Monatsarchiv: Mai 2016

Am Backtresen

Ich bin ja nun in einem Alter, wo eine Frau schon mal ein wenig in Schweiß gerät ohne Not. Und das sollte man mir auch ansehen, dass ich bereits Ende 40 bin. Jünger sehe ich jedenfalls nicht aus.

Entweder hat die Fachkraft hinterm Tresen meiner Filialbäckerei noch nichts von den Symptomen der Wechseljahre gehört, oder sie dachte, ich bin schon zu alt dafür.

Gestern war es bezogen, aber es regnete nicht, als ich zum Backtresen ging und mir was fürs Büro mitnehmen wollte. Ich hatte also eine trockene Regenjacke an, aber ein verschwitztes Gesicht.

„Oh, regnet es so heftig?“

Uhm – nein. Ich hoffe, wenn sie in 10 Jahren in die Wechseljahre kommt, wird ihr auch jemand klar machen, dass sie gerade schwitzt … Weil sie das sonst ja sicher mit einem Regenschauer verwechseln wird …

Benimm-Regeln: Man kommentiert nicht, wenn jemand schwitzt. NIE. Schon gar nicht hinterm Bäckertresen. ES IST EINFACH UNHÖFLICH. Es ist unangenehm genug so heftig zu schwitzen, dass man ein ganz nasses Gesicht hat. Ich muss nicht noch darauf aufmerksam gemacht werden! ICH KANN ES NÄMLICH NICHT ÄNDERN!! DANKE.

 

 

Punkt, Punkt, Punkt – (18) – Gesundheit

„Bless you“ sagt der Engländer, „Verreck du Aas“ der Deutsche, wenn er nicht gerade „Gesundheit“ sagt (und wir hoffen, er meint den Schnupfen mit dem „frommen Wunsch“), „A vos/tes souhaits!“ hören wir im Westen (direkt übersetzt wäre es wohl so in etwa Alle [guten] Wünsche). In unserer westlichen Gesellschaft ist es weit verbreitet, seinem Gegenüber, das gerade geniest hat, einen guten Wunsch mit auf den Weg zu geben.

Der deutsche Wunsch „Gesundheit“ gilt allerdings erst seit „neuerer“ Zeit als Wunsch für den Erkrankten, er kommt ursprünglich aus der Pestzeit und war früher eher ein „Gott erhalte MIR die Gesundheit!“ Wir sind inzwischen ein wenig sozialer gewesen.

Bis irgend jemand meinte, dass diese Formel jetzt neuerdings unhöflich sei. So Knigge. Diese Haltung konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Wäre sonst auch komisch gewesen, in den US wird neuerdings nicht mehr „Bless you“ gewünscht sondern – ja, wir exportieren auch deutsche Wörter in die englische Sprache, nicht nur andersrum – tatsächlich „Gesundheit!“

Meine Antwort auf „Gesundheit“ ist übrigens „Hört sich eher nach Krankheit an, aber Danke!“

Und ein Foto wollt Ihr auch noch? Ist aber eklig, so ein Nieser-Foto. Wollen wir nicht doch lieber drauf verzichten? Danke, ich wusste, Ihr würdet es verstehen. Denn meine Fotos würden eher zum Thema Krankheit passen …

„Gesundheit kann sich auf den einzelnen Menschen beziehen und als Zustand des körperlichen wie geistigen Wohlbefindens oder der physischen und psychischen Funktions- und Leistungsfähigkeit gefasst werden.“ (Wikipedia)

Dann wäre jeder, der mal ‚einen schlechten Tag‘ hat, gleich krank … Und da wir meistens gemischte Tage haben, wären wir alle dauerkrank.

„Gesundheit kann auch als Gegenbegriff zu Krankheit gefasst werden und beschreibt dann den wünschenswerten Normalzustand als Abwesenheit von Krankheit.“ (Wikipedia)

Da stellt sich dann wieder die Frage, was ist Krankheit? Ist auch nicht einfacher.

Ich kann aber wahrscheinlich sowieso nicht mitreden. Ich bin eh chronisch krank, mit meinem Glaukom.