Theaternacht

Diese Nacht findet also die Lange Nacht der Theater statt in dieser Stadt. Zur Zeit läuft noch die Abschlussparty – aber große Partys waren noch nie so mein Ding.

Was war dann meines?

Begonnen hat alles mit einem Besuch bei der Hinterbühne – Unterhaltsames über Atomkriegsratgeber und Atomkraftunfälle – ich gehe heute beruhigt ins Bett. Weiß ich doch, dass statistisch gesehen nur alle 5000 Jahre sich ein Atomunfall ereignen kann – damit ist für die nächsten 50.000 Jahre Ruhe. Ein herrliches Gefühl!

Wunderbar war auch das Atombunkerliederbuch: Ashes to Ashes, Help und Yesterday waren u.a. darin😉

*kleines Schmankerl am Rande: Ein Freund von mir hat sein Handy lautlos gestellt am Eingang – und ich gleich mit. Für die ganze Nacht. Der Ansager hat auch noch mal besonders darauf hingewiesen. Und eine junge Dame, zwei Plätze weiter neben mir? Zieht 1 Minute vor Vorstellungsbeginn erst mal ihr Smartphone aus der Tasche und sieht nach einer Nachricht. Dann beantwortet sie diese Nachricht noch . Mann, muss DIE WICHTIG sein.

Der Ansager machte außerdem auch noch den einen oder anderen Hinweis auf den Marathon am 05.*

Anschließend nahmen wir nicht den Kulturbus der Üstra, der umsonst gewesen wäre, sondern die Bahn (habe sowieso eine Monatskarte, die anderen haben sich mit entsprechenden TIckets versorgt gehabt) – und erreichten den Ballhof zeitig genug, um uns dort erneut eine weitere unserer nicht reservierten Shows anzusehen – von dem Ensemble, dass ich beim letzten Mal bei Coraline gesehen habe. Es wurde eine Kurzversion des Maulbeerbaums gegeben – ein alter, reicher Chinese verkauft den Schatten seines Baumes – ohne daran zu denken, dass dieser Schatten wandert – Merke: Nicht alle alten Chinesen sind weise.

*Lustiger Ansager vor der Vorstellung: Bitte denken Sie daran, Ihr Handy NACH der Vorstellung wieder auszuschalten*

Dritter Programmpunkt war unser erster reservierter: Theater in der List. Es erwartete uns eine negative Überraschung, statt Odysseus gab es Die Fetten Jahre sind vorbei. Die materialistische Welt saß auf der Anklagebank. Die Anklägerin war allerdings sehr argumentationsschwach.

Vierte Station unseres Theatermarathons (wie der Anmoderator im ersten Theater sagte: die einen laufen Sonntag, die anderen schon Samstag), und die Kalkulation war knapp: Marionettenkabarett. Ein Käfigvogel rebelliert gegen seine Unfreiheit – die er aber dann doch, als sie durch den Bruch des Käfigs aufgehoben wird, nicht verlassen will; norddeutsche Bauern beim Klönschnack – in der Zeitrafferversion, der alte Raucher, der sich über das Rauchverbot im Altersheim aufregt – alles sehr unterhaltsam. Und das Theater hatte netterweise mit dem Beginn der Vorstellung auf den Theaterbus gewartet.

Für die nächste Station nahmen wir dann die Bahn in die Stadt – wir wollten um 22 Uhr ins Varieté-Theater. Und das war mein Highlight des Abends. Balanceakts in Vollendung. Vor allem das Paar hatte es mir angetan, bei dem mal er, mal sie den „Ausleger“ spielte – und auch mal beide  – eine unglaubliche Leistung. Flotte Rhythmen gab es bei einer brasilianischen Menschenpyramidentruppe, eine spanische Tuchbalanciererin war auch wirklich nett anzusehen. Der Diabolo-Künster allerdings wurde locker von dem Künstler in dem Jugendzirkus in den Schatten gestellt, den ich in einem früheren Jahr sah.

Zu guter letzt zog ich dann noch mit nur noch einem der Freunde weiter zu einer Gesangsdarbietung ins Künstlerhaus. Einige Cover, eine sehr liebevolle Hommage an Hannover (mit einem ironischen Ende) – und eine Zugabe, die gerade in den Mai jetzt passt: Alarm auf dem Maikäferlandeplatz – Die dicke Berta kommt.

Es hat alles erstaunlich gut funktioniert, knapp war es zwar manchmal, aber nichts war zu knapp, überall, wo wir reinwollten, kamen wir rein (wenn auch einmal nicht zum Stück unserer Wahl), unsere Wegeplanung (also die des Freundes, der sich die Mühe gemacht hat, die Transportmöglichkeiten durchzuprüfen) funktionierte und Spaß hatten wir auch.

Ich habe gar nicht so vermisst, dass das TAK dieses Jahr nicht dabei war – und auch die Oper keine Late-Night-Musikdarbietung mit Swing mehr brachte – Highlights, die ich sonst jedes Jahr geschätzt habe.

Auch dass das Theater am Aegi nicht mitgemacht hat, war nun kein Beinbruch. Im Gegenteil, so wurde man geradezu dazu gedrängt, die Bühnenvielfalt auch wirklich auszunutzen. Und das war nicht zu meinem Schaden!

Nächstes Großevent: Vermutlich Himmelfahrt das Freiluftkonzert vor dem Rathaus – wenn das Wetter mitspielt.

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