Chinese ohne Kontrabass

Heute also mal die Nationalküche angetestet, die nach Italienern und Griechen wohl die verbreiteste „fremde“ in Deutschland ist.

War in den 50er Jahren Italien exotisch, in den 70ern dann der Grieche wurde es ab den 90ern des vergangenen Jahrhunderts auch auf dem Land üblich, ein Chinarestaurant „in der Nähe“ zu haben. Wobei „Nähe“ ein relativer Begriff ist, wenn man auf dem Land „in the middle of nowhere“ wohnt.

Den Chinesen, den ich nun heute aufgesucht habe, habe ich nicht mehr fußläufig erreicht. Das hätte ich auch haben können, aber die Restaurantbesprechungen des nahen Gastronomiebetriebs auf einer Website haben mich davon Abstand nehmen lassen. So habe ich also ein Lokal besucht, dass mehrere gute Kritiken erhalten hat, dafür in einem eingemeindeten Vorort liegt. Obwohl der Tiergarten in der Nähe ist, war weder Wildschwein noch Reh auf der Karte😉

Ich habe von der bei Chinesen üblichen, üppigen Mittagskarte gewählt, Bratnudeln mit Hähnchen, davor gab es eine Gemüsesuppe und zwei Mini-Frühlingsrollen. Die Gemüsesuppe war einem Feuergott geweiht, ich entschloss mich daher, sie diesem auch zu opfern und mich nicht selber damit zu nähren.

Die kleinen Frühlingsröllchen waren sehr lecker, mit süßer Chilisauce. Natürlich war nur Weißkohl drin, für mehr war einfach kein Platz.

Im Hauptgericht erwartete ich dann, da auch Gemüse angekündigt war in den Bratnudeln, zu viel. Ich bekam zwei Stäbchen Karotte, ca. 1 Zwiebelachtel, eine gute Anzahl Bambussprossen, drei Ringe Lauch – nein, ich will nicht übertreiben, es waren nur zwei.

Außerdem war dieses dünne asiatische Omelett in Stücken enthalten – und außerordentlich gelungen gebratenes Fleisch. Hähnchen wird schnell trocken, dieses war perfekt. Aromatisch, durch (wichtig bei Hähnchen), saftig. Das und die Bratnudeln, denen man die Eiernudeln anschmeckte, entschädigte für die zu scharfe Suppe und das fehlende Gemüse. Sauce war bei gebratenen Nudeln keine dabei.

Auf der Karte war aber vorgewarnt, dass Glutamat ein (wichtiger) Bestandteil des Essens wäre.

Das Publikum: Überwiegend Senioren in Paaren (eine Menge Seniorenstifte, -wohnungen etc. liegen im Umkreis), eine weibliche Familie (Oma, Mutter, Kind), ein älterer Herr mit Tochter, ein älterer Herr allein. Da ich draußen saß, konnte ich aber nicht alle anwesenden Gäste „begutachten“.

Ein asiatisches Paar mit zwei Mädels stand vor dem Lokal als ich ankam, kann aber sein, dass sie schon gegessen hatten, es war nicht mehr ganz früh.

Glücklicherweise blieb mir der Carrell-Sketch mit dem heraufziehenden Regensturm erspart, obwohl ein wenig Wasser der Suppe vielleicht gut getan hätte.
Der Service war schnell und aufmerksam, die Karte bot keine überragenden Neuigkeiten.

Ich vergebe, weil mir ungewohnte Umgebung (war fast wie ein Ausflug in eine Kleinstadt), immerhin 2 Kokosnüsse.

 

 

 

6 Antworten zu “Chinese ohne Kontrabass

  1. A. aus H. an der L.

    Huhu! Hübsches Bild, das mit den Fischen aus London im Juli 2005 (habe ich aus dem Dateinamen, emfpiehlt sich also, den beim/nach Upload zu ändern, wenn das geht). Aber leider viiiiel zu groß. Selbst hier in der Firma dauert es ein Weilchen, bis es lud (ludt?). Mach das doch bitte mal kleiner, so auf 800 Breite mal 600 Höhe oder so. Ich denke, WordPress bietet da bestimmt was an.
    Ansonsten: klingt für mich nicht nachmachenswert, der Chinamann. Da geh ich doch lieber zu dem an die Hildesheimer Straße.🙂

    • Hatte ich auch erwartet, dass sich wordpress meldet und mir sagt, bitte nur eine verkleinerte Datei. Anders als beim Gravatar, wurde das nicht angeboten. Daher hab ich nun eines der Standardbilder gewählt, die sind auch nicht schlecht. Die Londoner Fischlein wären ja harmlos, kann ruhig jeder wissen. Und nicht harmlose Bilder würd ich eh nicht hochladen😉
      Schlecht war der Chinamann nicht (Kokosnüsse sagen ja nix über Qualität) – nur – irgendwie war die Suppe heute sehr scharf (ich glaub nicht, dass sie das immer ist) – und wenig Gemüse im Essen. Aber nix angebrannt, die Atmosphäre auch draußen war nett mit Stofftischdecken, aber Papierservietten. Und der Preis war vor allem auch ok – nur 6,80 für das Essen und 2,50 für ein 0,3 Glas Spezi.
      Es ist sicher kein „hipper“ Ort. Und auch kein Sterne-Chinese.

  2. A. aus H. an der L.

    Guckst du hier, was Bildbearbeitung in WordPress angeht:
    http://en.support.wordpress.com/images/image-editing/

    (Ich wußte doch, dass das geht.🙂 )

    • Bist ab sofort mein höchstpersönlicher „Nerd“ – ohne Brille und Pickel!;)
      Jetzt ist es endlich in dem Format, in dem es besser zum Theme passt – und sollte auch nicht so lang zu laden dauern!

  3. A. aus H. an der L.

    Ohja, jetzt lädt die Seite mit deinem Bild definitiv schneller, dankesehr! Und passt sehr schön zum Theme.

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