Lieblingsrinderrezept

Ich bin ein Kochbuch-Horter. Das hat schon in meiner Studienzeit vor 29 Jahren angefangen, damals noch habe ich mir eine Menge von diesen dünnen Kochbüchern für 3 DM zugelegt (ja, so alt bin ich, dass ich noch in DM bezahlt habe, wären heute 1,5 Euro, so ca.) – Anne Wilson war die Autorin. Diese Mini-Kochbücher kosten heute incl. Porto etc. nur noch 3,01 und ein wenig mehr … Allerdings sind es 3 Euro pro Buch, da gebrauchte Bücher (und Bücher von Fremdanbietern) PRO BUCH Porto und Verpackung berechnen – auch wenn man mehrere Bücher vom selben Anbieter in derselben Sendung bekommt!

Nun, mein Lieblingsrinderrezept kommt aus „Leckeres aus einem Topf„.

Ich habe das Rezept allerdings schon abgewandelt, erstmal weil ich allein lebe und daher nicht 1 kg Rindfleisch aufessen kann … und auch, weil ich die Sauce mit Rotwein viel schöner finde als mit Brühe. Außerdem mag ich den Abschluss lieber mit selbstgemachtem Kartoffelpü statt mit den Mehl-Butter-Kräuter-Rundlingen, die im Rezept vorgeschlagen werden. Auch habe ich die grüne Paprike gegen eine rote getauscht, weil ich lieber rote Paprika esse. Die grüne ist unreif, und ich finde, dass man das schmeckt.

Hier nun mein Rezept vom Ostermontag:

350 g Rindergulasch (ich nahm Bio-Qualität – etwas weniger Penicillin im Fleisch. Und wenn ich schon das Klima schädige, dann wenigstens in Bio, bewusst und ruhig etwas teurer – dafür esse ich es ja auch selten!)

Mehl

1 Stange Lauch (in feine Ringe geschnitzt)

Öl zum Anbraten des Fleisches und noch mehr Öl zum Garen des Lauches

375 ml Rotwein (ich hatte noch eine Flasche Billigwein herumstehen)

2 EL Sojasauce

1 EL Worcestersauce (Sprich: WUSTERSOßE – bitte nicht Worßester …)

1, 5 TL Brühpulver (sonst fehlt Salz) – ich nahm natürlich Rinderbrühe.

Fleisch (in Gulaschstückgröße) in Mehl wenden, portionsweise im heißen Öl anbraten bis es überall angebräunt ist), dann Fleisch aus der Pfanne (bei 350 g habe ich zwei Portionen gebraten, zuviel Fleisch in der Pfanne und man hat ganz schnell Flüssigkeit und gart mehr statt zu braten). Etwas Öl dazu, die fein geschnitzten Lauchringe ordentlich durchgaren (bis sie ein wenig an Volumen verlieren).

Rotwein, Saucen und das Brühpulver verrühren, alles zusammen mit Fleisch und Lauch in eine Auflaufform geben. Deckel drauf (oder wenn kein Deckel mit Alufolie verschließen), in den 180 ° C hochgeheizten Ofen geben und ca. anderthalb Stunden im Ofen lassen.

In der Zwischenzeit

1 große Paprikaschote und

2 Möhren (geschält)

fein würfeln, beiseite stellen.

Kartoffeln schälen, würfeln, weich kochen (ca. 400 bis 500 g), abgießen, mit Sahne pürieren, eventuell Schnittlauch drunterrühren.

Form aus dem Ofen holen, Paprika und Möhren darunter rühren, Püree über alles verteilen, nochmal ca. 45 Minuten in den Ofen, ohne Deckel …

Dann servieren. Wenn man nicht so ’nen billigen Rotwein wie ich nimmt, kann man den Wein dazu servieren, den man in die Soße gegeben hat, sonst würde ich eher einen von besserer Qualität (fruchtig, aber eindeutig trocken!) empfehlen.

Und nun habt Spaß – wandelt das Rezept ab:

Tomaten statt Paprika? Mehr Kräutersorten ins Püree? Senfpüree? Kartoffelpüree kann man natürlich auch wie sonst auch mit Milch und Butter machen, aber ich hatte noch ordentlich Sahne rumstehen, die langsam abläuft, ein Paket weniger.

Lamm statt Rind? Wie im Originalrezept mit den Butter-Mehl-Küchlein? Oder mit Originalzwiebeln und nicht dem Lauch? Frühlingszwiebeln? Oder etwas Knoblauch in die Sauce? A pro pos Sauce – das Originalrezept sieht hier Brühe vor – man kann auch, vor allem, wenn man Lamm nimmt oder Kinder bzw. trockene Alkoholiker mit essen, einen schönen Fond verwenden. Alkohol muss nicht sein. Aber bei mir ist Wein eigentlich nur noch zum Kochen ein Thema. (Oder zum Backen, aber dazu in zwei Wochen mehr)

Das Rezept bietet viele Abwandlungsmöglichkeiten, man hat die Wahl und es ist wirklich nicht schwer.

Worauf man achten muss:

Das Fleisch muss wirklich gut rundum angebraten (Poren geschlossen) sein, sonst wird das Fleisch zäh, weil es in der Sauce seinen Saft verliert.Daher auch das Mehl vor dem Braten!

Fein schneiden von Möhren und Lauch ist wichtig. Lauch braucht sonst länger bis er durch ist, Möhren bleiben in der Sauce sonst ganz hart. Ein wenig Kauen ist ja nicht schlimm, aber ich möchte schon gekochte Möhre. Beim Paprika dagegen ist es nicht kritisch, der wird in 45 Minuten weich.

Foto? Nein – denn durch den Rotwein, das Rindfleisch und Möhren und Paprika haben wir eine eher bräunliche, nicht fotogene Sauce. Auch der weiße Lauchanteil ist vom Rotwein gefärbt. Aber nur weil es nicht fotogen ist, heißt das nicht, dass es nicht lecker wäre. Ich freu mich schon, heute Teil zwei im Ofen zu wärmen (das waren gestern schon zwei Teller voll) – Zur Erinnerung – ich habe ca. 1/3 des Fleisches genommen. Aber vom Rest die Originalmengen – habe also das Ganze „gemüsiger“ (nein, „gemüsig“ ist kein Wort aus dem Duden) gemacht als im Original – und es hat nicht geschadet!

Demnächst an dieser Stelle:

Gemüsepuffer (eine meiner zwei gelben Paprikaschoten und die zweite Stange Lauch sind unterzubringen, ich hab auch noch reichlich Eier und Möhren). Mit Kräutercreme oder vielleicht sogar mit Hummus … muss ich mal sehen – Hummus habe ich noch rumstehen. Allerdings – ich bräuchte wohl noch Kartoffeln, das waren meine letzten.

Und dann könnte ich mich mal wieder an einer gefüllten Paprikaschote in vegetarisch oder pesketarisch versuchen (mit Spinat, Zwiebeln, Nüssen und eventuell mit Sardinen) …

Die Paprikaschote improvisiere ich jedesmal.

Bis dann.

 

 

 

12 Antworten zu “Lieblingsrinderrezept

  1. Senfpueree? einfach senf in den kartoffelbrei ? oder gibts da ein spezielles rezept?

    • Nein, eigentlich direkt Senf in den Püree.
      http://www.chefkoch.de/rezepte/1506521256048755/Senf-Kartoffelpueree.html
      Chefkoch hat ein Rezept dafür.

      • danke, das hoert sich richtig gut an… und man braucht dijon senf, den gibts hier in huelle&fuelle :o)

      • Vermutlich würde auch anderer Senf es tun, aber natürlich ist es in Frankreich sowieso Dijon-Senf, nicht wahr. Es gibt den auch mit Honig-Beimischung (würde ich hier nicht empfehlen) oder mit – ich meine Thymian
        http://www.senfgalerie.de/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&product_id=20&category_id=6&option=com_virtuemart&Itemid=53&vmcchk=1&Itemid=53
        … Sowas könnte ich mir vorstellen.

      • Ich probier das auf jeden fall mal aus… wenn gar nix geht, dann mit loewen senf lol

      • Nur das Senfpüree – oder das ganze Rezept?

      • dann muss Easy das rindfleisch uebernehmen (ohne alkohol und gewuerze) wir sind veggies :o)

      • Ich hab mich schon gefragt, wie man das Rezept wohl ohne Fleisch zubereiten könnte … ohne auf soetwas wie Tofu zurück zu greifen! Spargel – also GRÜNER Spargel, gebraten, das müsste auch gehen …
        Ich bin selber ja eher ein einge“fleischter“ Omnivor. Und so gern ich Gemüse mag, hin und wieder ist mir nach FLEISCH *ausgesprochen wie Zombies „BRAINS“*
        Aber es muss nicht täglich sein, ich mag auch Käse – mmm – wie wäre es mit Käse-Gnocchi?
        Heureka – weißt du, was gut passen würde? Kichererbsen. Bei Euch pois chiche, aber das wusstest du bestimmt schon … Kichererbsen sind ähnlich eiweißreich wie Fleisch, und haben auch eine festere Konsistenz – außerdem sind sie nicht so winzig! Ich glaube, vegetarisch würde ich wohl Kichererbsen vorkochen und mit dem anderen Gemüse in der Soße in den Ofen schieben – und statt Rinderbrühe gäbe es dann eben einen schönen Gemüsefonds. Ohne Alkohol. Ich weiß nicht, ob ich dazu Rotwein nehmen würde – vielleicht eher einen weißen, wenn es eine Weinsoße sein soll.

      • oh das ist eine gute idee! Ich schau mal was ich so finde mit gemüse geht das bestimmt auch. vielleicht sellerie? I mag auch kein tofu, die grillwuerste die ich mal fuer teuer geld gekauft hatte, waren so mies das Kater Morris bis heute einen grossen bogen um mich macht … ich bin die einzige die niemals angebettelt wird :o)

      • Kichererbsen oder auch Grüner Spargel SIND Gemüse. Sellerie? Stangensellerie – den Staudensellerie würde ich allenfalls für Selleriepüree obendrauf verwenden, wenn man es denn mag (ich glaub, so gern mag ich Sellerie dann nicht).
        Auf jeden Fall ist Rindfleisch in Gulasch-großen Stücken ersetzbar. Walnüsse würde ich jetzt etwas extrem finden, aber weißt du, was auch gehen müsste? Wasserkastanien!
        Wasserkastanien: Verwendung und Lagerung

        Vor der Zubereitung lassen sich Wasserkastanien ähnlich wie Äpfel schälen. Das weiße Fleisch hat einen leicht süßlichen Geschmack. Die Wasserkastanien haben einen Wasseranteil von bis zu 80 Prozent. Außerdem sind sie reich an Kohlenhydraten, Kalium, Eisen und Vitamin B.

        Wasserkastanien passen roh gut zu Salaten. Außerdem sind Wasserkastanien ideal zum Kochen, da sie auch nach langer Garzeit ihr Aroma nicht verlieren. Dadurch ergeben Wasserkastanien gekocht ein wohlschmeckendes, fast knuspriges Gemüse. Verwenden können Sie Wasserkastanien in dieser Form als Gemüsebeilage, Suppeneinlage oder für Füllungen (zum Beispiel für Dim Sum). Außerdem schmecken sie köstlich in Wokgerichten und Currys.

      • PILZE – wie konnte ich nur PILZE vergessen, die gehen doch fast immer als Fleisch-Alternative. Wobei ich in diesem Falle vermutlich schöne, mittelgroße Champignons verwenden würde *manchmal bin ich ja auf den Kopf gefallen und sehe die Baumansammlung vor lauter verholzten Gewächsen nicht.*

      • ja klar! pilze! hab auch nicht dran gedacht… oh das ist es! danke!!!

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