Tag der deutschen Einheit – oder auch nicht

Gestern hat bei mir eine frisch getrennte Freundin angerufen, ob ich spontan das schöne Wetter bei einem Spaziergang genießen wollte.
Spontan geht bei mir da gar nix – aber nach entsprechenden Hygienevorkehrungen meinerseits (mit meinen Haaren konnte ich Butterbrote schmieren) verabredeten wir uns zu einem Spaziergang im Stadtpark. Das erste Ziel wäre der Matschsee gewesen, aber der war ja fest in der Hand der Feierlichkeiten. Die wollten wir umgehen.
Stadtpark kannten wir beide noch nicht – also hin – nur um festzustellen, dass eine Menge Anzugträger und Polizisten (auch hoch zu Ross) das Terrain fest unter Kontrolle hatten. Ich ging also auf einen der Berittenen zu und fragte, ob man denn im Stadtpark spazieren gehen könne – doch leider war dem nicht so.

Mir fiel nun noch spontan ein, dass am 28. September eine neue Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum aufgemacht hatte – mit Werken von Ralf König.

Da man dies mit einem kleinen Spaziergang in der Sonne und einem Tässchen im von Freiwilligen betriebenen Café verbinden konnte, fand das auch die Zustimmung der Begleiterin. Herrliches Wetter, auf dem Weg dahin sah man Sommerbekleidung en masse, die Ausstellung (wenn man sich nur auf Ralf König konzentrierte) war auch nicht überlaufen.

Die meisten werden den Namen Ralf König vielleicht doch schon mal gehört haben: Ein Comiczeichner, der besonders sexuell explizite Schwulencomics fabriziert. (Dem Mainstream bekannt durch „Der bewegte Mann“)

Meine Begleitung ist mit 1,51 nun nicht deutsches Standardmaß, was weibliche Körperlänge angeht, und hatte daher mit der Höhe der ausgehängten Zeichnungen so ihre liebe Mühe. Aber selbst ich mit der Durchschnittsgröße von 1,65 musste doch einige Male den Kopf in den Nacken legen, um auch die obersten Bilder noch lesen zu können. War vermutlich eher auf ein männliches Publikum ausgerichtet.

König hat sein Publikum mit dieser Ausstellung sicher nicht enttäuscht – ich habe mich unterhalten – besonders hübsch fand ich den Comic mit dem Schwulen, der der Häresie und Ketzerei an der Schwulen Community für schuldig befunden wird, weil er mit seiner Liebe zu Männern nicht auch gleich den Lifestyle akzeptiert, der so gern karikiert wird. Dafür wird er zu 10 Stunden Marianne Rosenberg verdonnert …

Das wäre auch für mich Höchststrafe.

Was dann irgendwann das Vergnügen ein wenig trübte war der Over-Input von männlichen Geschlechtsteilen. Nach dem *nur virtuell* „gefühlten“ 100. Schwanz war ich dann auch „satt“. Ich habe dann nur noch die Texte gelesen … 99 Dinger hätten es meiner bescheidenen Ansicht nach auch getan …

Der Comic mit dem „Häretiker“ war nicht umsonst der, den ich am liebsten mochte. Obwohl der, bei dem diskutiert wurde, welche berühmten Männer alles schwul gewesen sein sollen, auch nicht übel war!

Kleines Schmankerl am Rande: ein älteres Ehepaar (beide deutlich über 70) hat sich an dem Tag ins Museum begeben und entschied sich nun für eine der zwei Ausstellungen – entweder der frisch eröffnete König – oder die englischen Königskarikaturen, die dieses Wochenende ausliefen. Ich hörte mit Verwunderung, wie sich die Dame für König entschied. Ich glaube ehrlich, sie kannte den Künstler noch nicht, aber das kann ja bekanntlich täuschen.

Bei gefühlt 25 ° C saßen wir dann noch einen Moment hinterm Museum auf der Bank und nahmen eine Erfrischung zu uns, um dann im Sonnenschein eine kleine Runde zur Bahn zu drehen.

Preis für die Ausstellung 4,50 –
So 28.09.2014 – So 18.01.2015
Dienstag bis Sonntags: 11–18 Uhr

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