Monatsarchiv: Juni 2013

Lange Nacht der Museen

Gestern haben also die Museen der Stadt wieder ihre Pforten für zahlende Gäste auch nach 18 Uhr geöffnet.

Wir haben uns dieses Mal entschieden, mit dem kleinen, aber feinen Museum für Energiegeschichte anzufangen. Dort wollten wir um halb sieben an den Vorführungen des Impro-Theaters die ImproStars teilnehmen. Doch spontan entschlossen wir uns, die vorherige Führung noch mitzunehmen. Zum Anfang der Führung wurde kurz auf die Anfänge im 18. Jahrhundert eingegangen, ehe wir dann skurrile Haushaltsgeräte (wie handgetriebene Sauger, die nicht besonders funktionierten) bestaunten. Die ImproStars waren dieses Mal besser vorbereitet – was dem Charme des Spontanen etwas abträglich war.

Anschließend ging es ins Historische Museum, wo wir eine Filmvorführung über den Großen Garten sahen, aber kaum hörten. Mal abgesehen von zwei Kameraden, die meinten sich in üblicher Gesprächslautstärke unterhalten zu müssen, war die Tonqualität des Films ebenfalls hundsmiserabel. Angekündigt war das als Kino über Hannovers Grüne Seiten – aber es wurde nur der Große Garten thematisiert – wo wir mit Eilenriede und Berggarten zwei weitere grüne Juwelen haben.

Nach dem Historischen Museum eilten wir zum Landesmuseum, schauten und hörten dort afrikanischen Trommlern zu – Schallwellen, die fühlbar waren.

Anschließend kamen wir zum Highlight des Abends – dem Kestner-Museum, das diese Lange Nacht unter das Thema ESSEN gestellt hatte. Die von uns ausgesuchte Kurzführung ging über Ägypter. Eine kleine, aber feine ägyptische Abteilung mit einem hochengagierten Ägyptologen kann auch müde Menschen für eine halbe Stunde zum Thema (Fr)essen für die Toten gut unterhalten.

Die Kunstverein-Ausstellung (Brian Jungen) war dagegen moderne Kunst der überkandidelten Art, obwohl ich sagen muss, die Totempfähle aus Golftaschen hatten was. Auch der Schädel aus Baseball-Teilen war sehenswert. Die angekündigte Geschichtenerzählerei war dagegen ein Reinfall – da sich das auf Kopfhörer beschränkte.

Danach fuhren wir ziemlich ziellos durch die Nacht, die japanischen Trommler im Landesmuseum hätte ich gerne noch mitgenommen, aber der Kunstverein hat uns da zuviel Zeit gekostet. Und dann trugen mich meine müden Füße nur noch bis zum Aegi, und ich wartete 20 Minuten auf meinen vorletzten Bus.  Die Taschenlampenführung im Kestner-Museum um Mitternacht war bestimmt wieder toll, aber dann hätte ich nicht mal den letzten Bus bekommen.

Wieder eine schöne Lange Nacht, es ist völlig in Ordnung, wenn einem nicht alles gefällt. Und nein, ich habe nichts gegen Moderne Kunst – ich liebte die Moma-Ausstellung in Berlin!

 

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Weekly photo challenge – curves

Curves of faith - Glaubenskurven

Curves of faith – Glaubenskurven

These curvy lines to be seen on the left were people holding a lit candle at the beginning of the german Protestant Church Day in Hannover- 25 th May 2005. Since it was a night shot and the people moved, the light of faith (for which those candles stood) became diagrams … Curves …

The Church Day – in Germany held by catholics and protestants alternating are a kind of convent for laymen. In those 4 days there is not only praying, singing and numerous messes held at numerous churches in that town of that meeting – there are a lot of discussions about theological and social topics, there are church-related cabaret and music events, countless lectures – and art events.

Here is a photo of an artistic event on that occasion – with light-curves

Light curves in the baroque garden of Herrenhausen.

Light curves in the baroque garden of Herrenhausen.

 

Mülltage

Müll entsorgen ist für den privaten Haushalt normalerweise keine Wissenschaft, oder?

Man trennt Gelben Sack, Papier, Glas, Altkleider (die noch verwendbar sind) und Restmüll. Wer hat und mit Fruchtfliegen leben kann, sammelt auch noch Biomüll. Diese gesammelten Werke werden dann an den „Mülltagen“ entsorgt.

Alles ganz einfach. Sollte man meinen.

In dem Haus, in dem ich lebe, übersteigt das aber bereits den intellektuellen Horizont einiger meiner Mitbewohner. Immer wieder sehe ich Gelben Sack-Müll im Restmüll, in friedlicher Koexistenz mit Altpapier und Altglas. Für Katzenstreu bleibt da wenig Platz

Letztens ist das sogar bei der Hausverwaltung angekommen. Weil die Mülltonnen an den Mülltagen immer überfüllt waren und Müll schon (in Tüten) neben den Tonnen abgestellt wurde, bekamen wir ein Schreiben, wir sollten gefälligst besser sortieren.

Ganz meine Meinung, Hausverwaltung! Auch wenn man das vielleicht etwas freundlicher formulieren könnte.

Wenn ich es sowieso nicht in die Tonnen bringe, ist es dann wirklich zuviel verlangt, die kostenlosen Gelben und Blauen Säcke zu befüllen – und diese zwei Schritte weiter an die Straße zu stellen? Altglas beim Weg zum Discounter in den Container zu werfen?

Von Biomüll will ich ja gar nicht zu träumen wagen.

Aber ja, es scheint manchen Leuten schon zuviel Aufwand. Ich bin für eine Sackabfuhr (mit kostenpflichtigen Restmüllsäcken) auch in der Stadt Hannover. DAS würde den Umgang mit dem Müll dann wirksam auf das Portemonnaie umlegen. Das könnte helfen. Stattdessen soll jetzt auch die Region auf die Tonnenabfuhr umgestellt werden.

Die Regionsbewohner kämpfen für Ihre Säcke – und ich muss sagen, ich kann es verstehen. Klar – die Tonne ist SCHNELLER in der Entsorgung – für aha. Aber wenn man es rein vom Müllvermeidungsanreiz betrachtet, ist die Einzelsack-Abfuhr sinnvoller. Weil die Leute es sofort im Portemonnaie spüren, wenn sie nicht trennen. Aber wer wird sich durchsetzen? Sinn und Verstand? Oder das Geld, das eingespart wird durch die schneller zu erledigenden Mülltouren? Ich bin kein Zyniker – ich bin auch kein Pessimist – aber Realismus wird heutzutage auch nicht gern gesehen.

Weekly photo challenge – Fleeting (2)

Fleeting - floating ..

Fleeting – floating ..

There is something fishy about this pic … 😉

(Taken in London Aquarium, July 2005)

Bild

Weekly photo challenge – Fleeting

DSC00980

Fleeting life

Done is  life,

sung are the elegies

vanished has the grave.

Gone is the small church.

Stubborn remains the stone.

Times are changing

I know, lots of female English language speakers make a big taboo-thing out of SWEAR WORDS, but here is proof, that they are not as bad as you think:

http://newsfeed.time.com/2013/04/10/nine-things-you-probably-didnt-know-about-swear-words/?iid=obnetwork

I am not saying you should use swear words to INSULT people. Insulting is wrong! Though I am pretty good at being wrong in this way  And I do not even use swear words when insulting 😛

But using those four letter words to strengthen your point is NOT wrong – who is the f-bomb directed to, when I say „effing awesome“? If you think about it – SEX is awesome when done properly (to the pleasure of both participants) – so effing awesome even makes sense.

I am still avoiding it here – cos some readers might take offence, where none is meant. But it is ridiculous – everybody KNOWS what is meant.

What I liked most about the article is the statement that swearing has been around as long as language has been documented. At least as long as the romans – but somehow I am confident even the ancient Greeks and Egyptians had words like that.

In my opinion parents should not punish EACH swearword – only the wrong use of it. To hurt somebody else or while speaking about persons or even just when a „superior“ is present – WRONG. Among mates when speaking about things? Who cares?

Some might ask: Why should they be tolerant about swear words?

Because it’s colourful language, it is traditional, it is relieving. It’s even creative, when you not use the f-word –  and  try to bring on some change.

And for SHIT? Hey, Hemingway used that one, and he is not considered to be x-rated.

If you forbid more and more words, the only thing that will happen, is „harmless“ words used as replacement swear words.

Just yesterday I looked up „cat house“ – to get a joke on another blog about a little girl demanding a cat house from her father. The combined words seem innocent enough.

Urban dictionary said „Brothel“.

There you go – harmless words replacing one you do not like. Did you really think, dear Ladies of the Purity of Speech-Club, that the phenomenon vanishes when you forbid the name? It gets another name, that is all.

This whole idea of some words being „bad“ is bound to fail.

Times are changing, words are changing – but the situations stay the same. Or as fellow writers know – there is only a limited amount of plots – it is just the new usage of words to describe those that makes for new reading material.

Demonising words will not make the plots disappear – they will just be described differently – thus making more words not desirable … If you fight freedom of speech, thoughts are still free and still communicated. If necessary with signs or photos.

Something politicians find out the hard way when they try to censor.

Times are changing – names are changing – but the things stay the same.

Warten können

Ich habe scheue Katzen. Beide von der Katzenhilfe Hannover. Beide nicht als Kitten an Menschen gewöhnt.

Mein Kater kam zu mir mit 10 Monaten, von einem Bauernhof mit 6 Monaten weggefangen, weil sich der Bauer nicht um die Katzen auf seinem Hof kümmerte und die Katzen kastriert werden sollten. Dann wurde noch eine Hauterkrankung gefunden, das war es dann mit der Rückkehr auf den Bauernhof. Mein Kater blieb, nachdem ich ihn mit seiner Hof-Gefährtin holte, einen kompletten Tag unter dem Regalbrett im Arbeitszimmer und er kam nicht mal zum Trinken oder Klo raus.

Ich ließ ihn sein, er würde schon kommen. Sie war zwar auch schüchtern, aber war schon mal vermittelt gewesen, und nur weil der alte Kater unverträglich war, kam sie zurück. Nach einer Woche kamen beide erstmals aus dem Arbeitszimmer. Sie schmiegte sich an, er nicht. Wenn ich irgendwas in meiner Wohnung verändere, ist er heute noch total verängstigt. Neue Leute lassen ihn sich unters Bett zurück ziehen. Aber inzwischen hat er gelernt, dass Frauchen keine Katzen frisst, dass Streicheln etwas ist, was man auch mit der Nase stuppsend einfordern kann und dass man sogar aus der Hand fressen kann – es sei denn, es sind die verschriebenen Herztabletten.

Seine Gefährtin starb nach viereinhalb Jahren – und ich musste nach einem Monat eine neue Gefährtin oder einen neuen Gefährten finden, da mein Kater litt. Ich ging wieder zur Katzenhilfe, und ich bekam eine Katze, die SCHEU in ganz andere Dimensionen brachte. Dagegen war mein Kater ein tapferer kleiner Kerl gewesen.

Sie kam eine Woche kaum aus der Höhle im Arbeitszimmer, aber frass und ging aufs Klo. Mein Kater schaute nur ganz vorsichtig vorbei, als wüsste er, dass sie total verängstigt war. Was mich hoffen ließ, war, dass sie sich nachts bis zu uns ins Schlafzimmer traute. Nach zwei Monaten, die Tage wurden länger, Sonne schien auf das Wohnzimmerparkett, kam die kleine Maus auch dann ins Wohnzimmer, wenn ich in der Ecke saß. ANFASSEN war allerdings noch komplett verboten. Aber Katze und Kater kamen gut miteinander aus, ich hatte sie ja für ihn geholt. Und SIE LIEBTE IHN. Sie stuppste ihn unters Kinn mit dem Köpfchen, sie schmiegte sich an ihm lang – und ließ auch die Inspektion der Kehrseite durch ihn zu.  Sie hatte langsam gelernt, dass man nicht nur mit Kastanien spielen kann, sondern auch Katzenspielzeuge Spaß machten. So führte ich denn auch das erste Mal den „roten Punkt“ ein – ein Heidenspaß für Kater UND Katze. Sie bekam sehr schnell mit, dass solche Spiele an mir hängen – und wurde ein wenig zutraulicher. Aber erst nach sieben Monaten sprang sie zu mir auf die Couch und ließ sich vorsichtig von mir anfassen – vor allem, wenn es Klickerchen gab – Leckereien nach einem Klick – jedesmal, wenn ich sie gestreichelt hatte. Und so gewöhnte sich auch meine Scheue an mich. HEUTE fordert sie schnurrend und schmusend ihre „Katzenkekse“ ein.

Gebt den Scheuen eine Chance – lasst sie kommen. Sie werden Euch umso mehr lieben.