Beweisführung abgeschlossen (Winterverkehr)

Der Hannoveraner* an und für sich kann bei Schnee nicht Auto fahren.

Wer mir das nicht glaubt, sollte mal auf die Straße gucken, wie oft Rotlichtverstöße begangen werden, weil der Hannoveraner nicht auf den verlängerten Bremsweg eingestellt ist und daher lieber nochmal Gas gibt als irgendwo mitten auf der Kreuzung stehen zu bleiben. Er hätte besser vorher die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen angepasst.

Wer davon noch nicht überzeugt ist, braucht sich nur das Hupkonzert an jeder Kreuzung anzuhören, weil dort die Leute, die bei Rot noch in die bereits volle Kreuzung eingefahren sind, die Leute aus den anderen Richtungen blockieren.

Und wer immer noch einen Beweis braucht, sollte mal bei vorbeifahrenden Autos einen Blick auf die Radkammern werfen, wo sich der Schnee anballt – und, wenn durchgefroren, irgendwann die Lenkmöglichkeit einschränkt. Dass man vor oder nach jeder Fahrt besser mal kontrolliert, ob man die Schneeansammlung beseitigen sollte, hat sich bei den Schnee-unerfahrenen Hannoveranern nicht herum gesprochen.

Also, meine lieben Mit-Straßenbenutzer:

  1. Bevor ich mich im Winter auf die schneereiche Straße begebe, habe ich Winterreifen aufgezogen.
  2. Wenn diese drauf sind und ich schon mal im Schnee gefahren bin, schaue ich anschließend nach, ob meine Räder noch freies Spiel haben. Sonst entferne ich den Schnee. Bevor er festfrieren kann!
  3. UND ICH RÄUME nicht nur eine winzige Sichtscharte frei – ich fege auch den Schnee vom Dach (damit er mir nicht bei einer Vollbremsung auf die Scheibe rutscht und mir die Sicht nimmt) und von der Motorhaube (bei Autos mit Motor vorn, also bei den meisten – denn auch was von vorne hochweht kann die Sicht ordentlich behindern – eine Sekunde Nichtsehen kann über Leben und Tod bei einem Kind entscheiden! Was sind die paar Sekunden Motorhaube fegen dagegen?)
  4. Kreuzungen nähere ich mich im Winter mit Vorsicht, weil man nie weiß, was die anderen so machen. Es kann immer sein, dass ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr gerade die eigene Mutter ins Krankenhaus bringen muss, weil sie bei Glätte gestürzt ist. Das heißt, ich beobachte Ampeln mit Misstrauen, und fahre so langsam, dass ich bei Gelb noch zum Stehen kommen kann – oder bei einem herannahenden Einsatzfahrzeug!
  5. Wenn es im Winter mal wieder zu einer vollen Kreuzung kommt, weil irgendjemand nicht mehr im Kopf hat, dass eine Kreuzung nur dann befahren werden darf, wenn ich a) grün habe und b) auch noch bis Ende der Gelb-Phase die Kreuzung verlassen kann (was nicht geht, wenn alles voll steht!) – dann bleibe ich VOR der Kreuzung stehen und warte, dass sich die Verstopfung auflöst. Ich trage nicht noch dazu bei!! Und als zweiter hupe ich nicht dem vor mir bremsenden, der im Recht ist, die Ohren voll, weil ich frustriert bin, dass es nicht weitergeht. Es ginge auch nicht weiter, wenn der Vordermann fahren würde!

Das sind Frans Tipps für mehr Sicherheit im winterlichen Straßenverkehr. Denkt nicht immer ICH-ICH-ICH – und beherzigt einfach die einfachste aller Regeln: Tut anderen nicht an, was Ihr nicht möchtet, dass man es Euch antue!

*Hannoveraner  = Leute, die mit H-Kennzeichen hier in der Stadt herum fahren – auch wenn sie aus der Region kommen!

 

5 Antworten zu “Beweisführung abgeschlossen (Winterverkehr)

  1. Du solltest Unterricht geben.🙂

    • IIIIich? Ne, nich? Schlechteste Autofahrerin aller Zeiten – naja, fast – seit 2011 nicht mehr hinterm Steuer gesessen! Aber so ein paar Basics, die sitzen natürlich drin. Und fahren bei Schnee, fahren bei viel Verkehr, fahren bei Sicht- und anderen -behinderungen, § 1 der StVO ist eindeutig:
      Straßenverkehrs-Ordnung § 1
      Grundregeln
      (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
      (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
      Diese Kleinigkeit, andere nicht mehr zu behindern oder zu belästigen als UNVERMEIDBAR, wird gern vergessen. Und das mit der gegenseitigen Rücksicht auch.

  2. In Bielefeld ist schon bei leichtestem Schneefall der gesamte Verkehr zusammengebrochen, leider auch der ÖPNV. Es war nicht Bedingung, dass der Schnee überhaupt liegenblieb.

    • Fand ich jetzt nicht so schlimm in den 90ern, aber vielleicht hat sich da was verändert.

      • Mich hat es ja kaum betroffen, zur Arbeit waren es 5 min. zu Fuß, und in die Uni bin ich mit dem Fahrrad gefahren – bei den meist lächerlichen Schneemengen und der außerhalb von Berlin überall schwer ausgeprägten Großzügigkeit, Salz zu streuen, absolut machbar. Aber die Kollegen sorgten sich bei den ersten Schneeflocken nicht ganz unberechtigt bereits darum, ob und wie sie nach Hause kommen.😉

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s