Monatsarchiv: September 2012

Mitleid

Las ich vorhin über eine ehemalige First Lady, dass sie in ihrem gerade herausgekommenen Buch beklagt, dass sie über Jahre hinter der politischen Karriere ihres Ehemannes zurückstecken musste.
Ja, das kam natürlich überraschend bei einem Ministerpräsidenten, dass der lange Arbeitstage hat, oft auch abends bei Veranstaltungen ist und die Frau an seiner Seite eben genau das ist – die Frau an seiner Seite. DAS hätte ich ja auch nicht erwartet bei so einer Stellung eines Mannes.
Und dann auf Jahre – weil Politiker doch sonst immer nur kurz gewählt werden – nein, das ist natürlich toootal inakzeptabel – das sehe ich ganz genauso.
Als der Mann dann auch noch Staatsoberhaupt wurde und nach einem Jahr zurücktrat – da hat er doch in der Phase seines Rücktritts keine Zeit für ihre Gefühle gehabt? Nein – wo doch ein Mann alles, was ihn betrifft, dem Wohlbefinden einer Gattin unterzuordnen hat – wie konnte sie so ein Verhalten vorhersehen? Kein Wunder, dass die beiden (wenn man den Journalisten trauen darf) therapeutische Hilfe benötigen ..
Vielleicht hätte sie ihren Reality-Check nicht versieben sollen … Er sollte ihr ein neues Paar Würfel schenken.

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Montagsbazillen

Es ist mal wieder Montag.

Das allein ist nun nichts Ungewöhnliches – das kommt alle 7 Tage mal vor.  Aber die ganzen Begleiterscheinungen, die gehören eben zu einem typischen Montag:

Bei mir fing der Tag auswärts beim Zahnarzt an. Nun könnte man noch sagen, selber Schuld, was legste den Termin auch an einen Montag – äh – wurde mir als erstes vorgeschlagen, als ich um einen Termin um 7 Uhr bat.

Dort angekommen musste ich dann erstmal gestehen, dass ich zwei Jahre keine Zahnarztpraxis mehr aufgesucht habe – und wo ich schon mal beim Gestehen war, habe ich gleich gesungen wie ein Vögelchen (die Prophylaxefachkraft hatte also auch gleich einen typischen Montagsanfall – ich kann nicht singen – und meine Haftpflichtversicherung zahlt nicht für den Tinnitus, den mein Singen hervorruft). Ich hab nämlich nicht nur nicht meinen jährlichen Termin letztes Jahr wahrgenommen – ich hab die Hygiene zwischen den Zähnen auch nicht in letzter Konsequenz durchgeführt – sprich, Zahnzwischenraumbürstchen werden bei mir sehr geschont ..
Was gleich zu einem erhöhten Blutanfall führte – Montagssymptome für mich.

Frau Dr. kam dann noch für zwei Sekunden gucken, stopfte mir ein Desinfektionsmittel an den einen Zahn – und jeder, der diese Art der Desinfektion schon mal gehabt hat (ich sag nur Wurzelbehandlung), weiß, dass die nächsten Tage kulinarische Genüsse unmöglich sind. Essen kann man, aber es schmeckt alles nach diesem entzündungsbekämpfenden Mittel. Meine Ratatouille gerade eben auch. Und ich gab mir solche Mühe, mit Salbei, Lavendelblüten und den üblichen Kräuterverdächtigen.

Auf dem Weg zur Arbeit schaute ich schon mal in die Zeitung, etwas, das ich besser unterlassen hätte. Der Kommentar des Wolfsburger Trainers zum hohen Sieg des Hannoverschen Teams war – grenzwertig

Wenn mir ein Trainer erzählt, dass das andere Team gewonnen hat, weil es bereits mehr Pflichtspiele absolviert hat, frage ich den Trainer, ob er also SEINE Mannschaft nicht auf den Punkt fit gemacht hat? Auch  der Wolfsburger Trainer war eindeutig mit  MONTAG infiziert.

Und noch bevor ich meine Umsteigestation erreicht hatte, bremste eine übereifrige und ortsfremde Autofahrerin den Busfahrer aus. Doppelmontag.

Eine der fleißigsten Mitarbeiterinnen ging dann heute krank nach Hause – wieder Montag – für sie.

Und als mir dann eine Kollegin noch eine Mail schickte, in dem sie den  diesjährigen Betriebsausflug ankündigen wollte, mit Termin zum Juni 2011 – da war mir endgültig klar, es war eine Montagsepidemie.

So um 16:04 telefonierte ich mit einer Mitarbeiterin einer Baufirma und sie wünschte mir einen schönen Feierabend. Das allein ist noch kein Montagssymptom. Aber mir fiel siedendheiß ein, dass mein Feierabend verplant war: Ich hatte an diesem denkwürdigen Tag noch einen Termin beim Augenarzt in 26 Minuten!

Dort wartete ich erst länger im dafür bestimmten Raum, wurde dann zu einer Voruntersuchung gebeten, wartete dann wieder bis die nächste Voruntersuchung dran kommen sollte – und wunderte mich, wer alles mir vorgezogen wurde. Erst, als ich als vorletzte im Warteraum saß, ging mir auf, dass da etwas vielleicht nicht stimmte. In der Tat, man hatte mich übersehen … War den jungen Damen ein wenig peinlich. Montag ist hochansteckend.

Die einzigen Lebewesen, die immun waren gegen diese Montagsseuche, waren meine Katzen.