Monatsarchiv: Mai 2013

Kuriose Singvögel

Biologie ist spannend. Und kurios:

Kürbisse sind – genau – BEEREN.

Erdbeeren sind – wie wir ja alle eindeutig wissen – keine Beeren, sondern NÜSSE. Also – die Haut trägt viele kleine Nüsse, die hellen Punkte, die immer so hart sind.

RABEN hingegen sind – na? Also der KOLKRABE ist – unser größter SINGvogel.

Womit die Herrrschaften in Malmö NICHT zu den Singvögeln gehören. Für all diejenigen, die für Cascada die Fahne hochhielten, tut es mir ja leid, aber – ich habe es vorher gesagt, wenn auch nicht gebloggt – es war absehbar.

Auch wenn ein Gutachter „Glorious“ nicht für ein Plagiat hielt, war der Song dem letztjährigen Siegertitel doch vom Typ her ähnlich. Und es hat sich in der Geschichtes des Songcontests gezeigt: Wer nur den Vorjahressieger kopiert, gewinnt nicht.

Deswegen haben Nicole und Lena (diese beim ersten Mal) gewonnen, deswegen hat Stefan Raab einen fünften Platz bei seiner Teilnahme erreicht – und der viel geschmähte Guildo Horn einen siebten. Sie waren anders als die Lieder vorher – und hatten Wiedererkennungswert. Sie hatten Erfolg, weil sie nicht kopierten. Als Lena 2011 mit einem neuen, anderen Song antrat (Satellite war eine fröhliche Nummer, Taken by a stranger viel düsterer), wurde sie 10.

Die so hochgejubelte Cascada-Kopie des Vorjahrestitels musste scheitern, weil sie eben nicht heraus stach. Als ich mir das Spektakel gestern neben dem Internet anschaute, weitgehend tonlos, war der Auftritt der deutschen Teilnehmerin einer unter vielen Blondinen, die in glamourösem Kleidchen einen englischen Titel sang.

Nur dass unser Titel auch noch klang, als wollten wir einfach nur den schwedischen Titel des Vorjahres nachahmen. Wenn man nicht auffällt, sammelt man keine Punkte. Die Gewinnerin aus Dänemark hat Folk-Elemente in ihrem Song, einen melancholischen Text – und dabei doch Tempo im Song, also eine sehr eigene Version. DAS war originell.DAS war ein Siegertitel.

Mehr Mut im nächsten Jahr von deutscher Seite, bitte!

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Konsumentenfrust

Ich komme gerade von meinem Lieblingsdiscounter – und was musste ich feststellen? Schon wieder wurde ein Produkt aus den Regalen entfernt. Es war nicht das erste Mal, dass ich etwas kaufen wollte und es nicht bekam.

Ich sehe das ein, wenn eine Firma pleite macht und deren Produkte nicht mehr zu erhalten sind. Ich sehe es ein, wenn es wie Blei in den Regalen liegt. Ich glaube nicht, dass eines davon mein italienisches Mineralwasser betraf! Das war ständig stärker nachgefragt als das andere Wasser.

Ich sehe auch ein, dass ein Produkt aus dem Regal verschwindet, wenn der Produzent die Preise in Höhen erhebt, die man beim Kunden nicht nachfragen kann.

Ich glaube nicht, dass ich eine Preiserhöhung bei meinem Wasser überhaupt bemerkt hätte, wenn es sich im Rahmen bis 10 Cent oder 20 Cent die Flasche bewegt hätte.

Und ich glaube, das gilt für alle Kunden, die lieber das 20 Cent teurere italienische Produkt kauften, EINFACH WEIL ES BESSER SCHMECKT!

Schon vorher hatte mich dieser Discounter verstimmt, weil er bestimmte Saftsorten strich. Einfach nicht mehr angeboten.

Aber jetzt bin ich stinkig. (ein Echter Moffen eben)

Ähnliches geht mir derzeit mit meiner Bekleidung so. Ich habe drei deutsche Quellen für Übergrößenbekleidung, bisher fand ich immer etwas, was ich benötigte, wenn nicht bei einem bekannten deutschen Versandhandel, dann bei einem bekannten deutschen Übergrößenfilialisten (auch online) oder bei einem Übergrößenversandhandel.

Neuerdings gibt es ausschließlich Oberteile in Doppelgrößen – und wenn man die obere Größe hat, spannt damit alles. Eine Größe größer aber ist VIEL zu groß.

UND – es gibt immer weniger Baumwolltextilien. Ich will mich weder nachts tot schwitzen (als Dicke schwitz ich, um es mit Westernhagen zu sagen, wie ein Schwein), noch will ich im Sommer Hosen tragen, die ihre eigene Subtropenqualität entwickeln!

Und wo wir schon dabei sind: PUNKTE und QUERSTREIFEN SIND NICHT VORTEILHAFT, wenn man zuviel drauf hat. Schlank machen kann mich gar nix, aber mich noch fetter machen muss meine Kleidung auch nicht. Wenn ich das sein will, schaffe ich das alleine – jahrzehntelang erprobt und bewiesen.

Also, lieber Pennymarkt, liebe Ulla Popken, lieber Otto-Versand-Ableger Sheego, liebe Happy Size-Company – WARUM wollen Sie so verzweifelt eine treue, gut zahlende Kundin vergraulen?

Denn das bin ich – ich bin treu und ich schau nicht auf den Cent. Wenn mir ein Produkt wirklich gefällt, hole ich es mir.  Aber wenn mir ein Produkt eben nicht gefällt, vom Geschmack, vom Material, von der Gestaltung – dann lasse ich mein Portemonnaie zu. Geschenkt bekomme ich meine Kohle auch nicht. Daher verschenke ich sie auch nicht weiter.

So, das musste mal raus!

Rollenspielercomics

Am bekanntesten ist wohl der Order of the stick Von Giant in the Playground. Die wundervolle Art hier eine Gruppe gezeichneter Charaktere immer wieder mit REGELkommentaren auszustatten (die halt eher von den SPIELERN zu erwarten wären) ist einer der Reize.

Heute Morgen stieß ich aber auch auf einen anderen Fantasy-Leser-Rollenspieler-Comic. Dorktower. Keine durchgängige Geschichte, wie Order of the stick, liegt hier der Reiz vor allem darin, dass viele Facetten des Rollenspiels – und der Fantasy-Film-Buch-Freunde beleuchtet werden. Handelnde Charaktere sind hier eine Gruppe Jungs, die sich über eben diese Themen (Rollenspiel, Bücher, Filme) unterhalten.

Hier mal ein Beispiel.

Und auch in Deutsch gibt es natürlich Comics – nicht ganz so gelungen, auch wieder nur Einzelcomics von lustiges Rollenspiel.

Eine ganze Liste von Comics erstellt hat die Seite Orfinlir. Nicht alle davon sind Rollenspielcomics.

Und nun keine weiteren Spoiler mehr von hier, viel Spaß beim Stöbern!

Unmusikalisch

Eine Amerikanerin hat einen Flug zur „Notlandung“ gezwungen. Durch Gesang. Oder was sie dafür hielt.

Sie hat während des Fluges nicht aufgehört, Whitney Houstons „I will always love you“ zu singen. Der Guardian-Artikel zeigt auch ein Video dazu. (So ungefähr würde sich das anhören, wenn ICH diesen Heuler singen würde – und ja, ich hoffe, irgendjemand würde mir dann das Maul stopfen. Vorzugsweise mit Schokolade *lach*.) Diese Hörschäden bei den anderen Passagieren zahlt doch keine Versicherung!

Ich singe ja auch nicht laut in der U-Bahn – summe höchstens mal. Leise. Und das nicht einen ganzen Flug lang!

Spannend natürlich die Frage nach ihrem Motiv. Vielleicht war sie verrückt oder besoffen. Wenn sie besoffen war, vielleicht aus Flugangst. DAS wären die langweiligen Erklärungen. Und jetzt lass ich mal meine Phantasie frei:

Sie hatte vor, ihrem Freund einen Heiratsantrag zu machen – und hat sich selbst beim Singen gefilmt, in der Hoffnung, dass irgendwann ein brauchbarer Teil dabei wär? Sie hat eine Wette verloren – sie hätte eine Million Dollar gewinnen können, aber wenn ihr das nicht gelingt, musste sie etwas ÖFFENTLICH PEINLICHES tun? Sie kam direkt aus der Psychiatrischen Klinik, wo man ihr geraten hat, immer wenn sie sich klein und unbedeutend fühlt, sich selbst ein Ständchen zu bringen … Oder ein Verrückter Houston-Fan steckte hinter allem und droht, ihre Kinder umzubringen, wenn sie nicht auf einem Flug über ganz Amerika diese Hymne von Houston bringt.

Was würde Euch dazu bringen, öffentlich eine derartige Peinlichkeit zu begehen??

Verbrechen und Statistik

Hannover ist die gefährlichste Stadt Norddeutschlands (6. in der Kriminalitätsstatistik)- mit 13.842 Verbrechen pro 100.000 Einwohner.

Bremen schaffte es auf Platz 7.

Neu war mir, dass die Verbrechen in den Banken (Spekulationen mit Lebensmitteln, Vernichtung von Steuergeld durch riskante Spekulationen, für die dann doch der Steuerzahler gerade steht) tatsächlich offiziell als Verbrechen gewertet werden – oder wie sonst kommt Frankfurt am Main auf Platz 1?

*Sarkasmusmodus wieder aus*

Hannover auf der 6, Bremen auf der 7, Hamburg (größer als beide zusammen) auf der 9, Lübeck (12) und Kiel (17) auch noch in der Top Twenty. Und Rostock ist 21. Der Norden ist kriminell. Der Norden ist auch arm. Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang sieht. *und ich war schon immer schelmisch veranlagt*

Und wer sich im Zusammenhang Armut und Kriminalität über die Frankfurter und die Düsseldorfer wundert – die haben die großen Flughäfen. Drogenschmuggel, Kofferdiebstahl, Zollvergehen … spielt alles mit rein.

Das könnte auch in Hamburg, Hannover und Bremen mit ihren (allerdings deutlich kleineren) Flughäfen der Fall sein. Außerdem ist Hannover bekannt dafür, dass hier intensiv nach Schwarzfahrern gefahndet wird.

Es werden eben auch die Nicht-Gewaltverbrechen in dieser Statistik erfasst.

Es gilt also der alte Satz: Traue keiner Statistik blind – zumindest stelle ein paar Fragen – wie bei jeder Studie.

So hat ein französischer Professor das Ende des BHs eingeläutet:

Die Schlagzeile „weg mit dem BH“ ist ja ein wunderbarer Eye-Catcher. Erst ganz unten im Artikel wird eingeräumt, dass es bei großen Körbchengrößen, bei Müttern und bei Dicken nicht richtig wäre. Und – dass der Professor bisher nur JUNGE Frauen, vor allem Sportlerinnen, untersucht habe (war sicher auch angenehmer anzusehen, nicht wahr, Herr Professor 😉  ). Und dass man, um das allgemeinverbindlich zu sagen, viel weiter angelegte Studien betreiben müsste! Dass das überhaupt eingeräumt wurde, ist schon bemerkenswert. Im Allgemeinen werden solche Studienergebnisse nämlich ohne diesen Warnhinweis abgeliefert.

 

 

 

Vogelkundler

Stunde der Gartenvögel ist dieses Wochenende wieder ausgerufen durch den NABU.

Dabei zählen Interessierte eine Stunde (wann man beginnt ist egal) die Vögel, die sie in Garten, Park oder sonstwo sehen. Ich zählte die Tierchen vorm Haus vom Fenster aus.

Zur Erleichterung gibt es einen Flyer – in den Stadtbahnen hier verteilt – der bereits Fotos der häufigsten Tiere enthält, das vereinfacht die Bestimmung der Arten. Meine Katze wollte mithelfen – aber traute sich dann doch nicht so recht – ihr war der Prospekt unheimlich.

Ich zählte bereits morgens um 6. Warum so früh?

Weil mich eine kleine Horde Krakeelchen nachts um 1 in den Schlaf gepiept hat und morgens um 6 dann die heimischen Bruthöhlen aufsuchte.

Krakeelchen? Diese Gattung findet sich NICHT auf der NABU-Seite, gehört systematisch aber eindeutig in die NDR-„Wer piept denn da?“-Reihe.

Wenn die Abende milder werden und am nächsten Tag frei ist, hört man die Krakeelchen schon von weitem wieder an ihren traditionellen Versammlungsplätzen:

„Ey, mach ma Platz da, gipp ma Stoff“

Die Krakeelchen besiedeln dann wieder die Eingangsstufen von bereits geschlossenen Geschäften und Bushaltestellen mit geringer Busfrequenz. Die Rangordnung ist deutlich an der Verteilung der raren Weibchen zu erkennen. Die Männchen stammen von Bolzplatzkrähen ab und werden sich auch in einiger Zeit zu solchen weiter entwickeln.

Die Krakeelchen sind muntere, nachtaktive Genossen, die die flüssige Nahrungsaufnahme gerne in geselliger Runde vollziehen.Das geht nicht immer ohne Futterneid ab, aber meist sind die Verteilungskämpfe ritualisiert und beschränken sich auf verbale Auseinandersetzungen. „Ey, gipp mal Flasche“ – „Nö, klau dir selber eine!“ – „Willse welche aufs Maul!“ – „Ey, Opfer!“

Wenn um sie herum die ersten anderen Aktivitäten stattfinden, frühe Sattelquatschen auf dem Weg in den Wald oder die ersten Kläfferschnepfen, wissen die jungen Krakeelchen, dass es Zeit wird, sich in die heimische Bruthöhle zurück zu ziehen und sich dort dem grusligen Alptraum aller Alkohol konsumierenden Pieper zu stellen – dem Kater. Zur Sommerferienzeit lassen sie es allerdings nicht soweit kommen – und führen sich rechtzeitig erneute Alkoholgetränke zu. Das ist ihre Saison.

Laien verwechseln die Krakeelchen gerne mit den Prosecco-Lerchen (Weibchen) oder den Blaukehlchen – aber die werden beim NDR in einer anderen Folge beschrieben.

Jazz

Wettervorhersage: 85% Wahrscheinlichkeit, dass es regnet .. Mittags vor allem.

Mit diesem Wissen ließ ich die Sonnenbrille und das Käppi vom letzten Mal daheim, traf mich um kurz vor 10 an der U-Bahnstation und zog in Begleitung vor das Rathaus. Schönstes Wetter. Die Jazz-Band Hannover spielte tapfer gegen die frühe Stunde an, die ca. 150 Leute, die sich schon aus den Betten gewälzt hatten, vorwiegend ältere Semester (soviel dazu, mit dem Spektakel mehr junge Leute anlocken zu wollen) gingen nicht weniger tapfer mit, es wurde, weil ja noch viel Platz war von einigen der Tapferen auch getanzt.

Das war das Vorgeplänkel. Dann folgten die Ray Gelato Giants mit heftiger Promo für das neue Album mit italienischen Swing-Titeln. Der Platz füllte sich langsam, noch immer überwog die Gruppe der 50 + Leute, und die Stimmung zog an. Es wurde 12, wir gingen ins IchiBan essen – schöne Portionen für nicht viel Geld. Und lecker war es auch noch. Weiß nicht, wieso die Mehrheit der Leute die Bratwurst am Rathaus vorzog.

Zurück am Rathaus gab es die Hannover Bigband – mit Stargast Max Mutzke. Und der lieferte. Unglaublich, was der „Junge“ sich gemacht hat. Introvertierter Pulloverträger, als Raab den Song-Contest-Teilnehmer suchte, war da jetzt ein Mann auf der Bühne, der die BigBand anleitete, das Publikum mitzog (von mitreißen kann keine Rede sein, der Hannoveraner an sich ist ein Norddeutscher, so leicht reißen wir nicht) und den Entertainer gab.

Er brachte nur einen Song auf Deutsch – aber bewies mir Skeptikerin damit, dass es auch durchaus vernünftige Swing-Musik auf Deutsch geben kann.

Und er lobte Hannover – und dass er mit Berlin, Wuppertal und dem Schwarzwald telefoniert hätte, aber überall dort hätte es geregnet. Wir hatten Sonnenschein.

Nach der BigBand folgte eine längere Umbaupause, es kam dann Matt Bianco. Ein langer Akt! Und wenn das mit „Hannover swingt“ auch nix mehr zu tun hat – mir gefiel es. Half a minute klang allerdings wesentlich anders. Sunshine day war irgendwo bei mir noch eingespeichert und „Don’t blame it on the girl“ habe ich auch wieder erkannt.

Für mich war das der letzte act – mein Rücken und die Beine fanden, es wurde Zeit, nicht mehr doof rumzustehen – ich ging dann nach Hause.

Immer noch kein Regen. Wir haben wohl ne 86 gewürfelt 😉