Magie

Vorgestern am Abend schleppte ich meinen Kadaver rüber zum Schützenplatz. Dunkel war’s, kein Mond schien helle

Auch Schnee lag nicht auf dem grünen Flur

Trotzdem freute ich mich. Ich ging mit einem Freund zu Hans Klok.

Houdini stand auf dem Ticket – aber wir bekamen Klok – und das war nicht schlecht. Diverse Box-Tausch-Tricks (eine Person unten in der Box, die andere oben, Tuch hoch, danach die eine oben, die andere in der Box) wurden genauso mit unglaublicher Schnelligkeit vorgeführt, wie eine übers Publikum wandernde Glühbirne (und er brachte noch anderes zum Schweben) langsam ihre Magie ins Publikum ausstrahlen durfte. Zur Abwechslung gab es noch ein paar Artisten (der „schnellste Jongleur der Welt“ hatte dabei einen schlechten Tag – oder St. Fallentin, der Tag des Schutzheiligen der Jongleure), Balanceakte, eine Hochseilartistin aus Schanghai, einen Artisten aus dem Chinesischen Nationalzirkus.

Und ein Paar weitere klassische Artisten, das er als Andrej und Tomek vorstellte. Aber Andrej war natürlich nur der Codename – eigentlich hieß er Vladimir und wollte die russische Rubelkrise mit seinem Nebenverdienst aus der Welt schaffen, daher auch seine Stellungnahme, dass er sich nicht verantwortlich fühle für die Rubelkrise.

Es gab natürlich doch noch Houdini-Stunts zu sehen. Einen davon führte er bereits zur Bewerbung seiner Shows am Steintor vor – aus einer Zwangsjacke heraus musste er sich innerhalb einer Minute befreien – dazu noch zwei Fußfesseln lösen – um nicht von einer zuklappenden Stahlschere mit Zähnen zerquetscht zu werden.

Das andere war ein klassischer Houdini-Trick (muss sich gefesselt aus einem Wassertank befreien) … Und  ich denke, ich habe mich tatsächlich an der Nase herumführen lassen.

Nach Klok gibt es genau zwei Arten Publikum: Die einen kommen, um sich unterhalten zu lassen, denen wünschte er viel Spaß. Die anderen, um seinen Tricks auf die Schliche zu kommen – denen wünschte er viel Glück. Und das brauchte man bei seinem Tempo auch. Wenn ich nicht den einen oder anderen aus dem Fernsehen gekannt hätte – KLOK hätte mich 1000prozentig überzeugt. Auch so war er viel zu schnell, um ihn zu SEHEN, wie er die Illusionen vollbrachte. Seine Schnelligkeit bestimmte das ganze Programm – bis auf den „geerbten“ Glühlampentrick.

Außerdem ist Klok Schauspieler, wie man in seinem Wikipedia-Profil nachlesen kann – mit Tendenzen zur Komödie. Er nimmt sich selbst dabei auch auf die Schippe. Und das mag ich ja gern.

Alles in allem – der Abend war nicht hinterhergeschmissen (42 Euronen auf der Tribüne, und dann hatte mein Begleiter noch einen der Zeltmasten vor sich, der ihn aber nicht wirklich störte), aber er war es wert.

Natürlich saß wieder der zwei-Meter-Mann des Publiums gerade vor UNS – dieser hatte Glatze – und so machte ich meinen Uralt-Zirkus-Witz: „Die Männer mit den Glatzen setzen sich bitte in die erste Reihe, damit die Einarmigen in der zweiten besser klatschen können.“ Was ist der Unterschied zwischen Klok und mir – außer, dass ich nicht ganz so bezaubernd bin? Meine Witze sind eindeutig schlechter.

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