Monatsarchiv: Mai 2016

Punkt, Punkt, Punkt – (20) – Matschwetter

Matschwetter ist in Hannover nicht sooo häufig. Doch, ja, es regnet hier viel, aber es ist halt eine Stadt mit geteerten Straßen und gepflasterten Gehwegen. Und bei Regen gehe ich bestimmt nicht in den Park – egal in welchen.

Trotzdem erlebe auch ich Matschwetter. Allerdings früher im Jahr, nicht Mitte Mai:

Januar 2016 119.JPG

Diese „hübsche“ Mischung aus Schnee, zu Eis komprimiertem Schnee, Schmelzwasser und Split ist einer der Gründe, warum ich kein Winter-Fan bin. Hier in der Stadt ist das nur mit Dreck verbunden …

Matsch früher war für das Kind, das im Garten der Großeltern groß wurde, eine Alternative zu Knete. Davon gibt es keine Bilder. Aber ich erinnere mich noch an aus dem Matsch geformte Brotlaibe.

Letztlich aber ist Töpferei ja nichts anderes als im Matsch zu spielen … Ton ist schließlich auch Erde. Und damit ist für Leute, die mit Ton arbeiten, jeder Tag Matschwetter 😉

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Diebstahlssicherung?

Ich lebe hier nicht weit entfernt von einem Bekleidungsdiscounter. Dort waren außen aufgestellt Drahtkörbe mit einem Angebot an Kissen für Balkon-/Terrassenbestuhlung. Diese waren mit Diebstahlssicherungsplaketten versehen.

Ich habe mir das Foto gespart, ich will niemanden bloßstellen. Aber – funktionieren diese Plaketten nicht so, dass sie einen Alarm auslösen, wenn man das Geschäft mit den Produkten und den Plaketten verlässt??

Eine weitere Frage, wenn die Kissen abends in das Geschäft geräumt werden – lösen sie dann auch einen Alarm aus?

Irgendwas kann da so nicht richtig sein.

Die wichtigste Frage jedoch: Werden wir wirklich alle immer dümmer??

Punkt, Punkt, Punkt – (19) -Selbstgemachtes

Ich könnte hier natürlich auf meine Kekse zurück greifen, die ja selbst hergestellt waren. Oder auf die pochierten Eier vom Ostersonntag. Oder eine selbstgeschriebene Geschichte vorstellen (oder Euch, noch besser, mit einem Gedicht foltern) – aber ich habe heute was Anderes für Euch.

Jedes Jahr (mit einigen Ausnahmen, wenn es wirklich nicht passte), bastele ich einen Adventskalender. Meinen ersten habe ich meiner Schwester geschickt – und DHL hat mal wieder „in der Nachbarschaft“ zugestellt – ohne eine Benachrichtigung. Der halbe Dezember war vorüber, ehe sie ihren Kalender bekam.

Die nächsten habe ich dann meiner Kusine geschenkt – sie ist ein Goth, daher habe ich ein eher morbides Thema gewählt – und danach immer wieder. Nicht alle habe ich fotografiert, einige schon.

Hier ist das Exemplar von 2011:

Dazu habe ich einen Karton genommen, ein passendes Stück Pappe mit Wachsmalkreide unregelmäßig schwarz gefärbt, mir im Internet ein grusliges Grabsteinbild gesucht, das habe ich 24 mal ausgedruckt, per Hand das Tagesdatum ergänzt – und in die Pappe habe ich 24 Laschen geschnitten. Auf diese Laschen habe ich meine Grabsteine geklebt. Dahinter habe ich die Fächer mit Plastik von einer schwarzen Mülltüte abgeklebt. Dann die Fächer befüllt, die Kalenderfront in den Karton gequetscht und noch einen Deckel drauf – und los ging die Reise nach Hamburg. In 2011 hat DHL mitgespielt, das Paket kam an.

Oh, ich bin nicht die einzige, die Adventskalender selbst macht. Meine Kusine, als sie ihre Nähmaschine ganz neu hatte und nicht wusste, was sie nähen sollte, erhielt von mir ein „Mach doch einen Adventskalender!“ – und das kam dabei raus:

Adventskalender 003

Sie hat vier Streifen mit Schlaufe und jeweils 6 Taschen genäht, ich habe eine Stange genommen und noch zwei Schleifen und drei Herzen (hier noch nicht zu sehen) hinzugefügt und das ganze ziert immer noch meine Küchenwand – inzwischen bewahre ich dort Postcrossing-Karten und andere Postkarten auf!

Letztes Jahr bestand der Kalender für meine Kusine aus 24 selbstgekauften Böxlis, die ich mit Geschenkbändern auf einem Pappstück „verwoben“ habe. Ich habe ihn am 30. November erst los geschickt – und er war pünktlich da. Zum Fotografieren reichte es bei mir wieder nicht. Leider kam IHR Kalender FÜR MICH nie an – denn auch ich sollte einen bekommen.

Das also ist selbst gemacht bei mir, wenn es mal nicht selbst gekocht, selbst gebacken oder selbst geschrieben ist.

Meine Schwester hat mir zu Weihnachten übrigens ein selbstgemachtes Katzenspielzeug mitgebracht – Schuhkarton mit reichlich leeren Klorollen gefüllt – aus denen sich meine Kätzchen Leckerlis/Spielzeug angeln können.

Heute hat man für Selbstgemachtes ja Pinterest als Tauschseite und nennt es Life-Hack. Früher nahm man mal eine Anregung aus einer Frauenzeitschrift, dem Kunstunterricht oder „woanders gesehen“ mit oder lieh sich ein entsprechendes Buch aus der Stadtbibliothek … Früher machte das Jagen irgendwie mehr Spaß.

Am Backtresen

Ich bin ja nun in einem Alter, wo eine Frau schon mal ein wenig in Schweiß gerät ohne Not. Und das sollte man mir auch ansehen, dass ich bereits Ende 40 bin. Jünger sehe ich jedenfalls nicht aus.

Entweder hat die Fachkraft hinterm Tresen meiner Filialbäckerei noch nichts von den Symptomen der Wechseljahre gehört, oder sie dachte, ich bin schon zu alt dafür.

Gestern war es bezogen, aber es regnete nicht, als ich zum Backtresen ging und mir was fürs Büro mitnehmen wollte. Ich hatte also eine trockene Regenjacke an, aber ein verschwitztes Gesicht.

„Oh, regnet es so heftig?“

Uhm – nein. Ich hoffe, wenn sie in 10 Jahren in die Wechseljahre kommt, wird ihr auch jemand klar machen, dass sie gerade schwitzt … Weil sie das sonst ja sicher mit einem Regenschauer verwechseln wird …

Benimm-Regeln: Man kommentiert nicht, wenn jemand schwitzt. NIE. Schon gar nicht hinterm Bäckertresen. ES IST EINFACH UNHÖFLICH. Es ist unangenehm genug so heftig zu schwitzen, dass man ein ganz nasses Gesicht hat. Ich muss nicht noch darauf aufmerksam gemacht werden! ICH KANN ES NÄMLICH NICHT ÄNDERN!! DANKE.

 

 

Punkt, Punkt, Punkt – (18) – Gesundheit

„Bless you“ sagt der Engländer, „Verreck du Aas“ der Deutsche, wenn er nicht gerade „Gesundheit“ sagt (und wir hoffen, er meint den Schnupfen mit dem „frommen Wunsch“), „A vos/tes souhaits!“ hören wir im Westen (direkt übersetzt wäre es wohl so in etwa Alle [guten] Wünsche). In unserer westlichen Gesellschaft ist es weit verbreitet, seinem Gegenüber, das gerade geniest hat, einen guten Wunsch mit auf den Weg zu geben.

Der deutsche Wunsch „Gesundheit“ gilt allerdings erst seit „neuerer“ Zeit als Wunsch für den Erkrankten, er kommt ursprünglich aus der Pestzeit und war früher eher ein „Gott erhalte MIR die Gesundheit!“ Wir sind inzwischen ein wenig sozialer gewesen.

Bis irgend jemand meinte, dass diese Formel jetzt neuerdings unhöflich sei. So Knigge. Diese Haltung konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Wäre sonst auch komisch gewesen, in den US wird neuerdings nicht mehr „Bless you“ gewünscht sondern – ja, wir exportieren auch deutsche Wörter in die englische Sprache, nicht nur andersrum – tatsächlich „Gesundheit!“

Meine Antwort auf „Gesundheit“ ist übrigens „Hört sich eher nach Krankheit an, aber Danke!“

Und ein Foto wollt Ihr auch noch? Ist aber eklig, so ein Nieser-Foto. Wollen wir nicht doch lieber drauf verzichten? Danke, ich wusste, Ihr würdet es verstehen. Denn meine Fotos würden eher zum Thema Krankheit passen …

„Gesundheit kann sich auf den einzelnen Menschen beziehen und als Zustand des körperlichen wie geistigen Wohlbefindens oder der physischen und psychischen Funktions- und Leistungsfähigkeit gefasst werden.“ (Wikipedia)

Dann wäre jeder, der mal ‚einen schlechten Tag‘ hat, gleich krank … Und da wir meistens gemischte Tage haben, wären wir alle dauerkrank.

„Gesundheit kann auch als Gegenbegriff zu Krankheit gefasst werden und beschreibt dann den wünschenswerten Normalzustand als Abwesenheit von Krankheit.“ (Wikipedia)

Da stellt sich dann wieder die Frage, was ist Krankheit? Ist auch nicht einfacher.

Ich kann aber wahrscheinlich sowieso nicht mitreden. Ich bin eh chronisch krank, mit meinem Glaukom.