Monatsarchiv: April 2016

So geht es aber nicht, Leute

Niedersachsen steht auf dem nicht ganz verkehrten Standpunkt, dass man hier nicht das einzige Endlager der Bundesrepublik für Atom-Müll vorhalten möchte, weil der meiste Atom-Müll woanders produziert würde.

Soweit so gut, angesichts der enormen Kosten für die Sicherungsmaßnahmen kann ich das nachvollziehen.

Aber wenn Niedersachsen  sich so geniert, anderer Leute Müll zu entsorgen, sollte es dann nicht den gleichen Maßstab bei sich selbst anlegen?

Hier in Niedersachsen, das ist nicht jedem bekannt, wird Erdöl/Erdgas gefördert. Dabei entstehen z.T. giftige Bohrschlämme. Sondermüll. Soweit, so gut, wenn da nicht der kleine Schönheitsfehler wäre, dass es hier in diesem Bundesland keine Sondermülldeponie mehr hat!

Muss ich, wenn ich beim Atommüll den Maßstab anlege, nicht für den Müll anderer verantwortlich zu sein, nicht denselben Maßstab beim Sondermüll ansetzen und auch GEGEN mich gelten lassen?

Nein, natürlich wünsche ich mir keine Sondermülldeponie vor der Haustür. Nicht, dass ich nicht eine hier hätte – gleich zwei Grundstücke weiter hat es mal eine Chemiefabrik gehabt, die ihre Altlasten in den Boden entsorgt hat – die Gasblase ist schon durch die halbe Südstadt gewandert und der Boden, längst mit einem Supermarkt überbaut, wird immer noch entlüftet! Aber wenn Niedersachsen sich die Gewerbesteuer von den Erdöl/-gasförderern einsteckt, kann es doch nicht die Entsorgung mit all den unwägbaren zukünftigen Gefahren den Nachbarn aufhalsen.

Nur zur Erinnerung – wir haben hier eine rot-grüne Landesregierung …

Eines geht nur, entweder müllfrei, dann aber bitte auch keine Müllentstehung – oder Müllentstehung, dann bitte auch Müllentsorgung hier ermöglichen.

Und die Schlämme sind ja nicht das Einzige, was hier im Land an größeren Mengen Sondermüll anfällt – es gibt so einige inzwischen aufgelöste Betriebe, die Dreck nicht am Stecken, sondern im Boden haben. Und dieser Dreck muss ja irgendwo hin!

Ich kann doch nicht anderen Leuten diesen Sondermüll vor die Haustür kippen, die damit noch weniger zu tun haben als die Leute, die mal von diesen Betrieben profitiert haben, irgendwie (Steuern, Arbeitsplätze, Infrastruktur).

Ehrlicher wäre es, hier im Lande, so unbeliebt das ist, eine Entsorgungsmöglichkeit zu schaffen. Und wenn das nicht möglich ist, dann sollte man zumindest hier im Lande die Entstehung des entsprechenden Mülls auf Null reduzieren, sprich Anlagen, die Sondermüll produzieren, nicht mit einer Betriebserlaubnis versehen! Die Altlasten bleiben, aber dass immer noch neue Giftabfälle produziert werden, ohne dass man weiß, was man mit dem bisher schon entstandenen Zeug macht, geht gar nicht. Dann muss ich eben auf die Erdöl-/-gasförderung solange verzichten, bis ich ein Entsorgungskonzept habe, das nicht Unbeteiligte belastet. Auf Kosten anderer kann ich jedenfalls nicht meine Umwelt rein halten.

Punkt, Punkt, Punkt -(14) – Stau

Zuerst habe ich ja bedauert, meine Warteschlangen vor der Baustellenampel vorm Haus nicht fotografiert zu haben. Aber dann hat mir das Wetter am Dienstmorgen ein Geschenk gemacht. Eines, das auch mit der Baustelle zu tun hat.

Wir wissen ja alle *Achtung, nicht Ernst gemeint*, dass Bauarbeiter nur kleine Jungs sind, die nie aus dem Sandkastenalter heraus gekommen sind. Und was machen fortgeschrittene Sandkastenspieler? Sie bauen Staudämme. Das machten die Bauarbeiter vor meiner Haustür auch.

Ich kam nur mit Umweg trockenen Fußes zur Arbeit, hatte aber wenigstens ein Foto für Euch (das habe ich erst am Nachmittag gemacht, da war schon wieder Wasser abgelaufen):

IMG_0870[1]

Intelligenterweise haben die Bau“herren“ nämlich den Zugang zum Regenwasserkanal verbaut. Damit staute sich das Regenwasser, bis die Pfütze so breit war, dass ich nicht mehr mit einem Sprung ins Trockene kam. Ich musste also bis auf die Fahrbahn an der Kreuzung ausweichen, und dort auf den Bürgersteig wechseln.

Ich sag jetzt mal vorurteilsbeladen: Das Foto ist ein Beleg typisch männlicher Denkweise. „Meine Arbeit ist so wichtig, dass eh alles andere untergeordnet ist, also brauche ich mir auch keine Gedanken zu machen, was für Auswirkungen mein Handeln hat …“

Gut nur, dass keine Regenzeit hereinbrach sondern am übernächsten Tag kein Regen mehr fiel. Und bis dahin war es auch kein Dauerregen.

Und wieso ich darauf komme, dass das typisch männlich ist? Weil ich GENAU ZWEI Beispiele hatte, die GENAUSO gehandelt haben. Großvater und sein Schwiegersohn, was mein Vater war. Wenn Großvater irgendwas mal eben machen wollte, musste jede alles stehen und liegen lassen und ihm helfen. Und Vater in der Küche, wenn er kochte (das tat er hin und wieder, mit essenswerten Ergebnissen!), kannte auch keine Gefangenen … Die Küche endete jedes Mal im Chaos, für das er sich dann nicht zuständig fühlte. Und nein, ich habe kein Foto davon für unser Chaos-Thema …

Das Schlimmste ist, wenn ich koche, endet das auch meist mit Chaos, ich muss mich aber zuständig fühlen … ich bin allein. Doch wie gesagt, Chaos ist eine andere Baustelle.