Punkt, Punkt, Punkt – (26) -Angst

Angst: mehr als Furcht und Besorgnis, weniger als Panik

Angst hat es inzwischen in die englische Sprache geschafft:

noun: angst

  1. a feeling of deep anxiety or dread, typically an unfocused one about the human condition or the state of the world in general.
    „the existential angst of the middle classes“

Erstaunlicherweise – das funktioniert also nicht nur andersrum, wie manche Leute, die sich schwer mit dem Englischen tun, befürchten.

Ein Gefühl intensiver Sorge und Unruhe, typischerweise nicht fokussiert

Das kennen wir ganz anders. Zwar sind auch uns im Deutschen angstdurchwachte Nächte bekannt, in denen man sich schlaflos wälzt, aber das deutsche Wort Angst ist eben oft doch sehr fokussiert: Spinnenangst (keine Sorge, kein Foto davon! Außerdem gibt es auch die Angst vor anderen Tieren, sogar Katzen!), Angst vor der Dunkelheit, Angst vor einer Blamage in einem sehr fokussierten Zusammenhang (öffentlicher Auftritt, Job – das was der Engländer als stage fright bezeichnet – bei uns aber so harmlos Lampenfieber heißt), Höhenangst und alle anderen Phobien.

 

Aber auch Tiere haben Angst. Katzen, die eleganten Jäger und athletischen Schmuser, sind prädestiniert dafür. Wenn es hier klingelt, hat sich mein Kater viele Jahre unterm Bett versteckt.

Daher der Titel eines Buchs über einen amerikanischen Tierarzt:

Alle meine Patienten sind unterm Bett.

Neuerdings, von meiner „neuen“ Katze gelernt, wühlt er sich unter die Decke auf dem Sofa. Meine Schwester nennt es Sofabeule. Das macht er auch, wenn zu viele laute Leute im Treppenhaus vorbeilaufen. Nur selten überrascht er mich und setzt sich dann in die Wohnzimmertür, schaut gebannt auf die Wohnungstür und ist erst wieder entspannt, wenn alles ruhig ist.

Er hat eine Menge von meiner „neuen“ Katze gelernt – meine Kleine kam hier nämlich an als Meisterin der Schisser … wenn es zum Tierarzt geht, sogar wörtlich! Sie hat sich die ersten Wochen im dritten Zimmer im kleinen Kratzbaum versteckt, das sah dann ungefähr so aus:

Katzenliebe alt 030

Frauchen näherte sich langsam, in gebeugter Haltung (wie es einem Sklaven geziemt) – und legte ihr vorsichtig Katzenfutter in die Höhle, ein Spielzeug, Katzengras. Aber nichts konnte sie davon überzeugen, dass es bei mir sicher war.

Knapp zwei Monate später allerdings legte sie sich dann schon im Wohnzimmer ab, während ich auf der Couch saß – aber wehe, ich stand auf!

Erst nach 7 Monaten setzte sie sich zu mir auf die Couch und verlangte, dass ich ihr erklärte, wie das mit dem Streicheln denn nun ging. Und seither ist sie eine sehr muntere Schmusekatze. Es sei denn, es kommt der Transportkorb raus und der Tierarzt droht …

11 Antworten zu “Punkt, Punkt, Punkt – (26) -Angst

  1. Hallo Frau Hunne,

    ja die Katze ist ein sehr gutes Beispiel für ängstliche Tiere. Beim Tierarzt sieht man dann, dass auch Hunde, Hamster und andere Tiere mit dieser Angst behaftet sind. Witzig bei all den Katzen, die ich bereits näher kennenlernen durfte, sie fürchten sich irgendwie alle anders und vor anderen Dingen.

    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Hat jetzt überhaupt nichts mit dem Beitrag zu tun, aber ich möchte mich hier herzlich für die postalischen Grüße bedanken. Tolle Wasserkunst. Ich habe mich wirklich sehr über die Überraschung gefreut.
    Und an den Weltpostkartentag hast Du mich auch gleich noch erinnert. Danke. Danke.

  3. Cats! You may know oldcat’s threecatyard blog, which features Rhea, Davout, and Anna, her cats. Anna has been hiding in a closet for most of the time she’s been a member of the household. Slowly (with no help from ornery Rhea!), Anna’s adapting. It sounds like your kitty has made some big advances! Good for kitty!

    https://threecatyard.wordpress.com/

    • Kitty is now the Queen of the household – thanks to my big gentlemanly tom.

      • Sounds like you lucked out! My two periodically go through a shuffling of which one is top cat. Though their tussles aren’t long, they do leave tufts of kitty fur where they had their „discussion“!

      • I am not saying we do not have these discussions here now and then. But they are rare – and I am glad!
        The day she came here she was terrified, slipped under the bed where she found the tom. Tom lying there, hating that somebody else was in the flat (he hates strangers) and then this tiny bundle of fear came. I counted down from 10 waiting for the hissing and growling. NOTHING. He kind of reassured her instead. They stayed there for the next hours until I went to bed then she fled into the third room. She came back the night, but when I moved she ran back. She found the „cave“ and there she stayed for some time while I was around – or she lay on the window sill. She ran around at night and I heard her play with a chestnut – she did not know cat toys then – she learned about them soon enough.

  4. Toll, wie du das Vertrauen deiner Katze gewonnen hast!
    LG Sabienes

  5. Guten Morgen, Frau Hunne,

    ich bin fest überzeugt, dass alle empfindungsfähigen Lebewesen in bestimmten Lebenssituationen Angst haben. Dies ist eine Angst, die unserer menschlichen Furcht nahe kommt. So fürchtet sich meine Katze Mimi beispielsweise vor kleinen Kindern, vor dem Staubsauger und vor Donnerschlägen. Eine in Science veröffentlichte Studie belegte, dass sogar die wirbellosen Flusskrebse echte Furcht empfinden.

    Ich selber fürchte mich vor einigem (Bsp. Autofahren) und vieles macht mir Angst. Vielleicht habe ich geade deswegen gestern über eine Angst geschrieben, die jemand anderes hat.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    Barbara

  6. Tiere haben zum Teil ja noch diesen Urreflex von Angriff/Kampf oder Flucht in gefährlichen Situationen. Katzen besonders. Super zu beobachten wenn sie sich erschrecken. Dann bleiben sie meistens ein paar Sekunden ganz unbeweglich und starr stehen und dann ran oder weg…🙂
    Ich fand das auch damals so faszinierend als die Elefanten kurz vor dem Tsunami alle Richtung Landesinneres geflüchtet sind. Sie haben sich sogar von schweren Ketten losgerissen als noch kein Mensch was gemerkt hat. Ich frage mich, wozu so komplizierte und teure Warngeräte entwickelt werden, die dann womöglich auch noch versagen, wenn man solche Tiere hat…
    LG Sabine

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