Englische Küche ohne Vorurteile

Englische Küche? Weichgekochtes Gemüse mit Kartoffelbrei und (Wild-)Schwein in Pfefferminzsoße?
Nein.
Das Rezept, das wir gekocht haben, stammt von Nigel Slater.

Es gab Räucherfisch-Pie.

Wir würden vermutlich Pastete übersetzen, um es von etwas Süßem wie Apple-Pie abzugrenzen, aber Pie definiert sich als „Gericht, das in einer Teighülle eine Füllung aus diversen Zutaten verbirgt“. Und genau das war es hier: Crème fraîche als Basis für die Füllung, mit Kräutern (Schnittlauch und Estragon) und Räucherfisch (Slater nahm Räuchermakrele, wir ziehen Zuchtfisch vor wegen der Überfischung, griffen daher auf Lachs und Forelle zurück).

Blätterteig, fertig gekaufte Kühl-(aber nicht Tiefkühl-)Ware. Selber Blätterteig herstellen wäre für ein „Midweek-Dinner“ wohl doch ein wenig zu aufwändig auf ein Backblech verteilt, darüber die nach dem Rezept hergestellte Masse verstrichen, eine weitere Schicht Blätterteig darüber, mit verquirltem Ei bestrichen (und auch verschlossen) und backen lassen, bis der Blätterteig schön braun ist.

Dazu hatten wir einen herbstlichen Salat. Auch der Salat war ein wenig aufwändiger, nicht ein schnöder Eisberg-Tomate-Gurke-Salat, der mehr an essbares Wasser erinnert.

Zu einem grünen Salat (ich würde auf einen Romana-Salat tippen, ich war eine Viertelstunde zu spät und habe ihn nur noch in zerkleinerter Form gesehen) gab es Birne, Blauschimmel-Weichkäse, geröstete Walnüsse (Baumnüsse sollten sich Schweizer unter meinen Lesern befinden) und Kürbis. Von einem Hokkaidokürbis wurden kleine, mundgerechte Spalten verwendet, die angedünstet wurden.

(Nicht vom ganzen Kürbis – sehr schön passend wäre zum herbstlichen Thema auch ein Kürbiskuchen gewesen, mit gemahlenen Nüssen und geraspeltem Kürbis, das hätte aber zuviel Aufwand für einen Abend bedeutet.)

Die Salatsoße (u.a. mit Balsamicoessig und Aprikosenmarmelade) ging in Richtung Chutney. Damit passte der Salat durchaus zum englischen Pie.

Den Salat habe ich auf Chefkoch.de gefunden, allerdings ohne Aprikosenmarmelade im Dressing (die sehr gut gepasst hat!).

Beides war ganz köstlich, und nur der Füllgrad meines Magens hielt mich davon ab, für ein leeres Backblech zu sorgen, es war eben so gar nicht Braten in Pfefferminzsoße.

Ich könnte mir dieses Gericht durchaus auch für Weihnachten vorstellen. Zumal das Originalrezept (s. zweiter Link) des Pies sowieso großzügig für zwei Personen berechnet wurde – wir haben die Mengen natürlich für uns vier angepasst.

Das Fisch-Pie Rezept würde ich zwar gern auf Chefkoch.de hochladen, aber Mr. Slater oder der Guardian hat natürlich das Copyright darauf, ich werde mich also hüten. Auch Rezepte unterliegen einem Copyright.

7 Antworten zu “Englische Küche ohne Vorurteile

  1. Mjam, Pfefferminzsoße! Würde ich wirklich mal gerne anprobieren.

    • It was. VERY, VERY delicious. Can only recommend the recipe, it is quickly done, with a salad at the side it is really a full meal. Nigel Slater’s recipes in the Guardian are something I REALLY like about that paper.

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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