Wahlkampf? Küchenschlacht

Falls es meine Leser noch nicht bemerkt haben – es ist Wahlkampf. Obwohl ich statt der Rededuelle der Wahlkämpfe vorher dieses Mal eine Küchenschlacht-Sendung erwarte:

Die Amtsinhaberin möchte mit ihrer Lean-Cuisine den Sieg einfahren: Zu wenig Streusel auf dem Kuchen. Das sind natürlich Minuspunkte beim verwöhnten Ehemann/Volk. Ihre eigene Partei ist eher für große Portionen: Einem Volk von eingefleischten Singles möchte sie Familienportionen zuteil werden lassen.

Kann der Herausforderer diese Streuselschwäche nutzen? Bisher hat er sich bei der Weinauswahl ja bereits gründlich verhaspelt. Und irgendwie kommt auch bei ihm wenig „Butter bei die Fische“. Stattdessen Plakatsharing: Frau Merkel als Wahlplakatmotiv.

Schauen wir doch mal in exotischere Töpfe:

Wenig erstaunlich, dass es bei der schon so benannten Partei gemüsig-grün ausschaut. Aber ich sagte schon, dies ist ein eingeFLEISCHTES Volk – auch wenn die Anzahl der Vegetarier dezent zunimmt. Noch sind wir Omnivoren – noch wollen wir unser Fleisch – und wie ich meine Landsleute kenne, kommt unser Fleisch immer noch aus dem Viehstall – nicht aus der Laborküche. Von PETA begrüsst, kann die Partei mit der Mischfarbe doch nicht wirklich künstlich aus Tierstammzellen hergestelltes Fleisch befürworten (Zitat aus dem verlinkten Artikel der Süddeutschen Zeitung:“züchtete daraus mithilfe von anregenden Chemikalien reiskornkleine Fasern“). CHEMIKALIEN im ESSEN?? Das ist nicht grün.

Was haben die anderen Alternativen zu bieten?

Die „richtungsweisenden“ Linken haben auf Sparflamme bisher nur den Eintopf von vor vier Jahren aufgewärmt (Mehr Geld ausgeben): Wenn Sie damit auch die Wahlplakate recyceln können, wäre das doch mal ein nützlicher Vorschlag – weniger Geld für den Wahlkampf, weniger Müll – manchmal kann man eben auch von kleinen Parteien was lernen.

Und die freiheitlichen? Haben kulinarisch so gar nichts zu bieten. Und das in einer Republik, in der Kochshows immer noch das Programm bestimmen. Auf öffentlich-rechtlichen UND privaten Kanälen.

Dann haben wir noch die Piratenpartei – die aber locker auf Beutezug durch andere Wahlprogramme ging und im Bereich Tier-, Verbraucher-, Umweltschutz und Landwirtschaft die Position der Mischfarbenpartei übernommen hat.

Was also haben wir für Auswahl:

Familienportionen von Spar-Streuselkuchen (Union)

Wein-Snobismus und Dampfplaudereien (Vernebelungstaktik) bei der SPD

Fleischfreie Experimente (Grüne)

Überteuerten Eintopf von vor vier Jahren (Linke)

und

Outsourcing des Kochens (nachdem wir alle unsere teuren Edelküchen gekauft haben) (FDP)

Die Parodien-Partei – nein, Piratenpartei, sorry – hat immerhin nichts zu unserem Essverhalten anzumerken. Merke: Piraten setzen nicht darauf, dass Liebe durch den Magen geht. (die Piraten)

Ich habe nur Parteien dargestellt, die eine realistische Chance haben, in den Bundestag einzuziehen. Und das war schon sehr großzügig eingeschätzt.

Eine Antwort zu “Wahlkampf? Küchenschlacht

  1. Schwester Ingeborg

    Und bei diesem Politik-Eintopf…äh Einerlei wundern die sich, dass einem der Appetit vergeht.

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