Warten können

Ich habe scheue Katzen. Beide von der Katzenhilfe Hannover. Beide nicht als Kitten an Menschen gewöhnt.

Mein Kater kam zu mir mit 10 Monaten, von einem Bauernhof mit 6 Monaten weggefangen, weil sich der Bauer nicht um die Katzen auf seinem Hof kümmerte und die Katzen kastriert werden sollten. Dann wurde noch eine Hauterkrankung gefunden, das war es dann mit der Rückkehr auf den Bauernhof. Mein Kater blieb, nachdem ich ihn mit seiner Hof-Gefährtin holte, einen kompletten Tag unter dem Regalbrett im Arbeitszimmer und er kam nicht mal zum Trinken oder Klo raus.

Ich ließ ihn sein, er würde schon kommen. Sie war zwar auch schüchtern, aber war schon mal vermittelt gewesen, und nur weil der alte Kater unverträglich war, kam sie zurück. Nach einer Woche kamen beide erstmals aus dem Arbeitszimmer. Sie schmiegte sich an, er nicht. Wenn ich irgendwas in meiner Wohnung verändere, ist er heute noch total verängstigt. Neue Leute lassen ihn sich unters Bett zurück ziehen. Aber inzwischen hat er gelernt, dass Frauchen keine Katzen frisst, dass Streicheln etwas ist, was man auch mit der Nase stuppsend einfordern kann und dass man sogar aus der Hand fressen kann – es sei denn, es sind die verschriebenen Herztabletten.

Seine Gefährtin starb nach viereinhalb Jahren – und ich musste nach einem Monat eine neue Gefährtin oder einen neuen Gefährten finden, da mein Kater litt. Ich ging wieder zur Katzenhilfe, und ich bekam eine Katze, die SCHEU in ganz andere Dimensionen brachte. Dagegen war mein Kater ein tapferer kleiner Kerl gewesen.

Sie kam eine Woche kaum aus der Höhle im Arbeitszimmer, aber frass und ging aufs Klo. Mein Kater schaute nur ganz vorsichtig vorbei, als wüsste er, dass sie total verängstigt war. Was mich hoffen ließ, war, dass sie sich nachts bis zu uns ins Schlafzimmer traute. Nach zwei Monaten, die Tage wurden länger, Sonne schien auf das Wohnzimmerparkett, kam die kleine Maus auch dann ins Wohnzimmer, wenn ich in der Ecke saß. ANFASSEN war allerdings noch komplett verboten. Aber Katze und Kater kamen gut miteinander aus, ich hatte sie ja für ihn geholt. Und SIE LIEBTE IHN. Sie stuppste ihn unters Kinn mit dem Köpfchen, sie schmiegte sich an ihm lang – und ließ auch die Inspektion der Kehrseite durch ihn zu.  Sie hatte langsam gelernt, dass man nicht nur mit Kastanien spielen kann, sondern auch Katzenspielzeuge Spaß machten. So führte ich denn auch das erste Mal den „roten Punkt“ ein – ein Heidenspaß für Kater UND Katze. Sie bekam sehr schnell mit, dass solche Spiele an mir hängen – und wurde ein wenig zutraulicher. Aber erst nach sieben Monaten sprang sie zu mir auf die Couch und ließ sich vorsichtig von mir anfassen – vor allem, wenn es Klickerchen gab – Leckereien nach einem Klick – jedesmal, wenn ich sie gestreichelt hatte. Und so gewöhnte sich auch meine Scheue an mich. HEUTE fordert sie schnurrend und schmusend ihre „Katzenkekse“ ein.

Gebt den Scheuen eine Chance – lasst sie kommen. Sie werden Euch umso mehr lieben.

2 Antworten zu “Warten können

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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