Namenloses Buch

Ab heute gibt es (hoffentlich täglich) Buchrezensionen.

Manche Bücher liegen bei mir schon jahrelang teilgelesen herum, aber ich so schaffe ich dann vermutlich doch mein Ziel von 1 Buch pro Tag und kann in meinem Urlaub trotzdem noch was anderes machen.

Heute das gestern beendete „Das Buch ohne Namen“ von „Anonymous“. Der erste Band aus einer Reihe, die ich nicht lesen werde. Das sagt schon alles über mein Ergebnis. Ich bekam es geschenkt und las es daher ganz, obwohl ich bereits nach 100 Seiten von Gewaltszenen und Fäkalsprache nicht besonders angetan war.

Kurzer Abriss: In Santa Modega (fiktive Stadt in Texas oder New Mexico) tritt ein Serienkiller auf. In einer klassischen Western-Style-Bar erschießt er sämtliche Gäste. Eine Lady überlebt auf wundersame Weise, der Barmann versteckt sie und sie erholt sich wieder vollständig.

Fünf Jahre später erwacht sie aus dem Koma, weiß -angeblich- nicht, wer sie ist und tut sich mit einem Kopfgeldjäger zusammen.

Bei dem ersten Massaker waren auch zwei Mönche in der Stadt, die danach eine Weile nicht erwähnt wurden.

Fünf Jahre später schickt der Abt des südpazifischen Klosters wieder zwei junge Mönche aus, die, wie die ersten, einen geheimnisvollen Stein wiederholen sollten. Wie die ersten Mönche treffen sie in Santa Modega auf eine völlig verwahrloste Stadt, passen sich an und verletzten Ordensregeln.

Das Gerücht geht um, der Serienkiller sei wieder in der Stadt. Kurz nach dem Aufwachen aus dem Koma werden die Schwester des Barmanns und ihr Mann, bei denen die Lady unterkam, auf grausamste Weise getötet. Die Leichen werden mit viel Liebe zum grausigen Detail beschrieben.

Es stellt sich heraus, dass Untote in der Stadt sind, die den Stein wegen einer Mondfinsternis in die Finger bekommen möchten. Der geheimnisvolle Dark Lord wird erwähnt, aber bis auf die letzten 50 Seiten werden keine weiteren Hinweise auf die Lösung gegeben. Stattdessen wird eine Gewaltorgie nach der anderen angezettelt, Köpfe abgerissen, Zungen herausgerissen, Blut Barrel-weise verspritzt … 

Einzig die letzten 50 Seiten bieten soetwas wie einen Plot, mit Motiven für die Handelnden, mit Fragen, die der Leser auch gelöst wissen will – und mit einem Twist, was die Person des Dark Lords angeht. Wenn die Massaker auf das Notwendigste zusammengestrichen wäre, die kulturellen Missverständnisse der Mönche nicht endlos ausgewalzt worden wären, nicht eine Figur nach der anderen ausgeweidet worden wäre – vielleicht hätte ich das Buch dann ganz amüsant gefunden. So fällt es in die Splatter-Kategorie.

Bewertungskategorien für die Buchrezensionen:

Nach dem Lesen jedem, der es wissen will und auch denen, die es nicht wissen wollen, empfehlen und verleihen,bis es auseinanderfällt – und auch gern weitere Exemplare davon verschenken (MUSS MAN LESEN)

Nach dem Lesen nicht groß drüber reden, an die Bücherei oder die Öffentlichen Bücherschränke abgeben (KANN MAN LESEN – KANN MAN AUCH NICHT LESEN)

Nach dem Lesen versuchen, die Bilder im Kopf zu löschen und ins Altpapier geben. (SOLLTE MAN NICHT LESEN – ZEITVERSCHWENDUNG, SCHADE UM DIE HIRNZELLEN, DIE MIT DEM INHALT BELEGT SIND)

 

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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