Mysteriös

Ich bin kein großer Fernsehmensch, gestern aber entschloss ich mich, es mal mit einer neuen Serie zu versuchen. Eine Mystery-Krimi-Serie.

Das Konzept klang ganz einladend – junger Mann, frischer Polizist, findet heraus, dass er einer der letzten Nachfahren der Grims ist – und gegen all die bösen Buben aus den Märchen kämpfen muss.

Soweit, so gut. Mal was anderes, dachte ich. Setzte mich auf mein Sofa und machte den Fernseher an.

Seine Tante, bei der er aufwuchs, wird vor seinem Haus von einem Mann angefallen – und die Polizei nimmt natürlich die Ermittlungen auf. OK, aber wieso man IHN mit ermitteln lässt, wieso man, wo man kein Motiv für den Angriff hat, nicht akribisch im Wohnwagen der Tante nachsucht – rätselhaft. Schließlich ist der Teil der Polizeiarbeit „normal“ – und da versucht man IMMER, über das Opfer ein Motiv zu finden. Später im Krankenhaus, Angriff auf die Tante, der Held ist gerade zu Besuch und wird selber angegriffen. Würde normalerweise eindeutig Polizeischutz für ein paar Tage ergeben – Täter entkam und könnte es ja erneut versuchen – nix.

Die Tante erzählt dann ihrem Neffen, dass er, wie alle Grimms, die wahren Gesichter der Bösewichte sehen könnte – wenn diese besonders angespannt seien. Und wo sieht er überall komische Fratzen? Im normalen Alltag – junge Frau geht vorbei, Gesicht verändert sich – wo war denn da der Grund, warum diese Frau plötzlich ihre „Maske fallen ließ“? Stelle ich Regeln in einer Geschichte auf, muss ich sie befolgen.

Während der Ermittlungen zum ersten Fall lernt der junge Ermittler dann einen Mann kennen, dessen Gesicht sich ebenfalls zu einer Fratze verändert, wieder ohne Grund für das „Maske fallen lassen“. Zuerst für ihn Hauptverdächtiger im Fall, vertraut er diesem Mann plötzlich, nach nur einem Gespräch, fährt mit ihm mitten in der Nacht in eine einsame Gegend … Und sein Misstrauen kehrt auch nur im Scherz zurück, als der Helfer Probleme bekommt, die „Maske“ aufrecht zu erhalten.

Mal abgesehen davon, dass die eigentlichen Fälle so zu kurz kamen, dass sie hauptsächlich brutal waren – nicht mysteriös. Junge Frau wird beim Jogging zerfleischt, Kind wird entführt und im Keller „auf Vorrat“ gehalten. Zweiter Fall Junges Paar bricht in ein Haus reicher Leute ein, nur um „Spaß zu haben“ – und der Mann wird von einem nach Hause kommenden Bewohner angegriffen, die junge Frau kann entkommen – einem Bären davon laufen. Bären sind schnell … die junge Frau aber kommt zum Auto und fährt davon. Dann hat sie nix  Besseres zu tun, als zur Polizei zu gehen.

Wenn jemand in ein Haus einbricht, wird er/sie natürlich ganz sicher zur Polizei rennen, wenn der Kumpane brutal angegriffen wird. Klar – wie jeder gesetzestreue Bürger … ups, sie war ja nicht gesetzestreu …

Die zweite Folge endet dann mit einer „rituellen Jagd“ – bei der die  drei jungen Bären ihre Opfer hetzen – ach – Bären sind Einzelgänger und jagen nicht im Rudel? Wen stört’s … längere Hetzjagden sind übrigens auch nicht gerade bärentypisch.

Die Geschichte mit der Tante endet dann damit, dass sie bei einem weiteren Angriff stirbt, und als sie beerdigt wird, steht auch gleich ein Grabstein dort. JAAAA – GENAU, den hat sie fertig im Wohnwagen mitgeführt, nehme ich an – und es gibt auch keine Wartezeit, bis auf einem Grab ein Stein aufgestellt werden kann. Kleinigkeiten, sicher, aber so viele davon!

Das einzige Mysterium der ganzen Serie:

Wieso hat es die Serie in eine zweite Staffel geschafft? Alles andere war eher brutal, unlogisch und nicht besonders spannend.

If I promise to read it, can I convince you to comment? Wenn ich verspreche, dass ich es lese, kann ich dich überzeugen, zu kommentieren?

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