Nicht der Portugiese zum zweiten

Der Portugiese war heute in Australien in Urlaub.

(Das ursprünglich ausgeguckte Lokal, das sich am Mittwoch erst versteckte und heute gefunden wurde, ist bis 28. in Urlaub – ja, ich hab auch gestaunt, es stand doch da vor mir, aber ein Schild sagte, Urlaub vom 18. bis 28.)

Also war ich schon fast wieder beim Selbstkochen, bis mir in der Bahn einfiel, da war doch dieses Aussie-Food-Dingsda, an dem ich schon mehrmals vorbeigelaufen bin und jedes mal gedacht hab, da musst du rein.

Ambiente: ein „Wegweiser“ vor dem Lokal, auf besonders „wild“ gemacht, wies auf die „Attraktionen“ hin. Und an der Tür ein Schild: Warmes Bier und Schlechtes Essen.  Das erste hab ich nicht nachgeprüft, beim zweiten muss ich sagen: Glücklicherweise war es ein leeres Versprechen. Schlecht war es nicht .. just not my cup of tea …

Innen erfreulich distanzierter – die Wände nicht mit halbrohen Baumstämmen verziert, der Blockhüttencharme blieb außen vor.  Ein paar Aborigine-Dekos, ein riesiger  Bumerang unter der Decke. Keine Decken auf den Tischen, Bistro-Charme. Die Tische waren mir mit meiner unter-1,70-Größe zu hoch. Freundliches Personal, als ich eintrat war ich eine von zwei Gästen, das zweite schien ein Bekannter der Bedienung zu sein. Später kam noch ein Pärchen, blieb aber vor der Tür sitzen.

Speisekarte – unübersichtlich. VIEL Exotisches drauf: Straußenfleisch kennt man ja, Kängurufleisch ist schon seltener, ich wagte mich an Krokodilfleisch. Gegrillt auf Gemüse, mit einer Backkartoffel mit Sour Cream. Als Starter wählte ich Wedges mit Mangopüree.

Ich gebe nur meinen persönlichen Eindruck wieder – aber mir war das Mangopüree eine Spur zu aufdringlich süß, die Wedges SEHR GROSSZÜGIG gesalzen.

Das gegrillte Krokodilfleisch war eins A gegrillt. Muss man dem Koch lassen, perfekt – innen durch, aber alles noch saftig. Aber ich habe noch nie ein Reptil gegessen bis heute – ich kann es daher nicht vergleichen. Ich nehme an, dass die Säure im Geschmack von einer Marinade herrührt – denn das Krokodil schmeckte wie eine Mischung aus Fisch und Huhn (nicht fischig – nur wie guter, frischer Fisch) – und es war eindeutig säuerlich. Nicht ganz mein Fall.

Was der Koch bei den Wedges mit dem Salz zu gut gemeint hatte, hat er beim Gemüse weggelassen. Paprika, Pilze, Zwiebeln und ein paar Spuren von Zucchini – mit einem undefinierbaren Nachgeschmack, der mich nicht zur Wiederholung reizt, aber nicht zerkocht, nicht matschig.

Die Backkartoffel  – nun – irgendjemand, der für den Kartoffeleinkauf zuständig war, hat noch nie gehört, dass es mehlig kochende und festkochende Kartoffeln gibt – und für Ofenkartoffeln nimmt man nicht die mehligen. Die nimmt man nur zur Suppe und zu Kartoffelbrei.

Das Lokal würde ich nochmal aufsuchen, aber das Gericht würde ich vermutlich wechseln.

Ich hatte zwei alkoholfreie Cocktails dazu, alles in allem belief sich die Rechnung auf 31,30.  Das war saftig – aber Exotisches wie Krokodil ist halt nicht hinterhergeschmissen.

Eindeutig die Abenteuerwertung: 5 von 5 möglichen Kokosnüssen!

Eine Antwort zu “Nicht der Portugiese zum zweiten

  1. A. aus H. an der L.

    Das arme Krokodil!😀 Wenn die da Krokodil gut grillen können, würd ich das auch nochmal probieren. Das was ich mal hatte war einfach zu fest und dadurch zu zäh. Vom Geschmack her „wie Hühnchen“, also eigentlich unaufdringlich undefinierbar. Vielleicht ist Krokodil ja das Tofu der Tierwelt?

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