was will uns der Plakatauftraggeber damit sagen?

Dass wir Kinder jetzt auswählen können wie Berufe? Und damit später auch nochmal wechseln? Mit einem Kündigungsrecht innerhalb einer Probezeit?

Oder das Kind passend zum Beruf? Als Mediziner ein Kind, das wenig Aufmerksamkeit braucht, weil man ja selbst ständig im Job steckt? Als Beamter ein Kind, das zum Schlafen in ein TÜV-zertifiziertes Bett strebt, das nach einer europaweiten Ausschreibung angeschafft wrude? Als Schneider einen Drogenjunkie – da weiß man immer, wo die Nadeln sind?

Seht selbst:

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